Porträt

laut.de-Biographie

Moonbootica

Zu den zweifelhaften Errungenschaften des 20. Jahrhunderts dürften Moonboots gehören. In Anlehnung an die bei der Mondlandung getragenen überdimensionierten Schuhe wurden ausgesprochen ästhetisch wertvolle Winterstiefel entworfen, die selbst dem Michelin Männeken die Schamesröte ins Gesicht treiben würden.

KoweSix und Tobitob dagegen, zwei Typen aus Hamburg und seit Jahren dicke Kumpels, nennen sich freimütig Moonbootica. Wen wunderts bei Schuhgröße 47 bzw. 48. Gemeinsam sorgen die beiden als Veranstalter und DJs mit ihrer gleichnamigen Clubnacht zunächst im Hafenklang, einem heruntergekommenen Schuppen in St.Pauli, später im Nobistor für willkommene Abwechslung in Sachen laute Musik und Bässe bis zum Abwinken.

Dabei verdienen sich Kowe und Tobi eher zufällig ihre ersten Meriten als DJs in einem Club: Als Ersatz für den nicht erschienenen Koze nimmt das Duo mit einer Handvoll House-Platten die Herausforderung an, das feierwütige Volk im Golden Pudel Club gebührend zu unterhalten.

Das Vorhaben glückt, und das Unternehmen Moonbootica nimmt langsam Fahrt auf. Im Legendary Sauna Club Studio von Tobi, nebenbei einer der Fünf Sterne Deluxe und Produzent von Ferris MC, entstehen die ersten eigenen Tracks "Moonbootation" und "Get It On", das prompt in die Deutschen Dance Charts einsteigt. Hierfür gründet man das Label "Moonbootique".

Was das Remixen angeht, werden die Dienste von Moonbootica ebenso von bekannten und weniger bekannten Acts wie Panjabi MC ("Mundian To Bach Ke"), Luomo ("Tessio"), Boogie Pimps "Saltshaker"), Skin ("Faithfullness") oder Client "Here & Now") in Anspruch genommen. Denn sie haben ein zweifelsohne glückliches Händchen darin, aus dem Originalmaterial einen dreckigeren Sound zu basteln.

Ähnlich verhält es sich mit ihrem eigenen Material, einem rockenden Hybriden aus Techno, House und Big Beat. Wobei ebenso Hip Hop-Einflüsse natürlich nicht von der Hand zu weisen sind. 2003 werden Moonbootica bei den Deutschen Dance Awards als "Entdeckung des Jahres" nominiert. Anstatt eines der verlockenden Angebote der Musikindustrie anzunehmen, entscheiden sie sich aber für Kontor Records.

Hier erscheint Ende März 2004 die Mix-Compilation "DJ Sounds Good". Ein Jahr später veröffentlicht das Duo schließlich sein schlicht "Moonbootica" betiteltes Debütalbum.

Wiederum eine Remix-Scheibe später folgt mit "Moonlight Welfare" das zweite Studio-Album. Stilistisch zeigen sich KoweSix und Tobitob im Jahr 2007 auch gegenüber Rock und Hip Hop aufgeschlossen, was sich auch an Gästen wie Jan Delay, Supermax oder Kowalski vom Deutsch-Soul-Duo Jansen & Kowalski ablesen lässt.

KoweSix startet 2009 zudem mit Producer, Labelbesitzer und Remixer Kris Menace das Projekt Black Van, für Tobi sind die Fünf Sterne nach der Auflösung 2004 dagegen Geschichte. Moonbootica bleiben aber stets in charge: Regelmäßig veröffentlicht das Duo Singles, Alben und Mix-Compilations. Auf "Our Disco Is Louder Than Yours" (2012) hat man dann sogar Redman zu Gast.

Alben

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare