Porträt

laut.de-Biographie

Miike Snow

Nach Lady Gaga, Annie und Emiliana Torrini treten die nächsten Ghostwriter und Edelhelfer aus dem Schatten ihrer Auftraggeber in der vordersten Riege des Pop. Hinter Miike Snow verbirgt sich nämlich das schwedische Produzentenduo Christian Karlsson und Pontus Winnberg, die als Bloodshy & Avant für Britney Spears den mit einem Grammy geadelten Song "Toxic" mitgeschrieben und produziert haben und auch für Kylie Minogue, Kelis oder Jennifer Lopez arbeiteten.

Mit dem umtriebigen New Yorker Multiinstrumentalisten und Produzenten Andrew Wyatt, der selbst diverse Projekte zwischen Electrorock und alternativem Folk unterhält und unter anderem bei Daniel Merriweathers "Love" an den Reglern saß, gründet man Miike Snow 2007 in Stockholm. Ab nun gilt der eigenen Band das volle Augenmerk, Produzentenjobs werden erst einmal hinten angestellt.

Passend zu dieser Ménage à trois ist jedoch auch, dass zunächst nicht eigene Tracks in den Umlauf geraten, sondern ein Justice-infizierter Indietronic-Remix des Vampire Weekend-Songs "The Kids Don't Stand A Chance" zur ersten echten Standortbestimmung wird. Auch bei weiteren geistesverwandten Acts wie Peter, Bjorn And John oder Passion Pit wird man später Hand an die Tracks legen.

Die erste eigene Single "Animal" dagegen basiert auf pulsierenden Vintage-Dance-Beats, minimalistischen Keyboard-Melodien, Glockenspiel- und Schlagzeugsprengseln und einem melodischen Gesang, der einen fast an Phil Collins erinnert. Überhaupt klingt das selbstbetitelte Debütalbum, das im Mai 2009 erscheint und auf dem ein Hase mit Hirschgeweih prangt, schwer nach dem wiederaufkommenden Zeitgeist von zurückgelehntem, warmem, aber mitunter schwülstigem 80er-Jahre-Pop - mit den hochgerüsteten Production Values von heute, wohlgemerkt.

Der "Missing Link" zwischen Prince und Prefab Sprout könnten Miike Snow sein, schreibt die britische Tageszeitung The Guardian, ein intelligenter, teils glamouröser Pop-Entwurf zwischen A-ha und Animal Collective.
Aber auch Fans des Electropop von MGMT dürften Miike Snow direkt in ihr Herz schließen, zumal man sich aufgrund der breiten Resonanz auf das Debütalbum entschlossen hat, auch als Band auf Tour zu gehen.

Und die schlägt ein wie eine Bombe: Von Europa bis über den Atlantik liegt man Miike Snow zu Füßen. Nach Monaten extensiven Tourens finden sich die Drei erneut im Studio ein. Der Nachfolger des erfolgreichen Debüts ist entgegen aller Stereotype kein angstbesetztes Druckalbum: "Wir waren begeistert, nach dem langen Touren wieder zurück ins Studio zu gehen, deshalb habe ich nie einen solchen Druck verspürt", erklärt Wyatt. So klingt es denn auch: Angereichert mit zahlreichen Effektspielereien bastelt die Band auf "Happy To You" in gewohnter Detailverliebtheit erneut besten Elektropop zusammen, leichtfüßig und auf den Punkt.

Neben der Arbeit am Zweitling bleibt auch noch genug Zeit, um zusammen mit Lykke Li, Peter, Bjorn And John und anderen Künstlern ein eigenes Label zu gründen: Ingrid, der Name eine Hommage an Ingrid Bergmann, ist Kreativkollektiv der skandinavischen Musikszene. Bei so vielen Projekten, in denen Miike Snow mitmischen, sei Britney und Co. geraten, sich erst einmal nach anderen Produzenten umzusehen.

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Miike Snow - Miike Snow: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2009 Miike Snow

Kritik von Christoph Dorner

Zwischen Britney Spears und Vampire Weekend: Ende des musikalischen Klassenkampfs. (0 Kommentare)

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