Porträt

laut.de-Biographie

Phil Collins

Sänger, Musiker, 500-facher Millionär, Songschreiber oder Produzent? Phil Collins ist alles gleichzeitig, und zwar in Perfektion. Vielleicht liegt es daran, dass ihn viele alte Genesis-Fans nicht mögen, vor allem die Bewunderer des genial verschrobenen Peter Gabriel. Andere dagegen halten Philip David Charles Collins für einen der besten Drummer der Welt. Kaum einer setzt die Sticks so einfühlsam ein, keiner kann solche Spannungsbögen erzeugen.

Vorchecking: Ssio, Bloc Party, Sia
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Außerdem ab Freitag in den Plattenläden: Avantasia, Turbostaat, Get Well Soon, Phil Collins, Dream Theater, Megadeth, Danko Jones etc.
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Doch vor langer, langer Zeit war Phil Collins ein ganz normaler Junge aus Chiswick, London. Geboren am 30. Januar 1951, bekommt er sein erstes Kinder-Schlagzeug mit gerade einmal fünf Jahren. Damit ist es um ihn geschehen. Er hat die Musik und vor allem die Drumsticks für sich entdeckt. Mit zwölf bekommt er ein richtiges professionelles Drumkit und spielt fortan vor dem Spiegel oder vor dem Fernseher zu jeder Musik, die ihm an die Lauscher dringt.

Später besucht er eine 'Stage School' und spielt schon bald im Londoner West End im Musical "Oliver". Zur gleichen Zeit gründet er seine erste eigene Band The Real Thing. Er nimmt jede Chance wahr, irgendwo das Schlagzeug zu bedienen, und tritt einer Band mit dem Namen The Freeholdafter bei. Als einziger, der sich auf deren Anzeige im Melody Maker meldet, nimmt er zusammen mit seinen Band-Kollegen schon bald ihr Debüt "Lying, Crying, Dying" auf.

Mit dem befreundeten Gitarristen Ronnie Caryl spielt Phil Collins ein Album mit dem Titel "Ark II" ein und absolviert einen umjubelten Gig im London Planetarium. Die Kritiken lesen sich gut, um die Chemie innerhalb der Band jedoch steht es schlecht. "Musikalische Differenzen" bringen die Formation auseinander. Collins sieht sich gezwungen, eine weitere Melody Maker-Anzeige zu beantworten. Dieses Mal eine von einer jungen, sich abmühenden Gruppe namens Genesis.

Genesis sind zu diesem Zeitpunkt schon kreuz und quer durchs Land getingelt, ohne dabei große Erfolge zu verzeichnen. Als schließlich auch noch Gitarrist Anthony Phillips aussteigt, sieht es um die Zukunft der Musiker nicht besonders rosig aus. Sie entscheiden sich zu einem Drummer-Wechsel und laden Collins zum Vorspielen in das Haus von Peter Gabriels Eltern ein.

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Er überzeugt mit seinen Dresch-Künsten rasch und gehört ab sofort dazu. Die Vierer-Combo spürt schnell, dass der Mann hinter den Drums eine ganz neue Komponente in die Band bringt. Keyboarder Tony Banks spricht es aus: "Er war bei weitem der beste Musiker in der Band.

In den nächsten fünf Jahren spielt Phil Collins Schlagzeug, singt, schreibt, arrangiert Songs und verhilft Genesis zu ihrem kommerziellen Erfolg. Während dieser Zeit ist er trotz seiner zahlreichen Genesis-Verpflichtungen auch noch Mitglied bei den Jazz-Rockern Brand X, mit denen er verschiedene Alben aufnimmt.

Peter Gabriel verlässt Genesis 1975. Ab dem Moment übernimmt Collins das Mikrofon. Bei den Erfolgsalben "A Trick Of The Tail" und "Wind And Wuthering" übernimmt er einen Teil des Songwritings. Sein Talent ist so deutlich erkennbar, dass ihn Peter Gabriel 1980 für die Aufnahmen zu seinem dritten Soloalbum "Peter Gabriel 3" anheuert.

Anschließend macht sich Collins an die Arbeit zu seinem ersten musikalischen Alleingang mit dem Titel "Face Value". Darauf findet sich der 1981-er Kassenschlager "In The Air Tonight". Die Single steigt auf Platz zwei, das Album sogar auf Platz eins in die UK-Charts ein. Weitere Erfolge feiert er mit den folgenden Solo-Alben "Hello, I Must Be Going" und "No Jacket Required". Auf ersterem: ein Cover des Supremes-Klassikers "You Can't Hurry Love", Collins erster Nummer-eins-Hit.

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Über seine Solokarriere, unterschätzte Songs und das Ende des Ruhestands.

Genesis geben offiziell bekannt, dass sie sich trotz Phil Collins' Solo-Erfolg nicht trennen wollen. Tatsächlich kommen die Band-Mitglieder 1991 für ihren Best-Seller "We Can't Dance" noch einmal zusammen. Allerdings geben sie fünf Jahre später doch ihre Auflösung zu Protokoll. Diese Entscheidung ändert zunächst aber nichts an Collins' konstanten Verkaufszahlen.

Ende der 90er bleibt Collins vor allem mit seinen Komposition der Film-Soundtracks von "Tarzan" und "Brother Bear" präsent. Seine neu entflammte Liebe zur Filmmusik bestätigt vor allem "Tarzan" aus dem Jahr 1999, für dessen Musik er mit Oscar, Grammy und Golden Globe ausgezeichnet wird. Auf dem Soundtrack zum Disney-Zeichentrickfilm singt er übrigens erstmals auf Deutsch.

Im Jahr 2004 versetzt er seinen Fans einen Schock: Collins kündigt seine letzte Live-Tour an. Doch schon bald wird klar, dass es der kleine Brite nicht allzu ernst meint. Auf den Tickets zur "First Final (?) Farewell Tour" ist das Fragezeichen mit Bedacht platziert. All denjenigen, die ihn nicht mehr live erleben konnten, bietet Collins mit der Doppel-DVD zur Tour eine mustergültige, sechs Stunden dauernde Heimunterhaltung der Extraklasse. Im Frühjahr 2008 bestätigt Collins sein Karriere-Ende. Er habe keine weiteren musikalischen Aktivitäten geplant.

Doch zuvor ist noch ein anderer Abschied fällig: Im Herbst 2006 kündigen Genesis noch einmal eine große Reunion-Tour an. Mitte Juni 2007 geben Phil Collins, Mike Rutherford und Tony Banks, begleitet von zwei weiteren Musikern, vor etwa 35.000 Zuschauern in Helsinki ihr erstes Konzert seit 15 Jahren, bevor sie für acht Auftritte nach Deutschland kommen. Auch diese Tour wird in Form einer Live-DVD zweitverwertet und zeigt: Phil Collins hat es immer noch drauf.

Der Weltstar kämpft jedoch mit gesundheitlichen Problemen. 2009 unterzieht sich Collins einer Operation an der Halswirbelsäule, woraufhin er ein Taubheitsgefühl in den Fingern bekommt. Er kündigt an, die Drumsticks an den Nagel zu hängen und live nicht mehr auftreten zu wollen. Mit Musik ist deswegen aber nicht Schluss: "Going Back" erscheint 2010 und widmet sich den Motown-Künstlern der Sechziger Jahre.

Das Tribute-Album sollte zunächst sein letztes Werk bleiben. 2011 gibt Phil Collins das Ende seiner Karriere als Musiker bekannt. Die Presse berichtet, seine angeschlagene Gesundheit liefere den Grund für sein Ausscheiden, was Collins jedoch dementiert. Er wolle mehr Zeit für seine Kinder aufbringen und der Vaterrolle mehr Platz geben.

Nach vier Jahren abseits des Rampenlichts verkündet der Frührentner 2015 allerdings, aus dem Ruhestand zurückkehren zu wollen. Für 2016 plant er sein musikalisches Comeback. Noch vorher erscheint eine umfassende Neuauflage seiner Solo-Diskografie mit dem Titel "Take A Look At Me Now!". Collins, der mittlerweile sehr reflektiert mit seinem Lebenswerk umgeht, hält es nicht aus, lange still zu sitzen.

Nur eine Gabe bleibt dem Mann, der so eben in der Concorde über den Atlantik fliegt, um beim Live-Aid zweimal auftreten zu können, versagt. Wie er selbst sagt: "I Can't Dance".

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Phil Collins - Going Back: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2010 Going Back

Kritik von Ulf Kubanke

Vom Artrock und Pop zurück zu den Motown-Klassikern. (0 Kommentare)

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