Porträt

laut.de-Biographie

MGMT

Das Internet und besonders das interaktive Element des Web 2.0 haben schon einige Musikerkarrieren angeschoben. Dennoch garantiert ein virtuelles Lauffeuer alleine noch keine hohen Verkaufszahlen. Das wichtigste Marketingwerkzeug, so scheint es, ist 2008 immer noch ganz ähnlich jenem des Jahres 1978, die Mund-zu-Mund-Propaganda. So sieht es nicht nur Produzentenlegende und Sony Music-Spürnase Rick Rubin, sondern auch die New Yorker Band MGMT.

Als Ben Goldwasser und Andrew Van Wyngarden im Jahr 2002 erstmals zusammen musizieren, sind sie von einem Hype noch meilenweit entfernt. Das Duo trifft sich zunächst auf dem Campus der Weleyan University in Middleton im Staat Connecticut. Sie hängen zusammen ab, spielen sich ihre Lieblingsbands vor und entdecken eine gemeinsame Vorliebe für Mystik sowie eine ähnliche Humorebene.

Mit ihrem späteren Sound haben die ersten Auftritte unter dem Namen The Management wenig gemeinsam. Goldwasser und Van Wyngarden spielen 15-minütige Performance-Shows, in denen in erster Linie Lärm und Gestik zählt. Die rein elektronischen Arrangements aus Mischpult und Computern, verbunden mit Radiotönen und Tapedeck-Schleifen erzeugen noch keinen Szene-Alarm.

Bald selbst von diesem Konzept ermüdet, experimentiert das Duo weiter. Ein Ventil: Alle neu komponierten Songs ohne ewiges Proben sofort auf die Bühne bringen. Dabei die Intention weiter verfolgen, Leute zu irritieren.

"Viele haben das gehasst", erinnert sich die Band später. "Einige Songs schrieben wir nur, weil wir lernen wollten, wie man besonders schlecht in einem bestimmten Genre ist. Plötzlich begannen die Leute den Song zu mögen, weil sie das Genre mochten."

Zu dieser Gruppe zählen einige Studenten der New York University, die Nägel mit Köpfen machen und für die Band ein Label gründen: Cantora Records. Dort erscheint im Juni 2005 die EP "Time To Pretend", auf der auch der spätere Albumtrack "Kids" verzeichnet ist.

Im Umkreis erspielen sich MGMT allmählich einen festen Fanstamm und per E-Mail trudeln immer mehr Lobpreisungen aus den entferntesten Winkeln des Landes ein, in denen MGMT-Songs über unzählige Blogzirkel mittlerweile gelandet sind.

Als man dann ins Vorprogramm von Of Montreal geladen wird, meldet sich schließlich ein Talentscout von Sony (nein, nicht der große Rick Rubin!). Die anfängliche Skepsis des Duos hinsichtlich eines Majordeals verfliegt schnell, als deutlich wird, dass der Konzern nicht beabsichtigt, in dem über vier Alben dotierten, sechsstelligen Vertrag die Klausel der kreativen Freiheit zu streichen.

Konnten sich Goldwasser und Andrew Van Wyngarden wenige Monate zuvor noch nicht einmal vorstellen, ein ganzes Album aufzunehmen, stand plötzlich ein Karriere-Plan ins Haus. Doch die schrägen Vögel lecken Blut, zumal mit Flaming Lips-Produzent Dave Fridmann eine Art Bruder im Geiste auf der Kooperationsliste steht.

Bis das Debütalbum "Oracular Spectacular" im Januar 2008 offiziell in den USA erhältlich ist, spielen die Jungs noch einige Gigs, zum Beispiel auf der texanischen Branchenmesse SXSW, wo u.a. Mitglieder der Kings Of Leon, der Von Bondies und der Wombats das Phänomen begutachten.

Noch vor dem Nachfolgerelease "Congratulations" sackt das Duo 2010 zwei Grammy-Nominierungen ein. Paul McCartney outet sich als Fan, Touren, Festivals und Auftritte in den einschlägigen Late Night-Talks der USA stehen ebenfalls auf dem Programm. Unter anderem in Buffalo, New York entsteht der Drittling "MGMT", der im Juni 2013 erscheint.

Dass der schrille Electro Glam-Pop der Band nun auch in allen Winkeln der westlichen Welt veröffentlicht wird, ist für die Band kein Widerspruch zum eigenen Kunstverständnis. "Was bedeutet denn der Begriff Indie?", fragt etwa Van Wyngarden. "Die meisten Indielabels gehören heute sowieso Majorfirmen. Wir sind jetzt auf einem großen Label, aber wir klingen deshalb nicht wie Kelly Clarkson und wir verheimlichen das auch nicht. Vielleicht sind wir 'The New Alternative'". "Oracular Spectacular" erscheint hierzulande am 2. Mai.

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MGMT - MGMT: Album-Cover
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2013 MGMT

Kritik von Anne Nußbaum

Irrwitzige Geisterfahrten auf der drogeninduzierten Achterbahn. (0 Kommentare)

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Live im Stahlwerk 2010 Die Indierocker live in Düsseldorf.

Die Indierocker live in Düsseldorf., Live im Stahlwerk 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die Indierocker live in Düsseldorf., Live im Stahlwerk 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die Indierocker live in Düsseldorf., Live im Stahlwerk 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die Indierocker live in Düsseldorf., Live im Stahlwerk 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die Indierocker live in Düsseldorf., Live im Stahlwerk 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die Indierocker live in Düsseldorf., Live im Stahlwerk 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die Indierocker live in Düsseldorf., Live im Stahlwerk 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die Indierocker live in Düsseldorf., Live im Stahlwerk 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die Indierocker live in Düsseldorf., Live im Stahlwerk 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die Indierocker live in Düsseldorf., Live im Stahlwerk 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die Indierocker live in Düsseldorf., Live im Stahlwerk 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die Indierocker live in Düsseldorf., Live im Stahlwerk 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Die Indierocker live in Düsseldorf., Live im Stahlwerk 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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