Porträt

laut.de-Biographie

Matt Ward

Nach einem Konzert von Giant Sand bekommt deren Mastermind Howe Gelb eine Kassette in die Hand gedrückt. "Not since Grandaddy have I ever been so charmed by an unknown collection of tunes and their display," wird er später darüber schreiben und den Autor, Matt Ward, als ersten externen Künstler bei seinem eigenen Label 0w 0m Records unter Vertrag nehmen.

M. Ward - More Rain
M. Ward More Rain
So verträumt und entspannt hat er schon lange nicht mehr geklungen.
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Vor der Veröffentlichung von "Duet For Guitars #2" im Jahr 2000 ist Ward so gut wie unbekannt, aber kein musikalisch unbeschriebenes Blatt mehr: Ein paar Jahre davor hatte er mit der Band Rodriguez unter Anleitung von Jason Lytle (Grandaddy) mit "Swing Like A Metronome" eine Platte aufgenommen, die es in den Indie-Vertrieb schaffte.

1973 Jahre in Ventura County, Kalifornien geboren, zieht er nach dem Rodriguez-Album nach Chicago, wo er einige Songs mit einem 4-Track-Recorder aufnimmt. Mit dem Ergebnis in der Tasche geht es weiter nach Oregon, erst Seattle, dann Portland, wo es zu der Übergabe an Gelb kommt.

"Duet For Guitars #2," im wesentlich bestehend aus akustischer Gitarre und seiner hohen, leisen Stimme, bringt ihm Vergleiche mit Neil Young und Will Oldham ein. Die Kritiker, die sie zu hören bekommen, reagieren positiv. "Low-Key Folk-Rocker" lautet eine zutreffende Definition; neben den poetisch orientierten Lyrics ist es vor allem sein hintergründiges, klassisch anmutendes und recht virtuoses Gitarrenspiel, das Eindruck macht.

Von großem Erfolg kann natürlich nicht die Rede sein, doch verschafft ihm die künstlerische Nähe zu Gelb auch in Europa eine gewisse Beachtung.

Nach mehreren Mitarbeiten bei Tribute-Alben erscheint 2001 das Album "End Of Amnesia". Ward befasst sich darauf mit Träumen und Erinnerungen, nicht nur auf textueller, sondern auch auf musikalischer Ebene. Ein ehrgeiziges und durchaus hörbares Projekt, wie auch "Transfiguration Of Vincent"(2003). Das Thema ist diesmal die Suche nach Liebe, die in einer Coverversion von David Bowies "Let's Dance" ihre Erfüllung findet.

Der Titel von "Transistor Radio" (2005) sei Programm, meint Ward, der die Bandbreite der Songs mit der eines Radioprogramms beschreibt. Neben Eigenkompositionen finden sich auf der Platte auch wieder Coverversionen, darunter "You Still Believe In Me", dessen Original von den Beach Boys stammt. Gastmusiker wie Vic Chesnut, John Parish oder Jenny Lewis runden das gelungene Album ab. Beim Solo-Debüt von Jenny Lewis (Rilo Kiley) fungiert Ward als Co-Produzent.

Nach "Post-War" (2006), das sich am Sound der amerikanischen Nachkriegsmusik orientiert, startet Ward mit der Schauspielerin Zooey Deschanel das Duo She & Him, bei dem er die Musik zu ihren Texten beisteuert. Damit ist er in den folgenden Jahren ebenso erfolgreich wie mit Monsters Of Folk, das er mit Jim James von My Morning Jacket und Conor Oberst betreibt.

An Touren, gemeinsamen Alben und Fremdproduktionen leidet die Solokarriere nicht, auch wenn die Abstände zwischen den Alben wachsen. Auf "Hold Time" (2009) folgen "A Wasteland Companion" (2012), das es in den USA auf Platz 21 der Charts schafft, und "More Rain" (2016).

An der Entstehung hat sich dabei über all die Jahre nichts geändert: Ward nimmt rein analog auf, die ersten Entwürfe hält er auf jenem 4-Track-Recorder fest, den er seit seiner Jugend besitzt.

Alben

M. Ward - More Rain: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2016 More Rain

Kritik von Giuliano Benassi

So verträumt und entspannt hat er schon lange nicht mehr geklungen. (0 Kommentare)

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