Porträt

laut.de-Biographie

LX

Das Deutschrap-Genre schreibt Geschichte. Im Juni 2015 titelt das Boulevardblatt mit den vier Buchstaben: "So deutsch waren die Charts noch nie!" Erstmals debütieren gleichzeitig vier Rapacts in den Top 10: KC Rebell, Marsimoto, Celo & Abdi und LX & Maxwell.

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Der Gangstarap des Hamburger Duos LX & Maxwell, das sich 2013 kennenlernt, macht dabei eigentlich nichts anders als die Kollegen. Schließlich entstammen die beiden dem hanseatischen Straßenrap-Kollektiv 187 Strassenbande.

Dementsprechend ist ihr Debüt "Obststand" (Label: Auf!Keinen!Fall!) die absehbare Fiese-Jungen-Musik, die gezielt auf schwer erziehbar macht. "Ein Code, eine Zahl, eine Gang, ein Verein", eröffnet 187-Zögling Gzuz die LP. Wie Gzuz startet übrigens auch Alex alias LX im Jahr 2006 als MC aus der Plattenbausiedlung Richtung Erfolgsstraße durch.

LX' "Hamburg West Ghetto Rap" zerrt dabei vom üblichen eindimensionalen Genrejargon: Marihuana, Frauen, illegale Geschäfte und Gewalt eben. Andererseits: Wer würde das einem aufstrebenden Rapper in den 2010ern nicht nachsehen? Die Charts liegen LX, Maxwell, der 187 Strassenbande und genannten weiteren Rapacts doch zu Füßen.

Außerdem scheint die Musik in LX' Fall nicht ausschließlich Geldmaschine, sondern auch Lebensretter nach einer zerrütteten Adoleszenz zu sein. Bevor 187-Boss Bonez MC ihn ins Kollektiv holt, lebt LX einige Jahre ohne festen Wohnsitz, hat diverse Ausbildungen abgebrochen, handelt mit Drogen, hat Ärger mit dem Arbeitsamt und betrachtet sein Leben bereits als vorzeitig gescheitert.

Doch anstelle weiter auf die Selbstrettung durch regelmäßige Arbeit und geordnete Verhältnisse zuzusteuern, macht LX kehrt: "Ich habe dann einfach auf alles geschissen, weiter gekifft, meinen Willen bekommen, und am Ende war das eine richtig gute Sache. Rappen ist für mich die einzige Perspektive, die ich habe. Außer Rap habe ich gar nichts, was Sinn macht."

Allzu lange hat LX aber doch keine Freude am Charterfolg: Knapp einen Monat nach der Albumveröffentlichung wandert er erst einmal wegen - wie er selbst im Telefoninterview zusammenfasst - "mehreren Gewaltdelikten" hinter Gitter.

Sein böser Blick, mit dem LX auf Fotos stets seinem Pitbull Konkurrenz macht, hilft ihm dort vielleicht wie schon Veysel oder Xatar, seinen Platz in der Gefängnis-Hackordnung zu sichern. Den Zellennachbarn fällt der Hamburger wiederum vor allem mit Superstars wie Dr. Dre, Eminem und 50 Cent auf den Geist.

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