Porträt

laut.de-Biographie

Kool DJ GQ

Der Fluch des DJs: Jeder kennt den Kerl am Mikrofon - doch kaum jemand achtet auf den Mann hinter den Plattentellern. Jeder kennt Curse - und das zurecht! Doch wer weiß schon, wer dem Mindener seit 1999 den Rücken freihält? Na? Zeit, diesen Umstand zu ändern.

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Kool DJ GQ, Jahrgang 1975, verfällt Ende der 80er Jahre dem Hip Hop – die klassische Zeit für einen Einstieg. Bis er sich, inspiriert von einem ortsansässigen DJ, die ersten Plattenspieler zulegt, vergehen drei Jahre. Wie sich zeigen wird: eine gute Investition.

Wenig später kreuzen bei einem Konzert der Anarchist Academy im Düsseldorfer Dschungel Mace Ventura und Radio P. seinen Weg. Eine gemeinsame Freestyle-Session bildet den Anfang: 1993 formieren sich die drei zur Underground Source, kurz UGS.

Die ersten Tracks entstehen im Herbst des gleichen Jahres. Allerdings erweist sich die technische Ausrüstung als wenig zufriedenstellend. Die Sparschweine fallen einem Schlachtfest zum Opfer: Man investiert zunächst einmal in ordentliches Equipment. Während Mace Ventura und Radio P. durch die Lande ziehen, um den Bandnamen in die Geschichte zu tätowieren, feilt GQ an seinen Routinen und macht sich einen Namen als DJ.

Damit ist es allerdings noch lange nicht genug. GQ mischt ab 1996 als Beatbastler mit. Unter seiner Regie entsteht 1998 das "Soulpower"-Demotape, das UGS in Kontakt mit MZEE Records bringt. Nicht ohne Folgen: Die UGS-Debüt-EP "Dealirium" erscheint kurz darauf. Bis zum Album "Kaffee & Kuchen" dauert es etwas länger (2001). UGS arbeiten unter anderem mit den Lyroholika und Doppel A zusammen und kollaborieren (gemeinsam mit Torch) mit Creme Dela Creme.

GQ ist mit einem Projekt alles andere als ausgelastet und fährt mehrgleisig. 1998 gründet er mit DJ Lifeforce (Beatz aus der Bude), DJ Cabite und DJ Back-Q eines der ersten deutschen DJ-Teams überhaupt. Die Steel Rockaz absolvieren diverse Turntablism-Live-Shows und treten in Hamburg bei der ITF Eastern Hemisphere Battle gegen die Phaderheadz aus Berlin und die Scratch Perverts aus London an.

Kool DJ GQ - Birth Of Kool Aktuelles Album
Kool DJ GQ Birth Of Kool
Curses DJ ruft, und alle sind sie gekommen.

Andere Künstler greifen gerne und oft auf GQs Producer-Talent zurück. Er produziert Beats für Curse, Italo Reno & Germany, Olli Banjo, Pal One, Nosliw und Fiva MC. Auf dem ersten deutschen DJ-Sampler "Universal DJ Invasion" ist GQ selbstverständlich mit von der Partie.

Die Kollaboration, die ihn bekannt machen soll, beginnt 1999: Auf einer Tour mit der Firma vertritt er den DJ von Curse - und bleibt als sein Bühnenpartner an dessen Turntables hängen. Bis 2006 haben die beiden fünf Tourneen und unzählige Liveauftritte in Deutschland, Österreich und der Schweiz hinter sich und stehen bei praktisch jedem größeren Festival gemeinsam auf der Bühne.

GQ ruht sich in der Position als "Curses DJ" keineswegs aus. Er tourt mit seiner Mischung aus Hip Hop-Klassikern und aktuellem Material auch solo durch die Clubs, residiert im Mainzer 50 Grad und - im Team mit Lifeforce, mit dem er Showcases an vier Turntables zelebriert - im Getaway in Solingen. 2004 nimmt zudem eine intensive Zusammenarbeit mit DJ Kitsune, Azads Tour-DJ, ihren Anfang. Gemeinsam rocken sie regelmäßig die Hütte im Frankfurter Unity.

Für sein Solo-Debüt "Birth Of Kool" (März 2006) nutzt GQ die über die Jahre gewachsenen Kontakte und fährt eine wahre Armee hochkarätiger MCs auf. Mit von der Partie sind Curse, Dendemann, Nosliw und Aphroe (RAG), Jonesmann, Italo Reno & Germany, Azad, Kool Savas & Ercandize, die Schweizer Taz & Greis, Grand Agent und einige mehr. Die Qualität am Mic spricht für das Talent des Produzenten: Jeder tut, was er am besten kann, und GQ hat - von der Rockgitarre über Synthetisches bis hin zum melancholischen Piano - stets den passenden Beat dazu.

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