Porträt

laut.de-Biographie

Jakob Dylan

Wie der Vater, so der Sohn, lautet ein in vielen Sprachen verbreitetes Sprichwort. Kommt es in der Wirtschaft, den Wissenschaften oder der Politik nicht selten vor, dass Kinder in die Fußstapfen ihrer Eltern treten, ist es in den Künsten eher die Ausnahme. Als Faustregel gilt: Je berühmter das Elternteil, desto schwerer wird es für den Nachwuchs. Mit dem Druck von Zuhörern, Labels und nicht zuletzt der Medien konfrontiert, scheitern die meisten an den nicht erfüllbaren Erwartungen, denen sie sich ausgesetzt fühlen. Ein Beispiel für alle: Julian Lennon.

Jakob Dylan - Seeing Things Aktuelles Album
Jakob Dylan Seeing Things
Rick Rubin produziert das Solodebüt des Wallflower-Sängers.

Eine der wenigen Ausnahmen bildet Jakob Dylan. 1969 als viertes Kind von Bob und seiner ersten Frau Sara in New York geboren, wächst er in behüteten Verhältnissen auf, da sein Vater die Familie so gut wie möglich von der Öffentlichkeit abschottet. Informationen über seine Privatsphäre sind spärlich gesät, da Dylans Sohn – ähnlich wie sein Vater – nicht über Familienangelegenheiten spricht.

Nach der Scheidung seiner Eltern 1977 zieht er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern nach Los Angeles, wobei der Kontakt zum Erzeuger nie abbricht. "Mann und Frau sind gescheitert, Vater und Mutter nicht", erzählt dieser in einem seltenen Interview. 1992 heiratet Jakob seine Jugendliebe, die Schauspielerin Nicole Paige Denny. Gemeinsam haben sie vier Kinder.

Fest steht, dass Jakob Dylan, der 1989 zum ersten Mal mit seiner Band The Wallflowers in Los Angeles auftritt, wohl auch dank seines Namens einen Plattenvertrag erhält. Dass er nicht auf schnellen Erfolg aus ist, beweist der Umstand, dass der Durchbruch erst 1996 mit dem zweiten Album "Bringing Down The Horse" gelingt. Kommerziell gesehen ist die Band damit weitaus erfolgreicher als der verschrobene wie vergötterte Daddy, über den der Sohn in Interviews nur ungern und wenn dann ausweichend spricht. Er möchte als eigenständiger Musiker betrachtet werden, so seine Begründung.

So hält er tatsächlich den großen Druck von seiner Person fern, wobei die häufigen Personalwechsel bei den Wallflowers darauf hinweisen, dass er der eigentliche Boss der Band ist. Nachdem im neuen Jahrtausend der kommerzielle Erfolg stark nachlässt und die Band nach einer letzten Konzertreise 2007 faktisch nicht mehr existiert, geht Dylan mit Produzent T-Bone Burnett auf Tour.

Während er alte Stücke seiner Band mit einer Akustikgitarre vorträgt, stellt er fest, dass ihm die ursprüngliche Mitteilungsform seines Vaters liegt. Schließlich beschließt er, aus dessen Schatten zu treten. "Seeing Things", sein Debüt unter eigenem Namen, erscheint bei Columbia im Juni 2008. Der Produzent des Albums ist fast so legendär wie sein Vater: Rick Rubin.

Alben

Jakob Dylan - Seeing Things: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2008 Seeing Things

Kritik von Giuliano Benassi

Rick Rubin produziert das Solodebüt des Wallflower-Sängers. (0 Kommentare)

Videos

Evil Is Alive And Well
  • Offizielle Seite

    Flashig, vom Label.

    http://www.jakobdylan.com
  • MySpace

    Mit Sounds und Videos.

    http://www.myspace.com/jakobdylan

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