Porträt

laut.de-Biographie

Sport

Wenn man Felix Müller, Christian Smukal und Andreas Künnecke so auf die Bühne tapsen sieht, würde man nie im Leben auf die Idee kommen, dass die Band sich kurz und knapp Sport nennt. Nach Leistungskurs Körperbetätigung sehen sie nämlich nicht aus, eher nach Langzeitstudium und sportiver Arbeitsverweigerung. Aber so ist das nun einmal im Pop. Slut sind ja auch in Wahrzeit züchtig-brave Jungs aus Bayern, die Queens Of The Stone Age weder weiblich noch steinalt oder gar königstreu.

Sport spielen jedoch nicht nur beim Namen, sondern auch bei Herkunft und Sound mit Gegensätzen. Das Trio kommt aus der Hansestadt Hamburg. Erste Assoziation: Hamburger Schule, was gar nicht so falsch, aber auch keineswegs richtig ist. Zwar spielt Kapitän Felix Müller hauptberuflich Gitarre bei Kante, Blumfelds Nachfahren in Jazz. Mit Sport will er jedoch ganz woanders hin. Zurück in die neunziger Jahre, zu den lärmenden Tocotronic, aber vor allem hin zu amerikanischem Grunge, Indierock und unverhohlenem Muckertum: Kyuss, Built To Spill, Mudhoney.

So ganz kann der schmächtige Ex-Student Müller dann aber doch nicht aus seiner Haut. Denn zwischen all der erzeugten Gitarrenwucht schimmert immer auch ein Fünkchen melancholischer Pop durch die Sport-Songs. So wie bei "Ein Ende", einem kleinen Epos über die Schattenseiten der schönen, neuen Medienwelt. Das Stück ist auf dem in der Musikpresse durchweg gefeierten zweiten Album "Aufstieg Und Fall Der Gruppe Sport" zu finden, dass 2006 sicher auch das wuchtige Kante-Werk "Die Tiere Sind Unruhig" beeinflusst.

Bassläufe jagen durch den Verzerrer, schwere Riffs und Powerchords à la Foo Fighters gesellen sich hinzu, nicht zu vergessen natürlich die Textfindung der Hamburger Schule. Diese Band meint Breitbeinig und Akademisch zugleich. Ein Spagat, bei dem man nur sagen kann: sportlich, sportlich.

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