Porträt

laut.de-Biographie

Inspectah Deck

Vom Geheimtipp zum "Rhyme Of The Month" in der Source und zurück zum Geheimtipp: Wu-Tang-Mitglied Inspektah Deck bleibt neben charismatischen Stars wie Method Man oder Ol' Dirty Bastard immer etwas blass. Auch die Gangsta-Styles eines Ghostface Killah oder Raekwon sind nicht sein Ding.

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Der Rebel fühlt sich mehr zu den ruhigeren Wu-Vertretern wie GZA oder Masta Killa hingezogen. Im Clan-Gefüge verkörpert er als Flowmaster und Freestyler den Underground-Hip Hop. Mitte der Neunziger ist er "The Rebel That Make More Noise Than Heavy Metal".

Doch im neuen Jahrtausend wird es ruhig um den Clan-Bruder. Außer Spesen für die Alben "The W" und "Iron Flag": nichts gewesen.

Dabei dominiert Jason Hunter aka Inspectah Deck aka Rebel INS aka Rollie Fingers aka 5th Brother bereits auf dem legendären 93er Clan-Debüt "Enter The Wu-Tang (36 Chambers)" (man höre seinen Part auf "C.R.E.A.M"). Sein für 1994 angekündigtes Soloalbum muss jedoch den Kollegen Raekwon, Method Man und GZA weichen.

Es folgen Features bei Gang Starr, 7L And Esoteric, Pete Rock, Tupac Shakur, Big Punisher und seinen Wu-Kollegen Raekwon und Ghostface Killah. Nicht wenige Fans vertreten die Meinung, dass Inspectah sie alle auf ihren jeweiligen Songs raptechnisch schlägt.

Erst für seinen Beitrag auf dem 97er "Wu-Tang Forever"-Opener "Triumph" erhält er die Aufmerksamkeit, die ihm gebührt. Der Rap-Part wird zum Ryhme Of The Month in der amerikanischen Hip Hop-Bibel The Source gekürt.

"I bomb atomically, Socrates philosophies and hypothesis can't define how I be droppin these. Mockeries, lyrically perform armed robbery. Flee with the lottery, possibly they spotted me ...", diese Zeilen kennt jeder Hip Hopper. Auf dem "Forever"-Werk tritt er auch zum ersten Mal als Produzent in Erscheinung.

Trotz aller Lobeshymnen droppt der Rebel erst 1999 in einer Phase sein Solodebüt "Uncontrolled Substance", als die Wu-Tang-Bewegung bereits merklich ins Stocken gerät. So fehlt dem Album die Klasse von GZAs "Liquid Swords" oder Raekwons "Only Built For Cuban Links", da Chefproduzent RZA die Finger von Decks Platte lässt.

Inspectah Deck - Manifesto
Inspectah Deck Manifesto
Wimmernde Streicher verleiden einem noch den knackigsten Bass.
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So findet die Scheibe trotz Beats von Pete Rock, Large Professor und 4th Disciple selbst unter Wu-Fans wenig Liebhaber. Einzig die Single "Rec Room" bleibt den Hip Hop-Headz positiv in den Gehörgängen hängen.

Nach den beiden Clan-Alben "The W" und "Iron Flag" wechselt Inspectah Deck wegen des Label-Debakels mit Loud Records zum größten Indielabel Koch Entertainment. Dort erscheint im Sommer 2003 sein zweites Soloalbum "The Movement". Wiederum ohne RZA und weitere Clan-Features.

Da selbst der Wu-Hype der Schnelllebigkeit des Rapgames Tribut zollt, wird es in den kommenden drei Jahren still um Rebel INS. Erst im Jahre 2006 wagt er mit "The Resident Patient" wieder einen Versuch, der jedoch offensichtlicher Mittelmäßigkeit wegen vollkommen unbeachtet bleibt.

Was als "The Resident Patient 2" vorgesehen war, findet 2008 vorzeitig seinen Weg ins Internet. In einem Interview bezeichnet Deck später "Manifesto" als legitime Fortsetzung des Vorgängers. Dieses - sein viertes - Soloalbum erscheint im Frühjahr 2010.

Trotz geteilter Reaktionen auf seine Solo-Aktivitäten zeigt er sich darauf ungebrochen selbstbewusst: "Hip hop is falling apart / Deck, he's the glue."

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Inspectah Deck - Manifesto: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2010 Manifesto

Kritik von Dani Fromm

Wimmernde Streicher verleiden einem noch den knackigsten Bass. (0 Kommentare)

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