Porträt

laut.de-Biographie

GZA

Gary Grice aka The Genius und weltweit bekannt als der Gza ist das dienstälteste Mitglied des mächtigen Wu-Tang Clans. Kein Wunder, kickt er doch bereits seit 1978 seine Reime. Aufgewachsen in Staten Island verspürt der junge Gary schon früh eine starke Affinität zu Brooklyn, denn dort weilen zur der Zeit die Meister am Mic wie Krs-One oder Big Daddy Kane. Mit seinen Cousins Rza und ODB gründet er dann die Gruppe "All In Together Now". Von ODB bekommt er damals den Namen The Genius verpasst. Die ersten ernsthaften Schritte im Rapgame geht der Genius aber alleine, denn ohne seine Verwandten veröffentlicht er die funkige Single "Come Do Me" bei Reprise Records. Zu dieser Zeit - so will es die Legende - soll es auch immer wieder zu lockeren Battles unter anderem mit einem gewissen Jay-Z gekommen sein, die nicht zu Gunsten des noch blutjungen Jiggaman ausgehen. Zur Ehrenrettung hält der Gza aber heuer sehr große Stücke auf den Roc-A-Fella-Chef.

Über ein Jahrzehnt später wird er übrigens auf dem Bobby Digitial-Track "Do You" die alten Zeiten Revue passieren lassen. Doch bevor es soweit ist, nimmt ihn erstmal Cold Chillin 1989 unter Vertrag, und nach zwei Jahren steht sein Debut "Words Of The Genius" in den Läden.

Die Texte siedeln sich im sozialkritischen Bereich an. Der Sound von Old Schooler Easy Mo Bee groovt straight ohne Schnörkel, erreicht aber nicht die spätere Wu-Deepness. Als Anspieltipp gilt der Kracher "Pass The Bone". Die Scheibe floppt jedoch und die Plattenfirma Tommy Boy fordert vom Gza Stücke im Stile von Naughty By Natures O.P.P.-Hit. Da passt es dem Genius ganz gut in den Kram, dass der Rza nach ähnlich schlechten Erfahrungen ebenfalls einen dicken Klumpen auf die Industrie setzt und mit Verwandten und Freunden den Wu-Tang Clan gründet.

Der Rest ist Hip Hop-Geschichte. Das Debut "Enter The 36 Chambers" des Clans wird zum All Time-Klassiker, und die Wutang-Gemeinde zur einflussreichsten Rapgruppe ever. Der Gza fällt neben diverser Strophen besonders mit dem Solotrack "Clan In Da Front" auf. Auch die legendäre Animation "Niggaz on the left, brag shit to death/Hoods on the right, wild for the night/Punks in the back, c'mon and attract to Clan in da front, let your feet stomp" geht auf sein Konto.

Durch den Erfolg begünstigt, setzt der Rza beim Sonylabel Loud einen einmaligen Deal durch. Während der Clan als Gruppe bei Loud bleibt, dürfen die einzelnen Mitglieder unabhängige Soloverträge bei anderen Plattenfirmen unterschreiben. Der Gza wählt für seine Zwecke Geffen Records. Nach den weltweit begeistert aufgenommenen Platten von Method Man, ODB und Raekwon erscheint 1995 dann sein zweites Album "Liquod Swords" und setzt Maßstäbe. Dunkle Kung-Fu-Samples und der düstere Sound des Rza sorgen für eine intensive Atmosphäre, in der sich der Gza als Battlerapper ("Duell Of The Iron Mic"), gegen die Industrie ("Labels"), im Storytellinstyle ("Life Of A Drug Dealer") und als Philosoph ("Bible") voll entfalten kann. Mit seinem messerscharfen, aber relaxten Flow belegt er für sich die vierte Kammer ("4th Chamber") in den 36 Zimmern des Clans.

Das Werk verkauft sich allein in den USA über eine Million mal - eine erstaunliche Zahl für ein Werk ohne gesungene Soulhooks. Danach wird es um den Gza etwas ruhiger. Nur als Videoregisseur von "Shadowboxing" oder "Third World" tritt er in Erscheinung. Gastauftritte gibt es nicht, selbst bei seinen Wu-Kollegen macht er sich rar. 1996 weilt der Gza mit Killah Piest und DJ Mathematics in deutschen Landen und schürt die Hysterie auf eine neue Clanscheibe.

Ein Jahr später, der Hype hat mittlerweile seinen absoluten Höhepunkt erreicht, ist es dann endlich soweit: "Wutang Forever" steht in den Läden. Das Doppelalbum überfordert jedoch viele Headz, da es der Zeit meilenweit voraus scheint. Erst heute, fünf Jahre später, bekommt das Monument in Hip Hop-Kreisen die Anerkennung, die es verdient. Der Gza selbst hält sich mit seinen Beiträgen zur Platte ein wenig zurück. Doch auch in den nächsten Jahren, als der Wu-Boom so langsam aber sicher über den Zenit wandert, meldet sich das Rapgenie weder auf Vinyl noch sonst irgendwie zu Wort.

So dauert es vier Jahre bis zur dritten Soloscheibe "Beneath The Surface". Von vielen, wie zum Beispiel DCS' Schivv und der Juice, als beste Platte der Pre-Forever angesehen, erreicht das Werk aber nicht ganz das Level der "Liquod Swords". Zwar reimt der Gza himself wieder in lyrischer Höchstform, doch Nachwuchsproduzent Arabian Knight besitzt nicht die Genialität des Rza. Die Promotiontour führt den Genius dann auch wieder nach Deutschland. Dort lernt er DJ Tomekk kennen und nimmt mit ihm den Track "Ich lebe für Hip Hop" auf. Der Song mit Curse, Stieber Twins und Gza Protégee Prodical Sunn stürmt Ende 2000 die Top Ten der Media Control Charts.

Danach ist wieder der Clan an der Reihe. Im Jahreszyklus erscheinen "The W" und "Iron Flag", auf denen sich der Gza dezent aber eindrucksvoll in Szene setzen kann.

Im Jahre 2002 steht dann langsam aber sicher das nächste Soloalbum vor der Tür. Einst angekündigt als "Above The Surface" trägt es jetzt den Arbeitstitel "Legend Of A Liquod Sword". Mit der Maxi "Fame" sorgt er via Westcoast-Beat im Sommer für eine kleine Überraschung. Der Song ist das Ende einer Trilogie, der auch die Tracks "Labels" vom Debut und "Publicity" vom Nachfolger "Beneath The Surface" angehören.

In der Folgezeit wird wieder einmal die Geduld der Fans auf die Probe gestellt. Nicht nur dass der geplante Auftritt beim Splash 2002 ins Wasser fällt, auch auf das nächste Album muss man drei Jahre warten – allerdings nicht umsonst. In Clan-Kreisen ist GZA dafür bekannt sich ordentlich Zeit für das Schreiben seiner Zeilen zu nehmen, was man dem konstant hohen lyrischen Niveau aber auch anmerkt. Folglich wird das 2005 veröffentlichte "Grandmasters", das in Zusammenarbeit mit DJ Muggs entsteht, von Kritikern gefeitert. Der kommerzielle Erfolg hält sich allerdings in Grenzen.

Nach weiteren Drei Jahren Pause erscheint das Compilation-Album "Protools". Dem etwas schwerfälligen Sound merkt man allerdings deutlich an, dass GZA langsam in die Jahre kommt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass er mittlerweile seit beachtlichen 30 Jahren im Rapgeschäft tätig ist.

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