Porträt

laut.de-Biographie

Das Racist

Je nüchterner man das Game betrachtet, desto komplizierter fällt vermutlich das Verhältnis zu Das Racist aus. Von den einen als nicht real und Joke-Rap abgetan, feiern die anderen das Trio aus Queens als die dringend benötigte frische Stimme im Hip Hop-Genre.

Die MCs Himanshu Suri (alias Heems) und Victor Vazquez (alias Kool A.D.) sowie Hype Man Ashok Kondabolu (alias Dapwell) verstehen sich wie wenige auf Alternative-Rap voll humoriger Anspielungen auf Popkultur und Gesellschaft, was sie überwiegend zu Kritikerlieblingen macht.

Der Rolling Stone feiert den Act genauso wie das Spin-Magazin, das das Debüt "Relax" 2011 zum viertbesten Rapalbum des Jahres wählt und die Jungs aufs Cover hievt. Auch einen Auftritt bei Late Night-Talker Conan O'Brien haben sie bereits absolviert. Selbst bezeichnen sich Das Racist als Dekonstruktionalisten.

"Wir machen keine Musik, die sofort gefällt", kommentiert MC Suri. "Wir experimentieren mit Thesen, Dadaismus, Wiederholungen. Wir machen Dance Music, während wir über non-dancey Dinge reden. Wir sagen Dinge, die oberflächlich betrachtet dämlich klingen können, aber dahinter verbirgt sich Paul Laurence Dunbar-Shit, der unsere Unzufriedenheit mit diversen Zuständen auf der Welt ausdrückt." So reflektiert die gehypte Premierensingle "Combination Pizza Hut And Taco Bell" auf YouTube (2008) auf sehr augenzwinkernde Art über die Konsumentenidentität im Corporate America.

Heems, Kool A.D. und Dap sehen sich also von Anfang an in Opposition zu den üblichen Stereotypen des Genres. Der Anfang, das ist die Wesleyan Universität in Middletown in Connecticut 2003. Vazquez gibt dort den Campus-Betreuer für Suri. Beide gehen nach dem College nach New York und starten gemeinsam mit Rap-Animateur Kondabolu Das Racist.

Woher der Name kommt, erklärt Himanshu Suri folgendermaßen: "Das Leben als Minderheit an der Universität [Suri und Kondabolu sind indischer Abstammung, Vazquez hat einen afrokubanisch-italienischen Hintergrund, Anm.d.Red.] hat unsere Ansichten zum Thema Rassismus wie unseren Humor sehr geprägt. (…) Es wurde irgendwann zu einem Spiel, die Ernsthaftigkeit aus legitimen Statements zu Rassismus zu nehmen, weil das sehr nervig sein kann. Wenn dann etwas eventuell Rassistisches zum Beispiel im Fernsehen auftauchen würde, ging es darum, wer als erstes 'That's Racist' ruft. Das EFX haben uns ebenfalls zum Namen inspiriert."

2010 veröffentlichen Das Racist gleich zwei gefeierte Gratis-Mixtapes namens "Shut Up, Dude" und "Sit Down, Man". Gleichzeitig sorgen sie mit ihrem eigenen 8Bit-Videospiel zum Track "Who's That? Brooown!" für Aufsehen, mit dem sie von Pitchfork in die Video-Jahrescharts gewählt und beim Sundance Filmfestival präsentiert werden.

Überhaupt sind die drei auch außerhalb der Band sehr aktiv. Man pflegt Soloprojekte, übt sich in Stand-up Comedy, hostet Radioshows, leitet eigene Plattenfirmen oder fordert Zeichner des New Yorker zum "Cartoon-Off" heraus – und gewinnt auch noch.

Auf dem zweiten Mixtape featuren Heems, Kool A.D. und Dapwell unter anderem El-P, Chairlift und die Producerskills von Diplo. Genreübergreifend fallen auch die Kollaborationen für das kommerzielle Debütalbum aus.

Unter der Regie von besagten Diplo und El-P, Patrick Wimberly von Chairlift, Rostam Batmanglij (Vampire Weekend) und Anand Wilder (Yeasayer) sowie mit Gastauftritt vom befreundeten Danny Brown entwickeln die smarten New Yorker ihr "Pop Album".

"Relax" erscheint über Suris Label Greedhead, wo vielleicht eines Tages auch die Traum-Kollaboration mit Drake, French Montana und Prodigy passieren könnte.

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