Porträt

laut.de-Biographie

Cobra Killer

Was für einen Aufbruch Alec Empire und Atari Teenage Riot Mitte der 90er Jahre für die elektronische Musik verkörpern, nimmt man vor allen Dingen im Ausland wahr. Hierzulande ist Techno zu diesem Zeitpunkt breit im Mainstream verankert, DJs und Liveacts wie Sven Väth, Westbam und Hardfloor verkaufen Tausende von Platten.

In den USA ist man davon weit entfernt. Die rockige Ader der Amerikaner verhindert es, dass elektronische Musik sich auf breiter Front durchsetzt. Da kommen Atari Teenage Riot mit ihrer Fusion von Techno und Rock gerade richtig.

Auf ihrem Label Digital Hardcore Recordings erscheinen in der Folge eine ganze Reihe von Acts mit einer ähnlichen musikalischen Ausrichtung. Einer davon ist das weibliche Duo Cobra Killer, die 1998 ihr selbstbetiteltes Debütalbum veröffentlichen.

Köpfe des Projekts sind Gina V. D'Orio und Annika Line Trost, die beide seit ihrem Teenageralter in einer ganzen Reihe von Berliner Bands gespielt haben. Mit Cobra Killer verfolgen sie jedoch ernsthaftere Absichten, vielleicht auch deshalb, weil ihre Karriere von Beginn an unter einem günstigen Stern steht.

Das erste Berlin-Konzert von Peaches findet im Vorprogramm von Cobra Killer statt. Der Auftritt legt den Grundstein für ein freundschaftliches Verhältnis, das den beiden Berlinerinnen schon bald wichtige Türen öffnet.

Als Peaches mit ihrem skandalumwitterten Elektro-Punk rund um die Welt touren, sind Cobra Killer mit ihrer aufsehenerregenden Live-Show als Opener mit dabei. Die guten Livequalitäten der beiden Berlinerinnen überzeugen unter anderem die New Yorker Noise-Rock-Pioniere Sonic Youth von Cobra Killer. Auch für sie spielen sie im Vorprogramm.

Dem internationalen Erfolg der Band entsprechend erscheint das zweite Cobra Killer-Album "The Third Armpit" auf dem australischen Label Valve Records. 2004 folgt schließlich der Wechsel zum Berliner Label Monika Enterprise. In zwei Jahren erscheinen dort mit "76/77" und "Mandolinenorchester" zwei weitere Longplayer von Annika Line Trost und Gina V. D'Orio.

Danach gönnen sie dem Projekt zunächst einmal eine Auszeit und widmen sich ihren Soloaktivitäten. Gina V. D'Orio beispielsweise arbeitet mit Like A Tim zusammen, Annika Line Trost veröffentlicht ihre Soloarbeiten unter anderem auf FM Einheits Label FM 4.5.1.

Erst 2009 reanimieren die beiden Damen Cobra Killer mit dem Album "Uppers & Downers" wieder. Darauf zu hören sind illustre Gäste wie die Indie-Legenden Jon Spencer, Sonic Youth-Sänger Thursten Moore und Dinosaur Jr.-Kopf J. Mascis.

Nicht so ganz in diese Ansammlung von US-amerikanischen Musikern passt die ostdeutsche Formation Die Prinzen, die ebenfalls auf "Uppers & Downers" vertreten ist. So sind Cobra Killer auf der einen Seite eine internationale Formation und andererseits doch immer auch eine Band, die zu ihren Wurzeln steht.

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