Porträt

laut.de-Biographie

Alec Empire

International zählt Alec Empire, der am 2. Mai 1972 in Berlin als Alexander Wilke zur Welt kommt, neben den Einstürzenden Neubauten oder Can wohl zu den einflussreichsten Musikern aus Deutschland. In den USA und Japan hat er mit zahlreichen Releases und Performances, zum Teil als Solo-Künstler, zum Teil als Mitglied der Anarcho-Techno-Punk-Band Atari Teenage Riot längst den Status eines veritablen Popstars erreicht. 2001, zum Auftakt seiner "Intelligence & Sacrifice" Tour, jubelten ihm beim Fuji Rock Festival in Japan 20.000 vollkommen begeisterte Fans zu. Trotz aller Erfolge entzieht sich Empire immer wieder möglichen Kategorisierungen seiner Arbeit. Ob thrashig aggressiver Elektro-Punk, chilliger Ambient oder emperimentell arrangierter Techno: Alec Empire fühlt sich überall zu Hause.

Aufgewachsen im Schatten der Mauer versucht sich Empire zunächst in einigen Punkbands, bevor er, wie so viele seiner Generation, von der an Fahrt gewinnenden Acid- und Technowelle mit fortgespült wird. Alec Empire produziert Dutzende von Techno Maxis, unter anderem für das renommierte Force Inc. Label, bevor er 1992 zusammen mit Carl Crack und Hanin Elias Atari Teenage Riot gründet. Das Trio verbindet die rohe Energie des Punk mit synthetischen Breaks und Beats, und reichert das Ganze mit politisch radikalen Statements an, die den Sound von Atari Teenage Riot zu einer explosiven Mischung machen.

Gleichzeitig schlägt Empire mit seinen Solo-Releases auf Mille Plateaux versöhnlichere Töne an. Veröffentlichungen wie "Les Étoiles Des Filles Mortes" haben ihre Wurzeln in den Soundexperimenten des französichen Musique Concrète Pioniers Pierre Henry und der Lounge-Musik der 70er Jahre. Alec Empire wäre jedoch nicht er selbst, würde er nicht an mehreren Fronten zugleich kämpfen, und so stehen die Zeichen mit "The Destroyer" wieder auf Sturm.

Auf seinem Album "Intelligence & Sacrifice" schlägt Empire 2002 schließlich die Brücke zwischen chillig-atmosphärischen Sounds und ungezügeltem Industrial-Rock. Die Live-Premiere der neuen Songs beim Fuji Rock Festival in Japan wird zum Triumphzug. Gemeinsam mit seinen Freunden Masami Akita aka Merzbow und Charlie Closer von den Nine Inch Nails rockt Empire 20.000 frenetisch feiernde Fans. Stadion-Rock einmal anders.

2003 gibt Empire auf vielfachen Wunsch von Fans zwei Konzerte aus der jüngeren Vergangenheit zur Veröffentlichung frei. Auf seinem Label Digital Hardcore Recordings erscheint neben einer Aufnahme vom Auftritt im Londoner ICA im Dezember 2002 auch eine Kollaboration mit Merzbow, die 1998 im legendären New Yorker Club CBGB's aufgenommen wurde und Empires Beats und Lyrics gelungen mit Akitas Noise-Wänden verbindet.

Aus seiner Wahlheimat London zieht es Empire bald wieder zurück in die Hauptstadt an der Spree. Nur noch selten sieht man ihn als Einmann-Elektro-Maschine live auf der Bühne. 2005 erscheint dann mit "Futurist" eine gemeinsame Platte mit der neu gegründeten Band The Hellish Vortex. Mit dabei Nic Endo (steuert die meisten Hardware-Maschinen), der New Yorker David Fisher (elektronische Percussion) und Zan Lyons aus London (E-Violine und Laptop.

Hier spielt Alec wieder mehr den Rock-Rüpel an der Gitarre. Seine Inspirationen holt er sich nach jahrelanger Insel-Abhängigkeit neuerdings wieder in Berlin. Auch die osteuropäischen Länder zeigen Wirkung auf seine Produktionen und sind wichtige Einflüsse für das nächste Album "The Golden Foretaste Of Heaven" aus dem Jahr 2008. Hier setzt der Sound-Barde mehr auf "echte" Instrumente und melodiöse Sounds im Sinne von Depeche Mode. Weniger Krach, dafür mehr persönliches Gedankengut.

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