Porträt

laut.de-Biographie

Rose Tattoo

1976 schaut sich Ex-Buffalo Gitarrist Pete Wells im heimischen Sydney nach geeigneten Mitstreitern für eine Band um, die mit ihm Mucke im Stil der alten Rolling Stones oder Faces machen könnten.

Rose Tattoo - Pain Aktuelles Album
Rose Tattoo Pain
Erdiger Rock'n'Roll mit inflationär hohem Anteil an Sleaze-Gitarren.

Voraussetzungen, um qualifiziert zu sein, waren zahlreiche Tattoos, 'ne Fleischmütze und der selbe Geschmack, was Klamotten angeht. Diese erfüllt der ehemalige Buster Brown- Sänger Angry Anderson voll und ganz und mit ihm auch Gitarrist Mick Cocks, Basser Ian Rilen und Drummer Dallas 'Digger' Royal. In dieser Konstellation treffen sie sich am Neujahrsabend 1976 im Chequers Club, wo auch AC/DC ihre Karriere begonnen haben. Mit denen verbindet sie eine enge Freundschaft und auch musikalisch ist man nicht sonderlich weit voneinander entfernt.

Rilen, der die Band noch vor den Aufnahmen zum Debüt "Rose Tattoo" verlässt und durch Geordie Leach ersetzt wird, komponiert die Single "Bad Boy for Love", die zum Plattendeal verhilft. Die folgenden drei Jahre verbringen die Australier beinahe komplett auf Tour. Da sich Angry Anderson auf der Bühne schon mal gerne im abgefüllten Zustand sein Mikro vor die Birne brezelt, sind gelegentliche Ohnmachtzustände bzw. ein blutverschmiertes Gesicht des Frontmanns keine Seltenheit. Leach macht sich Anfang '79 vom Acker, die Band holt Lobby Lloyd für den Bass.

Nachdem sie zunächst zusammen mit Colin Peterson eine Split-Single veröffentlicht haben, mit der sie sich für die Legalisierung von Marihuana aussprechen, nehmen sie 1980 in L.A. ein weiteres Album auf, welches seltsamerweise bis heute nicht veröffentlicht wurde und um das sich einige Gerüchte ranken. Da Lloyd bald wieder weg vom Fenster ist, holen sie sich Leach zurück und setzen mit ihm nach England über, wo Punk gerade nicht mehr das Gebot der Stunde ist. Mit einem Frontmann wie Angry Anderson hat man da natürlich Gottstatus, was im Rest Europas zu einer Tour im Vorprogramm von Rainbow führt, in deren Verlauf sie im Londoner Marquee Club Led Zeppelin den Rang als lauteste Band ablaufen.

Kurz zuvor ist das zweite Album "Assault And Battery" erschienen. Zurück in Australien verlässt Cocks die Band und macht Platz für Rob Riley. Die Aufnahmen zu "Scarred For Life" müssen kurzfristig verschoben werden, da sich Riley mit seinem Motorrad flach legt und den Arm bricht. Kaum ist er aber wieder fit, gehen die Arbeiten los und als diese im Kasten sind, ziehen Rose Tattoo im Vorprogramm von ZZ Top und Aerosmith quer durch die USA.

Aus welchen Gründen auch immer verlassen 1983 sowohl Wells, als auch Royal und Riley die Band, was Anderson und Leach dazu veranlasst, die beiden Klampfer Greg Jordan und John Meyer sowie Drummer Scott Johnston zu engagieren. In dieser Besetzung spielen sie nun das "Southern Stars"-Album ein. Leach überlegt es sich bald jedoch anders, schließt sich seinen ehemaligen Kollegen an und verlässt die Gruppe.

Dummerweise weigern sich Albert Records aber, das Album auch außerhalb von Australien zu veröffentlichen. Fans müssen deswegen für einen Import tief in die Tasche greifen, was die Scheibe fast schon zu einem Sammlerstück macht. Da sich außer Drummer Scott schon bald wieder das komplette Line-Up davon macht, sucht sich Anderson mit Tim Gaze (Gitarre) und Andy Cichon (Bass) neue Jungs, um an der neuen Scheibe "Beats From A Single Drum" zu arbeiten. Die Scheibe sollte ursprünglich als Solo-Album von Angry veröffentlicht werden und als die Single "Suddenly" in der australische Soap "Neighbours" (mit Kylie Minogue) auftaucht und auf Platz 1 der Charts steigt, läuft das nur unter Angrys Namen.

Der kleine Glatzkopf steigt selbst ebenfalls ins Filmgeschäft ein und spielt in "Mad Max III - Jenseits der Donnerkuppel" eine Rolle als Ironbar Bassey. Mit Rose Tattoo ist kurz darauf erst mal Schluss und Angry widmet sich seiner Solokarriere. So veröffentlicht er '91 ein weiteres Album namens "Blood From Stone", das allerdings vom Tod des ehemaligen Drummers Dallas Royal überschattet wird, der an Krebs stirbt.

Als zwei Jahre später Guns N'Roses eine Australien-Tour ankündigen, verlangen sie Rose Tattoo tatsächlich als Opener. Anderson, Wells, Cocks, Leach und ein neuer Drummer namens Paul DeMarco raufen sich also nochmal zusammen und rocken die Hallen. Danach gehen alle wieder auseinander und ihren eigenen Dingen nach. Alle Musiker sind ständig in irgendwelchen Bands oder Projekten aktiv, knüpfen aber nur bedingt an alte Erfolge an. So kommt es 1999 erneut zu einer Reunion, die sie quer durch Europa führt.

Ihren Gig auf dem Wacken Open Air 2000 schneiden sie mit und veröffentlichen ihn schließlich unter dem Titel "25 To Life". Die Reaktionen von Fans und Presse bewegen die Jungs dazu, weiter zu machen. Im weiteren Verlauf des Jahres stehen sie bei Festivals mit Bands wie Saxon oder Danzig auf der Bühne. Allerdings schmeißt Leach den Brocken wieder hin und muss durch Steve King ersetzt werden. 2002 ist es schließlich so weit. Mit "Pain" steht die erste offizielle Neuveröffentlichung der Australier seit über 17 Jahren in den Läden und bietet genau denselben erdigen Rock'n'Roll, mit dem sie groß geworden sind.

Obwohl sie mit Rose Tattoo nach wie vor aktiv sind, widmen sich die Musiker auch weiterhin ihren Nebenprojekten. Wells gründet Rocks Push und Cocks ist bei Doomfoxx aktiv. Neben diversen, eigenen Gigs eröffnen sie 2004 für Deep Purple und kehren für eine Tour nach Europa zurück. Auf dieser springt allerdings Dai Pritchard für Wells ein, da dieser wegen Prostatakrebs behandelt wird. Diesen Kampf verliert er leider und stirbt am 27. März 2006.

Im August des Jahres werden Angry Anderson, Geordie Leach, Ian Rilen, Rob Riley, Mick Cocks, Pete Wells und Dallas Royal in die ARIA Hall Of Fame aufgenommen. Mit Dai Pritchard gehen sie im Laufe des Jahres ins Studio und nehmen dort ihr achtes Album "Blood Brothers" auf. Der Titel ist ohne Zweifel als Tribut an Pete Wells und den ebenfalls verstorbenen Ian Rilen zu verstehen. Angry, der dank seines Äußeren gern nur als kleiner, pöbelnder Sänger gesehen wird, hat aber noch eine andere Seite. Dank seinem großen Einsatz in der Jugendarbeit und seiner Betätigung als kultureller Botschafter von Australien, ist der Mann stolzer Träger der "Order of Australia"-Medaille.

Im März des Jahres geht es mit Saxon und Masterplan durch England, ehe sie im August im Vorprogramm von Guns N'Roses in Australien unterwegs sind. Zwei Monate später stehen sie nochmals mit Motörhead auf den Brettern, bevor sie das Jahr ein wenig ruhiger ausklingen lassen. Im Juni 2008 legen Wacken Records (früher Armageddon Records) die "Blood Brothers"-Scheibe passend zur anstehenden Tour neu auf. Zusätzlich zur normalen Scheibe gibt es noch eine DVD vom Wacken Gig 2006 und diversen Interviews mit der Band.

Alben

Rose Tattoo - Pain: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2002 Pain

Kritik von Michael Edele

Erdiger Rock'n'Roll mit inflationär hohem Anteil an Sleaze-Gitarren. (0 Kommentare)

  • Rose Tattoo

    Offizielle Homepage.

    http://www.rosetattoo.com.au/
  • Remedy

    Nicht sehr aufwendig, aber verdammt ausfühlich!

    http://www.geocities.com/pgormley.geo/remedy/Main.html
  • SPV

    Page des Ex-Labels mit einigen Infos.

    http://www.spv.de/rosetattoo/

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