Porträt

laut.de-Biographie

Hardfloor

Bei Techno geht es oftmals um Sounds. Den frühen Produktionen von Juan Atkins oder Kevin Saunderson hört man ihre Herkunft genauso an, wie den klassischen Warp-Releases von LFO und Nightmares On Wax. Das Frankfurter Projekt Hardfloor tritt weltweit als Botschafter episch ineinander greifender Acid-Sounds auf den Plan.

Seit ihrer 1992er EP "Hardtrance Acperience" pflegen Oliver Bondzio und Ramon Zenker auf all ihren Releases die Liebe zum Roland TB 303, einem Analog-Synthesizer, der zu den klassischen Gerätschaften vieler Techno- und Houseproduzenten zählt. Hardfloor stehen damit zu Beginn der 90er Jahre als Synonym für den so genannten "Sound Of Frankfurt", jenem trancigen Kontrapost zur harten Technokost, wie sie das Berliner Label Tresor in jenen Tagen kultiviert. Folgerichtig finden Bondzio und Zenker auf einem Sublabel von Sven Väths Harthouse-Imprint ein zu Hause. Bei Eye-Q/Harthouse gastieren sie lange Jahre und veröffentlichen dort große Hitsingles wie "Mahagony Roots" oder "Into The Nature", die längst zu Klassikern des Genres zählen.

Oliver Bondzio und Ramon Zenker treffen sich 1991 in einem Club. Da der eine bereits als DJ auftritt und der andere auf Studioerfahrung zurückblicken kann, beschließen die beiden, ihre Vorstellung von elektronischer Musik in Vinyl zu gießen. Beeinflusst von frühen Chicago- und Acid House-Tracks ist schnell klar, dass 303 der Schlüssel zum Klangkosmos von Hardfloor sein würde. Mit dem Erfolg der "Hardtrance Acperience" EP kann Bondzio, der wegen Drogenbesitzes zum Zeitpunkt des Maxi-Charteinstiegs zwei Monate im Gefängnis sitzt, fortan auf legalem Weg sein Geld verdienen. Hardfloor veröffentlichen 1992 ihr erstes Album "Resuscitation" und sind von nun an eines der Aushängeschilder der deutschen Technoszene mit Auftritten auf der ganzen Welt. In Japan verehren sie die Fans wie Popstars.

Über die Jahre verfeinern Hardfloor mit den Alben "Respect" (1994), "Home Run" (1996) und "All Targets Down" (1998) ihren Stil und injizieren im Remix Depeche Mode, New Order, Mory Kante, Human League oder Anne Clark eine kräftige Dosis Acid. Mit Ausnahme des Longplayers "So What" von 2000 sind die Lebenszeichen von Hardfloor eher selten. 2003 treten Bondzio und Zenker mit dem eigenen Label Hardfloor und einer neuen Single wieder auf den Plan. Zwei Jahre darauf sind sie mit "Four Out Of Five Aliens Recommend This" wieder über Albumlänge und mit erfrischender Funkiness am Start. Mit ihren verzwirbelten Acid-Sounds beleben Hardfloor, mehr als zehn Jahre nach ihrem ersten Hit, den Trend für spulige Klangmodulationen.

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