Porträt

laut.de-Biographie

Breaking Benjamin

Die Anziehungskraft der Grunge-Revolte, die in den frühen Neunziger Jahren von Seattle aus in die Welt strömt, zieht immer wieder eine neue Generation von Musikern in ihren Bann. Nach Bush, Live und Creed sowie eine Reihe weiterer, mehr oder minder notwendiger Derivate von Nirvana, Pearl Jam, Soundgarden und Co. schickt sich 1998 eine Formation aus Pennsylvania an, es den großen Vorbildern nachzumachen.

Die Ursprünge der Band gehen auf Sänger und Gitarrist Benjamin Burnley und Drummer Jeremy Hummel zurück. Der Sage nach entspringt der Bandname einer Livesession, in der Burnley das Mikro hinwirft und so zerstört. Der Besitzer des Mikrofons sei damals auf die Bühne getreten und habe sich bei "Benjamin, for breaking my mic" bedankt. Nach ersten Achtungserfolgen im Heimatstaat stoßen Gitarrist Aaron Fink und Bassist Mark James Klepaski zum Duo.

Das Bemerkenswerte an den beiden Neuzugängen ist die Tatsache, dass sie zur Band kommen, obwohl sie mit der Combo Lifer gerade ein Album mit Rushs Alex Lifeson aufgenommen haben, das beim Major Universal erscheinen soll. Der Abgang von Fink und Klepaski markiert zwar das Ende von Lifer, bedeutet aber in den Staaten auch den Durchbruch für Breaking Benjamin.

Im Gegensatz zum metallisch angehauchten Sound, den Lifer noch spielten, geht es mit Breaking Benjamin etwas geruhsamer und differenzierter zur Sache. In der neuen Besetzung machen sie sich an die Aufnahmen zu einer selbstbetitelten EP. Die finanziert ihnen der WBSX-FM-Radio-DJ Freddie Fabbri, der die Combo bei einem Gig entdeckt. Die 2000-Einheiten, die sie davon pressen lassen, sind innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Mit der Single "Polyamorous" landen sie einen Hit bei der lokalen Radiostation 97,7 X, was die Aufmerksamkeit von Hollywood Records erregt, die die Band dann 2001 unter Vertrag nehmen.

Das Label schickt Breaking Benjamin mit Ulrich Wild (Toningenieur von White Zombie, Static-X, Pantera, Slipknot) ins Studio, wo "Saturate" entsteht, das im August 2002 das Licht der Welt erblickt.

Mit dem zweiten Album "We Are Not Alone" landen sie bei Lateshow-Ikone Conan O'Brien wie auch regelmäßig im Mainstream-Radio. Förderlich für die kommerzielle Entwicklung ist die Verwendung ihrer Songs in Serien wie "Smallville" und "Band Camp". Der Track "Firefly" taucht darüber hinaus in drei Wrestling-Videospielen auf. Am Ende eines erfolgreichen Jahres nimmt Gründungsmitglied Jeremy Hummel 2004 seinen Hut und verklagt die Band auf die Zahlung von acht Millionen US-Dollar Tantiemen. Da nicht jeder Größenwahn in den Staaten erfolgreich ist, geht er am Ende leer aus.

Mit ihrem dritten Album "Phobia" schrammen sie nur knapp am ersten Platz der Billboard-Charts vorbei. Darauf präsentieren sie ihren neuen Drummer Chad Szeliga, wegen dessen Erkrankung sie auf der Tour mit Godsmack gleich mal drei Gigs canceln müssen. Dafür stehen sie wenig später aber mit Nickelback und Three Days Grace auf der Bühne.

2007 lassen sie in Bethlehem (ja, das gibt's auch in Pennsylvania) die Kameras mitlaufen und schneiden die DVD "The Homecoming" zusammen. Dank ihres vollen Tourplans vergehen drei Jahre, ehe sie mit "Dear Agony" 2009 ihr viertes Album vorlegen. Für einen nur vierten Platz in den Charts müssen sie sich bestimmt nicht schämen.

In Nordamerika stellen sie die neue Scheibe auch live vor, u.a. auf Tour mit Flyleaf und Nickelback, der Rest der Welt geht mal wieder leer aus. Dass Breaking Benjamin in Europa weiterhin auf den ganz großen Erfolg warten, dürfte wohl nicht zuletzt an der Flugangst von Fronter Benjamin liegen.

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