Porträt

laut.de-Biographie

Autolux

Schlagzeugerin Carla Azar kann es gar nicht glauben: "Plötzlich kamen Kids bei einem Konzert zu uns und sagten, Trent Reznor habe uns in einem Interview lobend erwähnt." Viel mehr noch: Reznor lässt die Musik von Autolux, einem bis dato nahezu unbekannten Noise-Rock-Trio aus Los Angeles, 2005 sogar vor Beginn der Shows seiner Band Nine Inch Nails vom Band abspielen. Ein ziemlich unerwarteter Ritterschlag mit weitreichenden Folgen.

Autolux gründen sich im Jahr 2000, als sich Azar und Bassist Eugene Goreshter bei der Arbeit an einem experimentellen Soundtrack für eine Theateraufführung von Dario Fos "Zufälliger Tod eines Anarchisten" kennenlernen. Azar hat zuvor bereits in der Grunge-Band Ednaswap und für PJ Harvey getrommelt.

Greg Edwards, der in den 90er Jahren mit der Band Failure bereits im Fahrwasser von Nirvana und Soundgarden schwamm und kurz nach deren Auflösung eine neue Beschäftigung brauchte, komplettiert die Band. 2001 veröffentlichen Autolux ihre erste EP "Demonstration". Prompt nimmt sie Produzenten-Legende T-Bone Burnett unter seine Fittiche.

Er ist auch, der ihnen einen Vertrag beim Label DMZ zuschanzt, das Burnett mit den berühmten Coen-Brüdern ("No Country For Old Man") betreibt. Beginnt hier eine große Karriere? Nicht ganz. Denn bei einer Support-Show für Elvis Costello fällt Schlagzeugerin Azar 2002 von der übergroßen Bühne und verletzt sich schwer am Ellenbogen. Erste Diagnose: Sie wird nie wieder trommeln können.

Mit acht Titanschrauben im Arm macht Azar letztlich doch weiter. Das Debütalbum "Future Perfect" erscheint 2004 und wird wegen seiner gelungenen Verquickung von Shoegazing, Krautrock und Indie-Rock hochgelobt. Beim amerikanischen Musikdienst allmusic fühlt man sich gar an Kim Deal und die Pixies erinnert, wenn Azar in Songs wie "Angry Candy" das Mikrofon übernimmt.

Sonst tummeln sich gerade wegen der Twee-Vocals und der rauschenden Klangwelten die üblichen Verdächtigen im Referenzraum: Sonic Youth, natürlich My Bloody Valentine, Blonde Redhead und die Secret Machines, mit denen man auch auf Tour geht. Dann jedoch kommt Reznor und pusht die Band, obwohl sie sich weit entfernt von der Gitarren-Wut und der industriellen Katharsis von Nine Inch Nails bewegt.

Eine gemeinsame US-Tour im Herbst 2005 erschließt neue Hörer, die Flaming Lips und Thom Yorke outen sich als Fans. Dass in der Band Potenzial schlummert, offenbart ihr zweiter Streich, der bis zum Sommer 2010 auf sich warten lässt. Auf dem Album "Transit Transit" hat man den Band-Sound noch einmal um subtile Pop- und Electronica-Momente erweitert, so dass Autolux neben School Of Seven Bells zur neuen Speerspitze des Dream-Pop gehören dürften.

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