Porträt

laut.de-Biographie

PJ Harvey

Wenn PJ Harvey mit roten Pumps, dem knappsten denkbaren Kleid und einer E-Gitarre an der Hüfte auf der Bühne steht, hält das Publikum den Atem an. Mit einem aufgemotzten Popsternchen hat die Engländerin aber kaum etwas gemeinsam, im Gegenteil: Was sie mit ihrem Instrument und ihrer Stimme erzeugt, hat nichts mit Charts zu tun, sondern mit dem Sinn des Lebens. Den sie an Orten sucht, an die sich die meisten Menschen nie trauen würden.

PJ Harvey: Song für Guantanamo-Häftling
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PJ Harvey setzt sich für Shaker Aamer ein, der seit über elf Jahren ohne Rechtsgrundlage in Guantanamo gefangen ist.
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1969 in der englischen Grafschaft Dorset geboren, wächst Polly Jean bei Hippie-Eltern auf, die sie mit Jazz und Blues, aber auch mit Jimi Hendrix und Captain Beefheart bekannt machen. Als Jugendliche lernt sie Saxophon, später auch Gitarre. Als Teenager beginnt sie, in Bands zu spielen, unter anderem bei Automatic Dlamini an der Seite von John Parish.

1991 tut sie sich mit Rob Ellis am Schlagzeug und Ian Olliver am Bass zusammen. Der Fokus liegt eindeutig auf der Sängerin mit der Gitarre, wie der Bandname, ihr eigener, zeigt. Für die Alben "Dry" (1992) und "Rid Of Me" (1993) hagelt es zwar Lob und Preisnominierungen, doch anschließend muss sie ihren eigenen Weg gehen, da Ellis und Olliver sie verlassen.

Harvey hat es mit Männern offenbar nicht einfach. Seit 1989 kennt sie Nick Cave, mit dem sie jahrelang eine stürmische Beziehung verbindet. Zwar soll sie einen überaus mäßigenden Einfluss auf den labilen Australier haben, doch die Trennung Mitte der 90er Jahre nimmt beide stark mit. 1996 verewigen sie sich noch in der Murder Ballad "Henry Lee".

PJ Harvey - Let England Shake
PJ Harvey Let England Shake
Kraftvolle Liturgie von morbider Schönheit.
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Trotz der Liebesenttäuschungen läuft die Karriere weiterhin auf Hochtouren. Auf "To Bring You My Love" (1995) spielt Harvey fast alle Instrumente selbst, für "Is This Desire?" (1998) nimmt sie dagegen wieder die Hilfe einiger langjähriger musikalischer Begleiter in Anspruch. Zwischendrin arbeitet sie mit ihrem ehemaligen Bandkollegen John Parish an der EP "Dance Hall At Louse Point" (1996).

Die Nachricht, dass "Stories From The City, Stories From The Sea" (1999) den renommierten Mercury Music Prize erhält, erreicht die Musikerin ausgerechnet am 11. September 2001 in Washington D.C., wo sie im Rahmen einer US-Tournee Station macht. An dem Tag des verheerenden Anschlags wirkt solche Ehrung doch sehr nebensächlich, und so kann Harvey auch keine Freude zu Protokoll geben, sondern nur Entsetzen: "I can genuinely say I'm absolutely shocked."

Viele Konzerte gibt sie sowieso nicht. Doch jeder ihrer Auftritte nimmt Fans wie Kritiker in Zauberhaft. Zu ihren Bewunderern zählt neben der gesamten britischen Musikszene auch ein gestandener US-Rocker wie Dave Wyndorf von Monster Magnet. Selbst ein Einzelkämpfer wie Howe Gelb zeigt sich entzückt, als sich Harvey zwischen einem Auftritt und dem Taxi zum Flughafen kurz Zeit nimmt, um mit seinen Giant Sand eine Coverversion von Xs "Johnny Hit And Run Pauline" aufzunehmen.

Es gebe schon zu viel Musik auf der Welt, um einfach noch mehr von der selben Art hinzuzufügen, erklärt die Musikerin 2007. "A new sound that I hadn't heard before. A new kind of music", verspricht sie, und stellt mit "White Chalk" ihr erstes Album ohne verstärkte Gitarre und dafür mit Klavier vor, was die Dunkelheit ihrer Kompositionen noch einmal mehr hervorhebt.

Die Begeisterung der Fans und der Kritiker hält sich diesmal aber in Grenzen. So tut sich Harvey wieder mit John Parish zusammen und veröffentlicht 2009 das gemeinsam geschriebene und mit Mick Harvey aufgenommene "A Woman A Man Walked By", das wieder verstärkt auf Gitarren setzt.

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PJ live! Der Gig auf dem Southside 2004

Der Gig auf dem Southside 2004, PJ live! | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Gig auf dem Southside 2004, PJ live! | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Gig auf dem Southside 2004, PJ live! | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele) Der Gig auf dem Southside 2004, PJ live! | © LAUT AG (Fotograf: Martin Mengele)

Live auf dem Gurten PJ im Sommer 2001 auf dem Open Air bei Bern.

PJ im Sommer 2001 auf dem Open Air bei Bern., Live auf dem Gurten | © LAUT AG (Fotograf: Joachim Gauger) PJ im Sommer 2001 auf dem Open Air bei Bern., Live auf dem Gurten | © LAUT AG (Fotograf: Joachim Gauger) PJ im Sommer 2001 auf dem Open Air bei Bern., Live auf dem Gurten | © LAUT AG (Fotograf: Joachim Gauger) PJ im Sommer 2001 auf dem Open Air bei Bern., Live auf dem Gurten | © LAUT AG (Fotograf: Joachim Gauger) PJ im Sommer 2001 auf dem Open Air bei Bern., Live auf dem Gurten | © LAUT AG (Fotograf: Joachim Gauger) PJ im Sommer 2001 auf dem Open Air bei Bern., Live auf dem Gurten | © LAUT AG (Fotograf: Joachim Gauger) PJ im Sommer 2001 auf dem Open Air bei Bern., Live auf dem Gurten | © LAUT AG (Fotograf: Joachim Gauger) PJ im Sommer 2001 auf dem Open Air bei Bern., Live auf dem Gurten | © LAUT AG (Fotograf: Joachim Gauger) PJ im Sommer 2001 auf dem Open Air bei Bern., Live auf dem Gurten | © LAUT AG (Fotograf: Joachim Gauger) PJ im Sommer 2001 auf dem Open Air bei Bern., Live auf dem Gurten | © LAUT AG (Fotograf: Joachim Gauger)
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