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laut.de-Biographie

AraabMuzik

Wer einmal - live oder per Video - beobachten durfte, wie AraabMuzik seine Drummachine bearbeitet, hegt keinen Zweifel mehr: Dieser Kerl ist der schnellste Mann an der MPC.

"Ich fühle mich ein bisschen, als wäre ich Travis Barker am Drumcomputer", schätzt Abraham Orellana im Gespräch mit der Juice sein spezielles Talent ein. "Ich bin einfach sehr schnell mit meinen Händen."

Die Musik begleitet Abraham von klein auf. Er wird, als mittleres Kind von dreien, in eine dominikanisch-guatemaltekische Familie hinein geboren, wächst in Providence, Rhode Island, auf. Seine Mutter ist professionelle Sängerin, auch der Vater spielt eine große Rolle: "Er brachte mich schon mit Musik in Kontakt, als ich noch ein Baby war."

"Das Schlagzeugspielen habe ich mir beigebracht, als ich gerade mal drei Jahre als war", erinnert er sich weiter. Später gesellt sich ein Keyboard dazu. Mit zehn unternimmt Abraham die ersten Kompositions- und Produktionsversuche, zunächst noch per Keyboard und mithilfe diverser Computerprogramme. "2005 bekam ich dann zum ersten Mal eine MPC in die Hände" - eine Offenbarung: "Ich kannte dieses Gerät ja gar nicht!"

Abraham überträgt, was er am Klavier gelernt hat, auf das neue Instrument. Seine Schnelligkeit kommt ihm dabei zugute. Rasch geht ihm die Arbeit mit der MPC in Fleisch und Blut über - buchstäblich: "Wenn ich ein paar Stunden lang produziere, bekomme ich ab und an Blasen an den Fingern. Deshalb tape ich mir die Fingerkuppen."

Die Schinderei lohnt sich. 2006 trifft Abraham Orellana, der sich inzwischen den Produzentennamen AraabMuzik zugelegt hat, auf Duke da God, A&R-Mann bei Diplomat Records. Der zeigt sich schwer beeindruckt von dem, das der Knabe aus Providence aus seinem Drumcomputer herausprügelt.

Über rasende Drumpattern mit hektischen Hi-Hats und kraftvollen Kickdrums legt AraabMuzik eine wahre Flut aus per MPC zurecht gehächselten Samples. Bedienen sich viele Hip Hop-Produzenten bevorzugt im Jazz oder im Soul, greift AraabMuzik gerne in Elektro- oder Trance-Schubladen. Auch sein hispanisches Erbe spielt bis zu einem gewissen Grad in seine Musik hinein.

Die spektakuläre Art und Weise, in der AraabMuzik seine Beats auch live zusammenklopft, weckt das Interesse an seiner Person und beschert ihm Bookinganfragen am laufenden Band. "Andere Produzenten sehen dann zwar, wie ich arbeite - aber ich glaube nicht, dass das jemand so ohne Weiteres nachmachen kann."

Als Haupteinflüsse führt AraabMuzik Produzenten wie Dr. Dre, Pete Rock, The Alchemist, Swizz Beatz oder Hi-Tek an. Bald spielt er selbst bei den Großen mit, liefert Beats für Cam'ron, Jadakiss, Fabolous, Young Jeezy, Ludacris, Cassidy und viele andere und steigt zum Leib- und Magenproduzenten der Diplomats auf, die 2010 ihr Comeback wagen.

"Beats zu produzieren geht bei mir sehr schnell", erklärt AraabMuzik der Juice. Ewige Herumfrickelei ist nicht sein Ding: "Man braucht das Sample, ein paar gute Drums und dann vielleicht noch mal zehn Minuten, um alles aufeinander abzustimmen. Das wars." Der Typ ist eben wirklich der schnellste Mann an der MPC.

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