Porträt

laut.de-Biographie

Wintersleep

Der Winterschlaf: Ein schlafähnlicher Zustand, der uns vor allem dank das possierlichen Tierchen Igel bekannt ist, hält als Namensgeber her.

Warum sich die Kanadier Paul Murphy (Gesang, Gitarre), Tim D'Eon (Gitarre), Michael Bigelow (Bass), Jon Samuel (Keyboard, Backing Vocals) und Loel Campbell (Schlagzeug) ausgerechnet Wintersleep nennen, bleibt wohl für immer ihr gut gehütetes Geheimnis. Feststeht, dass es zunächst recht lange ruhig bleibt um die Herren, die sich Anfang der Neunziger zum Musizieren zusammenschließen: Erst 2003 veröffentlichen sie ihr Debütalbum.

Als sein älterer Bruder eine Band gründet, ist der Zwölfjährige Paul Murphy fasziniert und will ihm in nichts nachstehen. Er und Tim D'Eon kennen sich schon von Kindesbeinen an und rufen gemeinsam mit Freunden in Yarmouth (Nova Scotia) an der Ostküste Kanadas eine eigene Band ins Leben. Später zieht es sie ins größere Halifax. Auf dem kanadischen Mini-Label Dependent Music (Contrived, Holy Fuck, Kary) erscheint das selbstbetitelte Debüt. Drei Jahre später unterschreiben die Alternativerocker mit den oft schwermütig wirkenden Texten beim EMI-Ableger Labwork Music, der Album eins und den 2005er Nachfolger nochmals veröffentlicht.

Die dritte LP "Welcome To The Night Sky" steht im Oktober 2007 in den kanadischen Läden, hierzulande muss man fast anderthalb Jahre länger darauf warten. Mit viel Melancholie und Sehnsucht spielt sich "Welcome To The Night Sky" nicht nur in die Herzen der Indierock-Fans, sondern verhilft Wintersleep 2008 auch zu einem kanadischen Juno-Award in der Kategorie "New Group Of The Year". Und das nicht ohne Grund, wirkt die dritte LP doch deutlich schlüssiger und gewachsener als die beiden Vorgänger. "Sie fühlt sich wie unsere erste richtige Platte an. Wir sind wirklich glücklich mit dem Resultat", erklärt auch Frontmann Murphy im Interview.

Nach einer ausgedehnten Tour wird es wieder ruhig um Wintersleep. Die Truppe zieht sich im Spätsommer 2011 in die Wälder nach Upstate New York zurück. Gemeinsam mit Produzent Tony Doogan Belle & Sebastian, Mogwai und Dave Fridmann (Flaming Lips, MGMT) entwickeln sie das nächste Album, Ablenkung bietet ab und an eine Runde Badminton. Wintersleeps Konzept geht auf: "Hello Hum" entsteht und wird in Deutschland mit etwas Verspätung im Herbst 2012 veröffentlicht.

Vielleicht, so könnte man munkeln, gründet der Bandname auch auf der Tatsache, dass Wintersleep von Zeit zu Zeit auf Eis liegen, da Murphy und seine Kollegen nebenher in diversen anderen Projekten agieren: Holy Fuck, Hayden oder Contrived, um nur einige zu nennen. Zu ruhig sollte es um die fünf Winterschläfer aber auch nicht werden - Ausruhen kann man sich ja bekanntlich auch später.

Alben

Wintersleep - Hello Hum: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2012 Hello Hum

Kritik von Deborah Katona

Nach dem ersten Hören klingt das Ergebnis schwierig. (0 Kommentare)

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