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"Belle Et Sebastien". Ein altes Kinderbuch von Madame Cecile Aubry. Besser bekannt als englische Comic-Fernsehverfilmung "Belle and Sebastian" aus den siebziger Jahren. Anscheinend mochten die Bandmitglieder die Story von Sebastian und seinem Hund Belle so gerne, dass sie sich danach benannten. Aber ein Name alleine reicht nicht aus, um die europäischen und amerikanischen Charts zu erklimmen. Also hier eine kleine Lehrstunde unter der Überschrift "Wie werde ich eine ernstzunehmende Band":
Lektion Eins: Wie entsteht eine Band?
1996. Stuart Murdoch (Sänger und Songwriter) ist arbeitslos und verbringt seine Zeit in einem staatlich geförderten Musikkurs. In diesem sitzt auch Stuart David (Bass). Die beiden setzen sich zusammen und beginnen Songs zu schreiben. Die ersten Demos werden mit Gastmusikern aufgenommen. Doch man möchte eine organische Band werden. So geht man auf die Suche - und trifft in der Wohnung eines Bekannten einen Drummer (Richard Colburn). Er wird vom Fleck weg eingeladen, Bandmitglied zu werden. Mike Cooke (Trompete und Gitarre) wird bei einer Aufführung in der Uni gesichtet und man ist so begeistert, dass er gebeten wird, bei einem Stück mitzuspielen. Danach bleibt er einfach dabei.
Die anderen sieht Stuart in einem Glasgower Café. Er findet sie cool und fragt, ob sie in seiner Band mitspielen wollen. Wollen sie und schon bestehen Belle and Sebastian aus sieben Mitgliedern: Stevie Jackson spielt Gitarre und singt von Zeit zu Zeit, Isobel Campbell ist Cellistin und singt die Frauenparts, Chris Geddes spielt Keyboard und Klavier. Das achte Mitglied - Sarah Martin (Violine und Gesang) kommt etwas später dazu. Belle and Sebastian sind komplett.
Lektion Zwei: Wie wird man bekannt?
Alljährlich wird vom "Stow College Music Business" eine junge Band ausgewählt, die auf deren Kosten eine Single produzieren darf. 1996 sind Belle and Sebastian "the chosen ones". Da sie schon viel gutes Material haben, bekommen sie die Chance, ein ganzes Album herauszubringen. Die Originalversion von "Tigermilk" wird aufgenommen und 1000 LPs gepresst. Im August 1996 wird die Band vom Indie-Label "Jeepster" gesignt, gefolgt von der Veröffentlichung der LP "If You're Feeling Sinister" im November. Belle and Sebastian spielen in diesem Jahr noch zwei Radio 1 Sessions.
Noch fällt das Album bei den Hörern durch, doch die Presse hat das Potenzial der Schotten erkannt. Im folgenden Jahr schaffte es die Band jedoch, auch das Publikum für sich zu begeistern. Nachdem sie im Vorprogramm der Tindersticks gespielt haben bringen sie die drei "Sommer-EPs" raus. Die erste "Dog on Wheels" schafft es im Mai 1997 auf Platz 59 der britischen Single-Charts. "Lazy Line Painter Jane" steigt im Juli des selben Jahres auf Platz 41 in die Charts ein. Der Bann ist gebrochen und Belle and Sebastian auf dem Weg zu größerer Bekanntheit.
Die LP "If You're Feeling Sinister" wird in diesem Sommer in Nordamerika veröffentlicht, der Chartsdurchbruch gelingt mit "3...6...9 Seconds Of Light". Die EP schnellt auf Platz 32 der britischen Charts, alles was in England über Platz 40 landet, wird als "Megaseller" gewertet.
Lektion Drei: Wie schafft man es, populär und gleichzeitig unbeliebt zu werden?
Und dann kommt "The Boy With The Arab Strab". Belle and Sebastian sind immer noch eine extrem fanorientierte und pressescheue Band. Trotzdem übersteigt der Erfolg des Albums alle anderen Veröffentlichungen der Band: Es steigt in die Charts auf Platz 12 ein und bricht die Herzen sowohl der Fans als auch der Kritiker.
Im Februar 1999 passiert das Unglaubliche: Belle and Sebastian, die nun schon seit knapp drei Jahren Platten veröffentlichen, werden bei den Brit Awards als "Best Newcomer" nominiert. Und sie gewinnen den Publikumspreis - gegen Megaseller-Teeniebands wie die "Steps". Von Nobodies werden sie zu Titelbildern der Sun. Denn man wittert einen Skandal: Belle and Sebastian-Fans sollen ein sogenanntes "block-voting" für die Band via Internet gestartet haben. Den Hass einiger Popproduzenten, aber auch den der Teenie-Band-Fans haben sich Belle and Sebastian mit dem Gewinn des Awards auf sich gezogen.
Doch die Geschichte verläuft sich im Sand und die Band konzentriert sich lieber auf den Re-Release von "Tigermilk" im Juli. Den Rest des Jahres und die erste Hälfte des folgenden Jahres verbringen Belle and Sebastian im Studio, um ihr wohl bislang poppigstes Album "Fold Your Hands Child, You Walk Like A Peasant" aufzunehmen. Während der Arbeiten daran verlässt Bassist und Gründungsmitglied Stuard Davis die Band, um sich seiner Band "Looper" zu widmen. Als Nachfolger steigt Bob Kildea ein, der schon auf der Englandtour den Bass gespielt hat.
Kurz vor Veröffentlichung des Longplayers wird die EP "Legal Man" herausgebracht, die einfach jeden Menschen zum Tanzen bringen muss. Sie wird wieder ein Top 20-Hit. Auch das Album kann an den Erfolg anknüpfen: Es landet auf Platz Zehn der britischen Charts, ein Auftritt bei "Top Of The Pops" folgt.
Lektion Vier: Was bedeutet der Untergrund?
Auftritt bei TOTP - nicht gerade ein Zeichen dafür, dass man eine Band noch als Underground-Act bezeichnen kann. Genau so steht es mit einem Platz unter den Top-100 in Amerika. Und doch zeigen Belle and Sebastian immer wieder, dass ihnen die Fans mehr am Herzen liegen, als die Pressearbeit. Sie kümmern sich nicht um populäre Song-Arrangements oder Bandstrukturen. Es wird so gemacht, wie es ihnen passt und nicht wie es sich gehört.
Eine eigenständige Band also, die sich nicht den Regeln des Marktes unterwirft und lieber ihr eigenes Ding durchzieht. So wurde nach dem großen Erfolg von "Fold Your Hands Child, ..." nicht erwartungsgemäß groß getourt oder gleich ein neues Album hinterher geworfen. Die einzelnen Bandmitglieder pflegten lieber ihre Sideprojects (The Gentle Waves, Snow Patrol, V-Twin und The Amphetameanies, zum Großteil auch auf Jeepster). Stuart Murdoch bewarb sich sogar um die Stelle als Rektor der Glasgower Uni.
Im Juni 2001 wird eine weitere Belle and Sebastian Single "Jonathan David" veröffentlicht. Bassist Stuart David hat inzwischen die Band verlassen, damit er sich um sein eigenes Projekt Looper kümmern kann. Für ihn kommt Bobby Kildea. Außerdem bekommt doe Band einen Auftritt in den BBC1 John-Peel-Sessions. Sind nun doch auch Belle and Sebastian in den Mühlen der Musikverwurstungsanlage gefangen?
Nein, denn sie sagen klipp und klar: "Wir werden zwar ein Paar Interviews oder so machen, aber nur zu Plattenveröffentlichungen. Zwischendurch gibt es das nicht." Das ist deutlich. Und außerdem ist zu viel unzerstörbarer, feenhafter Zauber in der Band. Sie scheinen ihren ganz eigenen Underground aufgebaut zu haben: Ihre Musik lässt vermuten, dass sie aus einem anderen, sanfteren und schöneren Land kommen. In dieses wird keine Medienmaffia der Welt je eindringen. Und die Band wird sich dort auch nicht davon verwirren lassen, dass die Erstauflage der "Tigermilk"-EP inzwischen ca. 400 Pfund wert ist.
2002 arbeiten sie am Soundtrack zum Film Storytelling von Todd Solondz. Auf der im selben Jahr folgenden US-Tour beendet Isobel Campbell ihre Zusammenarbeit mit der Band - die Sängerin und Chellistin ist draußen und nimmt in Folge ein Soloalbum und ein Album mit Mark Lanegan auf.
2003 melden sie sich mit dem Album "Dear Catastrophe Waitress" zurück, das ihren Stil weiter führt, ohne sich zu weit von den Ursprüngen zu entfernen. Seltsamerweise, haben sie für ihr sechstes Studiowerk mit Trevor Horn doch eine Koryphäe der Produzentenriege verpflichtet, der in den 80er Jahren Frankie Goes To Hollywood oder die Pet Shop Boys hittauglich trimmte.
Die stilistische Veränderung tritt erst (leicht) mit dem Folgewerk "The Life Pursuit" im Jahr 2006 ein. Beck- und Air-Produzent Tony Hoffer legt Hand an das Material, das in Los Angeles eingespielt wurde. Dort spornte er die Band scheinbar zu Höchstleistungen an. Die altbekannte Melancholie ist in den Melodien zwar noch genauso präsent wie der Party-Grad (Single "Funny Little Frog"). Mit einem so knackigen und wohl temperierten Soundbild kamen die Schotten aber noch nie um die Ecke.
Tatort Teestube: Häuptling Stuart Murdoch über B&S-Comics und schottischen Fußball.
Stuart Murdoch, der sanfte Patriarch von Belle & Sebastian, gilt als pressescheu, schwierig, eigensinnig. All das stellt sich als unwahr heraus, als wir in der Tadschikischen Teestube in Berlin bei Tee und Apfelstrudel über das neue Album "The Life Pursuit" sprechen. Murdoch ist sympathisch, offen und gar nicht schwierig.
Die Teestube, eine Berliner Institution in Sachen Heißgetränke, ist schon ein außergewöhnlicher Ort für ein Interview. Umso mehr freue ich mich, als ich erfahre, dass dieses das einzige Gespräch ist, dass Stuart Murdoch an diesem Nachmittag dort führen wird. Nachdem er seine schwarze Lederjacke, in der er viel rockiger aussieht, als er eigentlich ist, abgelegt hat, sitzen wir im Schneidersitz an den niedrigen Tischen und ich darf ihm erstmal die Speisekarte übersetzen. Nachdem die Wahl auf Apfelstrudel gefallen ist, kann es um den neuesten Output der ungekrönten Indiepäpste gehen.
Stuart, hast Du schon viele dieser Promotermine hinter Dir?
Nein, es geht. In Großbritannien waren es noch nicht so viele, aber ich war in Japan, um Promo zu machen. Das hat Spaß gemacht.
Wie machen sich Belle & Sebastian denn in Japan?
Es scheint so, dass wir überall, wo wir hinkommen, gleich erfolgreich sind. Wenn du dir die Bevölkerung anschaust ... ich meine, wir haben in den USA gespielt, in Japan, in Deutschland, in Brasilien, und immer, wenn wir in eine Stadt kommen, sind da ein paar tausend Leute. Es läuft ganz gut.
Sie sind wahrscheinlich froh, dass Ihr endlich mal vorbeikommt.
Ja, vielleicht.
Als ich das neue Album das erste Mal gehört habe, fiel mir sofort der veränderte Sound auf. Es klingt anders als "Dear Catastrophe Waitress".
Ja, das ist möglich. Du kannst das wahrscheinlich besser beurteilen, denn ich habe mir das letzte Album lange nicht angehört.
Wie, du hast es dir nicht angehört?
Klar kenne ich es, aber es würde mir glaube ich Angst machen, zurückzugehen und das letzte Album anzuhören. Mir ist allerdings aufgefallen, dass ich beim letzten Album manchmal das Gefühl hatte, dieser oder jener Track würde nicht funktionieren. Oder dass dieser oder jener Track fast funktioniert. Ich weiß nicht, ob Du weißt, was ich meine.
Ich weiß nicht, von welchen Tracks Du sprichst, aber ich ahne, was du meinst.
Das Lustige daran ist, es ist eine Frage der Produktion. Das sage ich der Band, und die wollen mich dann umbringen, weil sie nicht verstehen, was ich meine. Entweder, sie stimmen mir nicht zu, oder sie verstehen es nicht, oder sie denken, ich werde persönlich. (lacht) Sie nehmen es persönlich, wenn ich sage: "Hör mal, das funktioniert irgendwie nicht." - "I'm A Cuckoo" auf der letzten Platte zum Beispiel. Für mich haben da Vocals und Track nicht zusammen gepasst. Von der Produktion her. Es gab ein paar dieser Fälle, aber bei dieser Platte habe ich keine Beschwerden. Das ist gut!
Ich habe den Eindruck, es klingt viel fröhlicher, positiver. Zumindest in der ersten Hälfte des Albums. Ich rede von "White Collar Boy" und "The Blues Are Still Blue" beispielsweise. Die zweite Hälfte ist dagegen ein wenig sanfter.
Dieses Gefühl hast du wohl Stevie zu verdanken. Als es daran ging, das Album in die richtige Reihenfolge zu bringen, hat er das Ruder übernommen. Er hat darauf bestanden, dass wir viele so genannte "Up-Numbers" gleich zu Beginn haben. Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre es anders gelaufen. Aber dieses Mal ist es nach ihm gegangen.
Heißt das etwa, dass die anderen Bandmitglieder jetzt mehr Mitspracherecht bekommen?
Ich denke einfach, dass Stevie dieses Mal dickköpfiger war. Er war stolzer und glücklicher mit dieser Platte.
Hat er mehr geschrieben?
Nein, ich denke nicht, aber er hatte wohl das Gefühl, dass diese Platte mehr eine Kollaboration war. Dass es richtig wäre, dass er entscheiden darf, wie die Tracklist aussehen sollte. Ich hätte da eine große Szene draus machen können, aber ich (zögert kurz) habe ihm getraut.
Zufrieden ... Ich denke, es ist ok. Ich denke, ich hätte es anders gemacht. Ein klein wenig zumindest. Wenn ich mir heutzutage eine Platte anhöre, gefällt mir nicht, dass es immer so - Track eins, Bang! Track zwei, Bang! Track drei, Bang! Track vier, Bang! - abläuft. Und die ersten vier Stücke auf unserem Album sind genau so. Naja, "Act Of The Apostle" kommt langsam, das ist gut. Track zwei ("Another Sunny Day") ist auch gut, aber Track drei ("White Collar Boy") ... Mit dem dritten Track würde ich die Leute lieber greifen und ein wenig beruhigen. Vielleicht eine Geschichte entwickeln.
Das war auf den anderen Alben ja immer sehr präsent.
Genau. Es ist dieses Mal ein wenig dynamischer.
Wie lange ist das Album denn jetzt fertig?
Wir haben es im Sommer fertig gestellt. Wir haben uns sehr auf die Produktion, auf den Sound des Albums konzentriert, und sehr auf das Spielen der Gruppe. Es sollte die Platte zu einer beständigeren Sache machen. Nicht so etwas launisches, sondern etwas, was man sich immer wieder anhören kann. Klar habe ich mir die Platte oft angehört. Während der Aufnahmen, während dem Mastern. Es gibt einige Songs auf dem Album, die haben einen sehr soliden Sound. "Funny Little Frog" zum Beispiel. Der Sound von "Act Of The Apostle", das klingt einfach gut, richtig. Dieses Gefühl hatte ich bei unseren früheren Alben nicht so sehr.
Ihr seid für die Aufnahme des Albums nach Kalifornien gegangen. War das das erste Mal, dass Ihr außerhalb Großbritanniens aufgenommen habt?
Ja. Wir haben "Storytelling" zwar auch teilweise in New York aufgenommen, aber Teile dieser Aufnahmen sind im Müll gelandet. Das ist also unser erstes großes Projekt im Ausland.
Hat das vielleicht einen Einfluss auf den Sound?
Ich denke schon. Ich bin froh, dass du mich nicht nach dem Schreibprozess gefragt hast. Manche Leute fragen mich, wie mein Songwriting von Los Angeles beeinflusst wurde. Die Songs sind lange vorher fertig. Sonst wären wir nur Dummies. Der Sound hingegen ist eine Kombination aus der Tatsache, dass Tony Hoffer der Richtige für diesen Job war, dass er mit uns auf einer Welle lag und dass er uns in sein Lieblingsstudio gebracht hat. Er hat die Band gestimmt, fast so, als wären wir ein Orchester. Das ist das, was ein guter Produzent tun sollte. Bei jedem Stück hat er uns morgens in Position gebracht. Wenn er dann dachte, dass die Position jedes einzelnen Spielers richtig wäre, hat er mit der Balance angefangen. Dann hat er uns nochmal verschoben, oder ein Mikrofon anders eingestellt. So hat jeder Track eine andere Mischung und eine andere Balance erhalten. Schon bevor wir aufgenommen haben.
Wir haben live gespielt, aber wir haben eine Aufnahme gemacht. Obwohl wir live spielten, schufen wir etwas Künstliches. Es war fast so, als hätte er uns live abgemischt. Tony hat seine Hausaufgaben gemacht, und das ist großartig. Rough Trade, unsere Plattenfirma, kam nach Los Angeles an dem Tag, als wir den zweiten Teil von "Act Of The Apostle" aufnahmen. Da beginnen wir mit einem Instrumentalteil, der dann akustisch wird. Am Ende kommt dann nochmal eine Reprise. Es war ziemlich komplex, aber wir waren sehr selbstbewusst damals. Tony hat einen guten Sound hinbekommen.
Als wir es den Rough Trade-Leuten vorspielten, dachten sie, das wäre schon die fertige Platte. Das hat mich sehr gefreut. Aber es stimmte auch, man konnte es ja hören. Als ich gesungen habe, klang es so, als würde ich von einer Platte singen. Als würde ich schon die Platte hören. Wir wollten von Anfang an, als wir begannen Songs zu schreiben, einen schlagkräftigeren Sound und das Arrangement wirklich fertig haben. Wir wollten uns keine Sorgen um ein Streicherarrangement machen oder hinterher noch Dinge hinzufügen müssen. So konnten wir uns auf die Performance konzentrieren.
Wie sieht es mit einer Belle & Sebastian-Tournee aus?
Wir machen gerade die Tour durch Europa, also Frankreich und Deutschland fest und entscheiden mit unserem Booker Günther, welche deutschen Städte wir besuchen sollten. Wir möchten mal andere sehen. Wahrscheinlich sind wir im Mai hier.
Viel getourt seid ihr außerhalb der UK ja bislang nicht.
Ich glaube, wir haben Deutschland bisher einfach übersehen. Wir wollen aber immer wiederkommen, so lange die Band besteht.
Das hat gar nicht so viel direkt mit der Band zu tun. Ich habe aber schon in einem frühen Stadium davon gewusst. Die Herausgeber sind an uns herangetreten und erzählten, was sie vorhatten. Sie haben mir die fertige Geschichte zugesandt. Das ist cool, ich mag Comics. Ich habe irgendwo mal etwas von einem bestimmten Comic erzählt, "Optic Nerve", vielleicht hat sie das ermutigt, diesen Comic zu machen.
Und in diesem Comic werden dann Belle & Sebastian-Lyrics bebildert?
Genau, aber von einem unabhängigen Standpunkt. Jeder Comic-Zeichner hat sich einen Song ausgesucht. Ich habe ein paar davon schon durchgesehen. Einige sind sehr nah am Song, andere sind eher abstrakt. Vielleicht gehen sie da mehr nach einem Gefühl, den der Song ihnen gegeben hat. Aber jede Geschichte bezieht sich auf einen anderen Song.
Sind das Songs aus eurer ganzen Karriere?
Ja. Ich glaube, mein Lieblingscomic ist der zu einem Song namens "Marx And Engels".
Hast Du direkt mit der Band Future Pilot AKA zu tun, oder ist das eine befreundete Band?
Das ist ein Freund von uns, der uns ins Studio eingeladen hat. In den Achtzigern hatte er eine Band names Soup Dragons, er spielte dort Bass. Nach deren Ende sind alle Mitglieder in ziemlich verschiedene Richtungen gegangen. Seine Musik ist sehr eklektisch und traumartig. Es hat einen Hindu-Flavor. Er hat Sara und mich gefragt, ob wir auf seiner Platte singen wollen und es ist sehr poppig geworden.
In Glasgow scheint ja eine Menge vor sich zu gehen im Moment. Wie hat die lokale Szene auf Franz Ferdinand reagiert und alles, was danach passiert ist?
Manchmal denke ich, ich bin nicht lange genug zu Hause. Wenn man lange weg ist, fällt man aus den Dingen heraus und es ist schwer, wieder reinzukommen. Man muss hart arbeiten, um mitzubekommen, was alles so passiert ist. Aber ich sehe eine ganze Menge Kids, die Gitarren durch die Gegend schleppen. Und es gibt Bands, die ständig irgendwo auftreten, und eine ganze Menge Open-Mic-Nächte, wo Leute einfach mit ihrer Gitarre auf die Bühne gehen.
In einem Buch, dass ich über euch gelesen habe, wird immer wieder betont, dass ihr große Fußballfans seid. Stimmt das?
Ich liebe es, Fußball zu spielen. Eigentlich mehr als alles andere.
Du spielst also lieber, als im Stadion zu stehen?
Oh, ich habe jahrelang die Geschicke eines kleinen Teams verfolgt. Ich sehe sie leider nicht mehr so oft spielen, aber ich verfolge immer noch, was sie so machen. Sie nennen sich Ayr United.
Wo liegt das, Ayr?
Es ist an der Westküste von Schottland, fünfzig Kilometer südlich von Glasgow.
In der ersten schottischen Liga gibt es ja eine ganze Menge Spannung im Moment. Hearts Of Midlothian sind nur knapp hinter Celtic Glasgow, das war nicht immer so eine enge Sache.
Ja, und die Rangers sind abgeschlagen. Roy Keane hat gerade bei Celtic unterschrieben. Ich denke, er spielt ab sofort für sie. Das sind Big News in Schottland. (Mittlerweile ist auch Hearts weit abgeschlagen und alles läuft darauf hinaus, dass die Celtics wieder mal die Meisterschaft gewinnen.)
Habt ihr denn Gelegenheit zu spielen, wenn ihr auf Tour seid?
Wir spielen nicht selten! Wir organisieren Spiele mit den Fans, beziehungsweise lassen die Fans sie organisieren. Wenn wir in Los Angeles sind, dann spielen wir mit unseren Fans dort.
Du kennst das Buch sicherlich, es ist von Paul Whitelaw.
Ja, klar. Ich habe es für ihn Korrektur gelesen. Wir haben schon viele Interviews gemacht. Das Buchcover habe ich für ihn entworfen.
Wirklich? Das gefällt mir außerordentlich gut. Es sieht aus wie das Cover eines Jugendbuchs.
Das ist genau die Idee dahinter. Ein Buch für Jugendliche, das man vielleicht in einer Schulbücherei finden würde. In den Achtzigern oder Siebzigern vielleicht. - Aber ja, Paul ist ein Freund von mir. Es war lustig, das Buch zu lesen, weil es mich daran erinnert hat, wie witzig Stuard David ist. Auch Chris ist wirklich lustig.
Hast du die Platte von Isobell Campbell und Mark Lanegan gehört?
Nein, das habe ich nicht. Hast du sie gehört?
Ja, sie kommt im Januar raus. Mark Lanegan ist sehr präsent auf dem Album.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn kenne. Ist er berühmt?
Ich erzähle ihm noch, dass Mark Lanegan bei den Queens Of The Stone Age und bei den Screaming Trees aktiv war, aber schon seit langem Solosachen macht. Doch es ist offensichtlich, dass Stuart sich nicht wirklich dafür interessiert, was Isobel dieser Tage so treibt ...
Berlin, Container hinter der Columbiahalle, es regnet in Strömen. Teilweise trommelt der Regen während des Interviews so laut auf das Blechdach des Verschlages, der sich Backstagebereich schimpft, dass ich Richard Colburn, Drummer von Belle And Sebastian, kaum mehr verstehe ...
Eigentlich sollte ich ohnehin Gitarrist Stevie Jackson, einen der Köpfe der Band (Mastermind Stuard Murdoch ist zwar der Hauptverantwortliche für sämtliches Geschehen in der Gruppe, doch auch Stevie und Violinistin/Sängerin Sarah Martin haben ein Wörtchen mitzureden) rund um die wundervoll verträumte Musik der zurückhaltenden Schotten befragen. Der ist jedoch verschollen. Wohin bloß, denn in unmittelbarer Nähe der Columbiahalle gibt es nur eine kleine Attraktion: Den Berliner Winzlings-Flughafen Tempelhof. Ich bezweifele, dass er sich dort aufhielt. Doch Richard ist ein angenehmer, auf britische Art sehr lustiger Gesprächspartner.
Ich glaube, das ist eure erste Tour durch Deutschland, lieg ich da richtig?
Wir waren schon mal hier, aber es stimmt, wir sind noch nie richtig durch Deutschland getourt.
Ihr wart mal beim Haldern Festival ...
Ja, stimmt, das war crazy. Wir wussten da gar nicht genau, wo wir jetzt genau hingehen, was das ist. Da haben wir glaube ich "99 Luftballons" von Nena gecovert.
Nee, das war Kraftwerk. Sehr komisch, das von euch zu hören.
Ja, das ist eigentlich unser Stück für Düsseldorf.
Spielt ihr denn öfter mal Kraftwerk, oder habt ihr das nur an diesem Abend gemacht?
Nein, wir spielen normalerweise nicht Kraftwerk. Wir wählen unsere Coverversionen nach geografischen Gesichtspunkten. Wir suchen Bands aus, die einen Bezug zur Stadt haben. Aber ich weiß gar nicht mehr, was wir gestern in Köln gespielt haben. Ich war ziemlich schnell draußen. Freut sich kringelig darüber. (in Berlin spielten sie an dem Abend David Bowie, Anm. d. Red.)
Hört sich an, als ob ihr auf der Bühne sehr spontan wärt!
Ja, das hängt ja immer von der Venue ab, die wiederum bestimmt, wie das Publikum drauf ist. Wenn die Leute zum Beispiel stehen, kannst du viel besser mit ihnen in Kontakt kommen, es gibt ein Zusammenspiel. Sie diktieren dir manchmal, wie's weiter geht, rufen Songvorschläge auf die Bühne ... (Beim Konzert am Abend wünschte sich jemand einen Oasis-Song, was Belle And Sebastian zu weit ging. "Lazy Line Painter Jane" hätten sie gesungen, wenn sich eine Frau mit kräftiger Stimme auf die Bühne getraut hätte. "Dirty Dream Number Two" sangen sie dann wirklich in Begleitung einer Dame aus dem Publikum).
Ich habe zum Beispiel gelesen, dass ihr in Japan mal während des Gigs auf der Bühne Golf gespielt habt, stimmt das?
Ja, das war vor ein paar Jahren. Wir haben uns eine Spielzeug-Golfausrüstung gekauft. Ich weiß nicht mehr, welchen Song wir gespielt haben, aber mitten drin begannen wir, Golfbälle ins Publikum zu schießen und so. Das war verrückt.
Vor ein paar Jahren seid ihr noch nicht mal richtig auf Tour gegangenen, ganz abgesehen von Interviews, die wirklich rar waren. Wieso hat sich das jetzt geändert?
Vor drei oder vier Jahren waren wir in der Hinsicht ein wenig schüchtern. Das Touren war damals sehr schwer für uns, weil wir keine richtige Tour-Produktion hatten. Ein Freund von uns ist Produktionsmanager. Er hat einen Plan für uns aufgestellt, eine Crew zusammengesucht. Es ist jetzt so viel einfacher für uns. Jetzt kümmert sich jemand darum, dass es läuft, und so funktioniert alles richtig. Mit dem Touren ist das ja auch so: Je mehr du das machst, desto mehr Spaß macht es. Wenn du nicht live spielst, bist du nicht wirklich eine Band. Nur so wirst du immer besser.
Denkst du jetzt, dass ihr was verpasst habt, nachdem ihr so lange nur selten live gespielt habt?
Nein, die Dinge sind passiert, wie sie passiert sind. Das war die Entwicklung der Band. So haben wir wahrscheinlich mehr gelernt. Viele Bands haben mit ihrem ersten Album schon einen riesen Erfolg. Bei uns war das eine langsame Steigerung. Ich ziehe es vor, wie es bei uns gelaufen ist: da so langsam reinzurutschen.
Habt ihr denn erwartet, dass euer altes Plattenlabel "Jeepster" schließen würde?
Ja, ich habe das schon kommen sehen. Sieh mal, der Mann, der das Label Gegründet hat - und auch ein Freund von uns ist - hat das komplett privat finanziert. Er hat eine Familie und glaubte nicht mehr daran, dass er mit dem Label noch Geld machen würde. Ich dachte mir schon, dass er irgendwann aufhören würde, es zu finanzieren. Uns so war's dann auch.
Ihr seid dann zu Rough Trade gegangen. Hat der Vertrag bei einem größeren Label für euch etwas verändert?
Naja, kurz bevor wir den Vertrag unterschieben haben, haben wir mit Geoff Travis, dem Geschäftsführer von Rough Trade, geredet. Er sagte uns, er denke, wir hätten mehr Potenzial und wir könnten das noch besser machen, mehr Platten verkaufen, auch in anderen Zielgruppen. Wir haben dann mit ihm über ein paar Sachen in der Art gequatscht: Was passieren würde, wenn wir bei Rough Trade unterschrieben, wie viele Platten wir rausbringen würden, und wo wir touren würden. Wir haben bei vielen Sachen übereingestimmt. Er ist ein Typ, der der Band sehr viel Mut zuspricht. Eigentlich finde ich, dass es genau so weiter läuft, wie bisher. Wir schauen nur ein wenig mehr nach vorne als früher.
Wie kam es denn dann zur Zusammenarbeit mit dem Produzenten Trevor Horn (u.a. T.A.T.U., ABC)?
Für das letzte Album haben wir uns das erste Mal nach einem Produzenten umgeschaut. Wir hatten eine Liste von ungefähr vier Produzenten, mit denen wir arbeiten wollten. Aber keiner hatte Zeit, als wir aufnehmen wollten.
Wer war denn auf eurer Liste?
Ian Broudie von den Lightning Seeds, der schon ein paar Liverpool-Bands gemacht hat, ich weiß nicht mehr, wer die anderen waren. That's bad! Trevor Horn fiel uns erst später ein. Er rief uns an und sagte: 'Ich bin daran interessiert, mit euch zu arbeiten.' Wir dachten 'Jemand macht einen Telefonstreich, das ist ein Witz'. Er kam dann vorbei und er ist echt ein super Typ, wir kamen gut mit ihm aus und haben daraufhin beschlossen, mit ihm zu arbeiten.
Wie sehr hat er euer Album beeinflusst? Ihr habt euch ja schon verändert!
Ja, er hat uns wahrscheinlich schon sehr verändert. Ich denke aber, es sind vor allem die Facetten, die mit ihm gekommen sind. Er besitzt vier oder fünf Studios in der ganzen Welt. Eins in LA, zwei oder drei im UK, oder sonst wo. Da sind alles unglaublich faszinierende Studios, und in jedem arbeiten fünf oder sechs Leute die ganze Zeit mit ihm. Wenn du in so einem Studio bist, statt alles in einem Raum aufzunehmen, und es gibt wieder fünf oder sechs Studios in einem solchen Gebäude. Dann arbeitet einer in einem Raum an den Vocals, in einem anderen Raum wird an etwas anderem gearbeitet. Das ist wie eine Fabrik, und alles geht viel schneller. Diese Einrichtungen halfen bei der Arbeit am Album. Es ist sehr komisch, denn auf eine Art nahm er am Album teil, auf eine andere Art wiederum nicht. Auf der technischen Seite schon, aber mit den eigentlichen Songs und Arrangements, der künstlerische Seite hatte er kaum was zu tun. Ich denke, er dachte, die Songs bräuchten kaum noch Bearbeitung. Also hat er sich in der Hinsicht zurückgehalten.
Ihr seid ja ziemlich viele Musiker bei Belle And Sebastian. Wie läuft bei euch das Songwriting ab?
Das kommt drauf an, wer den Song geschrieben hat. Wenn jemand zu Hause den Song schreibt, und der schon vom Anfang bis zum Ende durchkomponiert ist, mit allen Melodien und so, dann arbeiten wir noch mal zusammen daran. Andere haben wieder nur eine sehr kleine Idee, und dann hilft jeder, daran zu schreiben. Es kommt darauf an, in welchem Zustand der Song der Band vorgespielt wird.
Jeder eurer Songs ist ja wie eine kleine Geschichte, wo kommen die Ideen dafür her? Ich weiß jetzt nicht, ob du da so genau Bescheid weißt!?
Ich denke, hm, Stuard macht das meist, die meisten Songs sind ohnehin von ihm. Er ist derjenige, mehr als Stevie und Sarah, der diese Mini-Stories hat. Ich weiß nicht, das entsteht wahrscheinlich aus dem, was er täglich erlebt. Und dann basiert es auf seiner Vorstellungskraft. Ich denke er läuft rum, sieht etwas und *bsching* 'ah, crazy', und schon ist die Geschichte da. Muss über seine Vorstellung vom B+S-Frontmann lachen.
War es eigentlich eure Idee, den "Catastrophe Waitress Contest" zu veranstalten, bei dem die schusseligste Kellnerin auf der Bühne gekürt wurde, oder war es die der Plattenfirma?
Das war wahrscheinlich das Label. Aber ich finde, das ist eine gute Idee. Wir hatten so was Ähnliches schon in Barcelona. Man konnte auf unserer Homepage einen Trip zu unserem Gig da gewinnen und uns dann treffen. Aber ich kann mich nicht mehr erinnern, wer das war. Das ist ja schlimm! Lacht über sich selbst.
Ihr hattet ja auch mal eine Zeit, in der ihr euch sehr ausgebrannt gefühlt habt und nicht wusstet, ob ihr weiter machen wolltet ...
Stuard kommt rein, ruft ein paar Mal 'Scheiße', freut sich drüber, dass er auf deutsch fluchen kann und verlässt den Raum wieder.
Das war gleich nach "Fold Your Hands, Child...". Nach der Aufnahme von einem Album muss das Timing richtig sein, und alles muss auf eine bestimmte Art ablaufen, um die Albumverkäufe anzukurbeln. So bald das Album draußen ist, musst du überall hin, um es zu promoten. Stuard fühlte sich nicht so super und ein paar andere auch nicht. Es hat auch sehr lange gedauert, dieses Album fertig zu kriegen. Everybody's hands were a bit scrambled. Also sind wir nicht mit dem Album auf Tour gegangen, als es Zeit dafür war. So lief es nicht so gut, wie es hätte gehen sollen. Und ich denke, das war die letzte ordentliche Veröffentlichung auf Jeepster. Das untermauerte wahrscheinlich auch deren Entscheidung, aufzuhören. Ich denke, wir haben aber nicht darüber nachgedacht, aufzugeben. Wohl aber darüber, die Art wie wir arbeiteten komplett zu ändern. Vielleicht überhaupt nicht mehr zu touren und eine reine Studioband zu werden.
Das ist komisch, weil die meisten Bands sagen: 'Wir machen vor allem Musik, um auf Tour gehen zu können!'
Jaaaa! Dieses 'Jaaaa!' kling richtig euphorisch. Aber für uns war das nie so. Naja, jetzt schon, jetzt mögen wir es. Es macht Spaß. Aber die ersten drei oder vier Jahre, die die Band existierte, haben wir vielleicht drei oder vier Shows im Jahr gespielt. Wir haben nie das Bedürfnis dafür gesehen. Wir haben uns eher als Studioband gefühlt. Großartige Platten aufzunehmen war wichtiger, als Shows zu spielen. Aber jetzt ist es einfach, zu touren und so macht es Spaß. Jetzt ist es von beidem ein bisschen.
Viele von euch haben ja auch Seitenprojekte. Wie klappt das?
Das war nie ein Problem. Das ist auch viel weniger geworden, weil wir jetzt so mit B+S beschäftigt sind. Ich war mal in vier Bands oder so, und alle waren irgendwie in vielen Bands. Aber das hat uns nie wirklich gestört, weil wir so viel Zeit hatten. Wir spielten drei oder vier Shows im Jahr, das gibt dir ein bisschen Zeit dazwischen. Die Aufnahme von den Platten hat ja auch immer nur ca. drei Monate gedauert. Und wenn du Musiker bist, möchtest du spielen. Wenn du nicht spielen kannst, wirst du frustriert. Das hat Belle And Sebastian nie berührt, aber jetzt sind wir viel zu beschäftigt, um das zu tun. Das wäre unmöglich.
Vor ein Paar Jahren wurdet ihr im Playboy zur besten Band gekürt ...
Das stimmt. Das ist wirklich lustig. Aber ich habe leider nie eine richtige Einladung von Hugh Heffner bekommen. lacht Ich habe jeden Tag in meiner Post danach gesucht. Aber sie kam nicht. Es war crazy. Wir haben eine e-Mail von unserem amerikanischen Label bekommen, die uns mitteilte, das wir im Playboy zur "Band Of The Year" gewählt wurden. Wir freuten uns, wussten aber eigentlich gar nicht, was das denn nun zu bedeuten hatte. Ich erwartete, eingeladen zu werden, aber es passierte nie. Ich wollte gerne mal auf so eine Playboy-Party mit den Playboy-Bunnies und dem ganzen Kram. Dass wir für die Party spielen. Und die Leute nippen dazu an ihrem Champagner.
... und dann mit einem Bunny in den großen Pool.
Ja, vielleicht das nächste Mal.
Ihr wart auch bei Top Of The Pops. Habt ihr euch da fehlplatziert gefühlt?
Nein, das war großartig. Das habe ich schon als Kind immer geguckt, das gibt es ja schon ewig im Fernsehen. Als Kind ist TOTP gucken das Highlight der Woche, das vergisst du nie. Es war gut, weil wir Playback gespielt haben, wir hatten also nicht den Druck, unsere Instrumente wirklich spielen zu müssen. Also haben wir uns vorher ziemlich betrunken. Das war super.
Ihr seid auf der Bühne aber nicht durchgedreht oder so?
Doch: ein Typ, mit dem wir immer im Studio arbeiten. Der hatte ein sehr spezielles Kostüm. Einen Gorilla-Anzug. Mitten im Song kam er darin auf die Bühne, begann mit uns zu kämpfen und so. Das war super. lacht
Danke für's Interview und eine schöne Show heute Abend.
Während wir uns die Jacken anziehen, quatschen wir noch ein wenig weiter. Über die englische Presse, die von der Band nicht sehr geschätzt wird. Und darüber, wer das auf den frühen Belle And Sebastian-Bildern eigentlich wirklich war. Aufgrund eben der starken Abneigung gegen den ausgeprägten Boulevardjournalismus der englischen Musikpresse ließen sie sich damals zwar vom NME interviewen, verweigerten jedoch dem Fotografen des Blattes das Recht, eigene Bilder zu schießen. Statt dessen behaupteten sie, selber welche zu machen und nachzureichen. In echt jedoch zerrten sie einige Freunde vor die Linse, fotografierten diese und deklarierten die dabei entstandenen Bilder als offizielle Bandfotos. So kam es, dass immer nur diese auftauchten und keine von der echten Band. Auch heute haben sie den NME noch nicht lieb gewonnen. Das sei doch einfach nur "Yellow Press", also Boulevard, die den Künstlern ihre Zitate im Mund umdrehe.
Fans Only (2003)
Fold Your Hands Child, You Walk Like A Peasant (2000), Tigermilk (Re-Release der 1996er LP) (1999), The Boy With The Arab Strap (1998), If You're Feeling Sinister (1996)
| Fr | 21.06.2013 | Belle & Sebastian Southside Festival (Neuhausen ob Eck) | |
| So | 23.06.2013 | Belle & Sebastian Hurricane Festival (Scheeßel) | |
| Sa | 31.08.2013 | Belle & Sebastian CH-Zürich Open Air (Zürich) |
Offizielle Seite der Indie-Lieblinge mit vielen schönen Spielereien.
http://www.belleandsebastian.com
Man kann sich hier enscheiden, ob man auf der sehr schön gestalteten Labelsite oder lieber auf der bandeigenen Homepage weitersurft.
http://www.belleandsebastian.co.uk
Spiel den Kuckuck und gewinne einen Trip zu B+S nach Barcelona.
http://www.imacuckoo.com/
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