Porträt

laut.de-Biographie

Isobel Campbell

Isobel Campbell als Retroqueen unter den Indie-Damen zu bezeichnen, wäre fast schon eine Untertreibung. Wer sie lediglich als Mitglied von Belle And Sebastiankennt, verpasst dabei so einiges. Dort tritt sie zwischen 1996 und 2002 fast nur als Cellistin und Backingvokalistin in Erscheinung.

Einer echten Singer- Songwriterin kann es auch bei der tollsten Band langweilig werden, wenn sie sich unterfordert fühlt. Also startet sie bereits 1999 ein Soloprojekt unter dem Namen The Gentle Waves. Zwei Alben lang nutzt die Schottin das Pseudonym. Erst 2003, mit der dritten Platte "Amorino" fasst sie das rechte Zutrauen zum eigenen Namen.

Stilistisch erweitert sich der Rahmen in Windeseile. Vom ehemals verhuschten Indiepop der Mutterband ist längst nichts mehr spürbar. Es sind die Vereinigten Staaten, die sie musikalisch immer wieder locken und faszinieren. So wendet sie sich zwischenzeitlich dem bluesigen Balladenjazz Billie Holidays zu.

Doch Lady Day ist allemal nicht genug Americana für die Glasgowerin. Als bekennender Clint Eastwood-Fan und Liebhaberin alter Folk-, Country- und Blues-Tracks zeigt sie der Welt eine ganz neue, angedunkelt folkende Seite. Doch ganz allein macht es noch keinen echten Spass. Es fehlt ihr der Kontrapunkt zu den eigenen, fragilen Elfen-Vocals.

Aus dieser Not heraus entsteht eine der interessantesten Duo-Kollaborationen seit Jahrzehnten. Der ehemalige Screaming Trees Chef Mark Lanegan gibt seitdem das raue Biest an der Seite der Schönen. Gemeinsam entwickeln beide einen ganz eigenen Mikrokosmos aus althergebrachten Zutaten. Zwischen Morricone, Lee Hazlewood und Nancy Sinatra, Townes Van Zandt und Lee Marvin richten sie sich gemeinsam die perfekt passende künstlerische Schublade ein.

Die Welt dankt es ihnen. Bereits das gemeinsame Debüt "Ballad Of The Broken Seas" reißt Kritiker und Fans gleichermaßen vom Hocker. Die kleinen Dramen und großen Geschichten aus der Feder Campbells eignen sich perfekt für das knurrige Organ des Indie-Outlaws Lanegan. Auch die beiden folgenden Werke "Sunday At Devil Dirt" sowie "Hawk" zementieren den Status als angesagtes Alternative Folk-Pärchen. Kein Wunder, dass beide sich immer mehr auf die gemeinsame Musik als Schwerpunkt konzentrieren. Alle anderen Projekte sind mittlerweile reine Nebensache. Wir passen zusammen wie Äpfel und Orangen! erklärt der ehemalige Grunge-Pionier. Vielleicht ist ja genau dieser Umstand das Geheimnis.

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