Porträt

laut.de-Biographie

U.D.O.

Wenn ein stämmiger Mann mit kurzen blonden Haaren in Tarnhose über die Bühne fegt und dabei so kreischt, dass eine Kreissäge vor Neid erblasst, ist klar: U.D.O. is in the House. Kaum jemand vertritt den deutschen Metal so erfolgreich und sympatisch wie der Namensgeber der Combo, Udo Dirkschneider.

Das Heavy Metal-Urgestein erblickt im Jahre 1952 in Wuppertal das Licht der Welt. Mit zwölf Jahren hört er erstmals eine Beatles-Platte, doch Teen Udo verlangt es nach härteren Geschützen, und so verfällt er dem rauen Style der Rolling Stones. Mit dem späteren Top-Produzenten Michael Wagener gründet er die "Band X", die sie später in Accept umbenennt. Der Rest ist Geschichte: Accept steigen zum Aushängeschild des Metals Made in Germany auf und feiern mit Judas Priest-mäßigen Hymnen Erfolge rund um den Globus.

1987 trennt sich die Band in Freundschaft vom Gründer mit der Reibeisenstimme, da dieser gesangestechnisch für nicht massenkompatibel genug befunden wird. Der Rest der Band möchte nämlich in Hardrock-Gewässern à la Scorpions fischen und den amerikanischen Markt erobern. Und Dirkschneider, dem kleinen Schreihals mit dem großen Herzen, wird eine solche Wandlung nicht zugetraut.

Doch er bleibt dem schnörkellosen, aggressiven Metal erhalten und gründet seine eigene Gruppe, U.D.O.. Der Name ist Programm, denn wie Kollege Rock'n'Rolf von Running Wild ist auch Dirkschneider im Laufe der Jahre bei der Formation die einzige Konstante. Auch wenn die Band in diversen Interviews behauptet, das Kürzel U.D.O. stehe für "United Dipstick Organization" - die anderen Musiker kommen und gehen.

Als nette Bescherung unterm Tannenbaum erscheint pünktlich zu Weihnachten 1987 das Debüt "Animal House". Das Album fängt dort an, wo Accept mit "Balls To The Walls" aufhören, denn hauptsächlich stammt das Material auch noch aus vergangenen Accept-Tagen. Schnelle Kracher wie "Animal House", "Go Back To Hell" oder "Lay Down The Law" wechseln sich mit ruhigeren Stücken wie "In The Darkness" und Midtempostampfern à la "We Want It Loud" ab.

Mit dem poppigen "They Want War" inklusive Kinderchor gelingt der Gruppe auch noch ein kleiner Single-Hit. Das Low-Budget-Video, gedreht auf einem alten Baugelände, sollte jedem Metal-Fan ein Begriff sein. Auf Grund der breiten Fanbasis, die Dirkschneider vor allem wegen seiner Down To Earth-Mentalität die Treue halten, wird die Platte zum überraschenden Erfolg.

Ein Jahr später steht dann mit "Mean Machine" die erste echte U.D.O.-Platte in den Läden. Wie nicht anders zu erwarten, brennt die Band wieder ein gnadenlos-straightes Heavy Metal-Feuerwerk ab. Als Support von Ozzy Osbourne kann sich die Bnad noch im gleichen Jahr auch vor einer größeren Audienz präsentieren.

Die Jahre 1990/91 sind von großen Gegensätzen geprägt. Während das dritte Album "Faceless World" unter sehr starkem Hardrock-Einfluss steht, geht der Nachfolger "Timebomb" als das bis dahin härteste Werk in die Bandgeschichte ein. Doch trotz des kreativen Erfolges folgen Rückschläge. Erst muss die Tour 1990 wegen körperlichen Problemen abgebrochen werden, ein Jahr später trennt sich die Formation dann ganz.

Der Sänger vertreibt sich die vier Jahre zwischen 1992 - 1996 mit der Reunion von Accept. Drei gute Alben sind das erstaunliche Resultat der fruchtbaren Zusammenarbeit. Doch nach "Predator" ist endgültig Schluss mit Deutschlands bekanntester Metalband, und Workaholic Dirkschneider ruft seine Gruppe wieder zusammen.

Mit dem Beitrag für ein Judas Priest-Coveralbum wird noch ein wenig der Rost aus den Knochen gespült, bis dann 1997 mit "Solid" die Comeback-Platte in den Regalen steht. Das Line-Up ist mittlerweile so durcheinander gewirbelt, dass Dirkschneider der einzige Ur-U.D.O. ist. An seiner Seite fungiert Ex-Accept-Drummer Stefan Kaufmann als Gitarrist und Produzent.

Mittlerweile haben Band und Fans auch die ehemaligen Ostblockländer entdeckt. Vom Triumphzug durch Russland, den über 100.000 osteuropäische Metalheadz verfolgen, legt " Live From Russia" (2001) eindrucksvoll Zeugnis ab.

2002 veröffentlichen die Mannen um Dirkschneider ihr achtes Studioalbum "Man And Machine". Das Line-Up sieht folgendermaßen aus: Igor Gianola (Gitarre), Lorenzo Milani (Schlagzeug), Fitty Wienhold (Bass), Udo Dirkschneider (Gesang) und Produzent Stefan Kaufmann (Gitarre).

Eine Besetzung, die in den folgenden Jahren ausnahmsweise mal Bestand hat, was sich daran zeigt, dass regelmäßig neue Alben erscheinen, darunter "Mastercutor" (2007), "Dominator" (2009) und "Rev-Raptor" (2011). Die einzige Auswechslung im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends erfolgt 2003, als Francesco Jovino das Schlagzeug übernimmt.

2012 beginnt mit einem lachenden Auge, denn es gilt, zwei Jubiläen zu feiern: Zum einen wird Udo 60 und zum anderen existieren U.D.O. seit mittlerweile 25 Jahren. Aus diesem Anlass kommen die üppige Retrospektive "Celebrator" und der neue aufgelegte Backkatalog auf den Markt.

Ende des Jahres verkündet Stefan Kaufmann jedoch, die Gitarre aus gesundheitlichen Gründen an den Nagel zu hängen. Er bleibe der Band verbunden und als Produzent tätig, schreibt er auf U.D.O.s Webseite. An seiner Stelle präsentiert die Band Anfang 2013 den Russen Andrey Smirnov (Jahrgang 1983).

Gleich im Anschluss steigt aus zeitlichen Gründen Leadgitarrist Igor Gianola aus, ersetzt durch den Finnen Kasperi Heikkinen (Jahrgang 1980, Ex-Amberian Dawn). Mit frischem Blut bringen U.D.O. im Mai 2013 ihr 14. Studioalbum "Steelhammer" auf den Markt, das weltweit in die Charts einsteigt und sich zu ihrem erfolgreichsten Album mausert. Anschließend begeben sie sich auf eine Welttour, die über USA, Russland und Skandinavien im Herbst nach Deutschland führt.

Und wenn sie nicht gestorben sind, rocken U.D.O. noch in 100 Jahren!

Interviews

News

Alben

U.D.O. - Celebrator: Album-Cover
  • Leserwertung: 2 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2012 Celebrator

Kritik von Michael Edele

Zum Geburtstag gönnt man sich mal was Besonderes. (0 Kommentare)

U.D.O. - Rev-Raptor: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2011 Rev-Raptor

Kritik von Giuliano Benassi

Das bewährte Konzept stößt an seine Grenzen. (0 Kommentare)

U.D.O. - Dominator: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2009 Dominator

Kritik von Giuliano Benassi

Hier kommt der Soundtrack zur Schweinegrippe. (0 Kommentare)

U.D.O. - Mastercutor: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2007 Mastercutor

Kritik von Giuliano Benassi

Nach wie vor einer der besten deutschen Heavy Metal-Acts. (0 Kommentare)

U.D.O. - Man And Machine: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2002 Man And Machine

Kritik von Stefan Johannesberg

Auch mit fast 50 Lenzen poliert dir Udo Dirkschneider noch die Fresse. (0 Kommentare)

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