laut.de-Kritik

Hier kommt der Soundtrack zur Schweinegrippe.

Review von

Nach dem Ende der stürmischen Beziehung mit Accept scharte Udo Dirkschneider treue Musiker um sich, die seine U.D.O. tatsächlich in eine Band aus Fleisch und Blut verwandelten. Was auch daran zu erkennen ist, dass nicht mehr Dirkschneiders Gesicht grimmig von den Covern guckt, sondern mehr oder weniger dämonische Kunstfiguren.

Hieß die von 2007 noch "Mastercutor", handelt es sich zwei Jahre später um den Dominator, wobei kein tieferer Sinn dahinter stecke, wie Dirkschneider betont. Ein Maskottchen macht sich trotzdem immer gut, wie etwa Iron Maidens Eddie seit Jahrzehnten vorführt.

Musikalisch bleibt dann alles beim Alten. Wie gewohnt besteht das Gerüst aus Dirkschneiders heiserem Reibeisen und der soliden Arbeit der Gitarristen Stefan Kaufmann und Igor Gianola. Experimentierfreude bleibt eher außen vor, doch die braucht hier eh keiner.

Dennoch wartet das Album mit der ein oder anderen Überraschung auf. Bevor es zur Sache geht, beginnt der Opener mit Klavier. "Heavy Metal Heaven" lässt schlimmste Powerballaden-Selbstbeweihräucherung befürchten, entpuppt sich aber als Gegenteil: die Verarschung von Möchtegern-Rockstars. "Devil's Rendevouz" kommt so schunkelnd daher, dass trotz Verzerrer schon fast Volksmusikstimmung aufkommt.

Doch natürlich sind es die klassisch aufgebauten Stücke, die am besten rüberkommen. Die erste Singleauskopplung "Inflicted" etwa, deren Refrain "Inflicted, inflicted by disease" wahrlich das Zeug zum Schweinegrippe-Titelsong hat. Den Weg in den Gehörgang finden auch "The Bogeyman" und "Speed Demon". Die obligatorischen Balladen heißen diesmal "Stillness Of Time" und "Whispers In The Dark".

"Dominator" ist ein schnörkelloses Album, wie man es von U.D.O. kennt. Eine gute Basis für die anstehende Tour. Zwar klingt die Scheibe nicht ganz aus einem Guss wie "Mastercutor" und hat das neue Maskottchen nicht ganz das Ding zum Bühnenliebling, dennoch hält sich Dirkschneider nach über 30 Jahren im Metalbusiness auf hohem Niveau. Was man von anderen Kollegen in seinem Alter kaum behaupten kann.

Trackliste

  1. 1. The Bogeyman
  2. 2. Dominator
  3. 3. Black And White
  4. 4. Infected
  5. 5. Heavy Metal Heaven
  6. 6. Doom Ride
  7. 7. Stillness Of Time
  8. 8. Devil's Rendezvous
  9. 9. Speed Demon
  10. 10. Whispers In The Dark

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