Porträt

laut.de-Biographie

Tiger Lou

Zugegeben: Tiger Lou alias Rasmus Kellerman besitzt wenig Einzigartiges. Als schwedischer Songwriter mit Hang zum ausschweifenden Gefühl versucht er nicht etwa, melancholische Musik völlig neu zu entdecken - was wohl auch ein äußerst schwieriges Unterfangen wäre. Stattdessen führt der 1980 geborene Kellerman eine kleine Tradition nordischer Solisten fort.

Wie schon Refuseds Dennis Lyxzén mit The Lost Patrol, Fireside-Kopf Kristofer Aström und Nikola Sarcevic von Millencolin greift er zur Klampfe und verfolkt Einzelgängertum. Schon 1997 beginnt Tiger Lou, an Songskizzen zu basteln. Die bewegen vielleicht nicht die Welt, vermögen aber den individuellen Mikrokosmos sachte wie ein Dimmer zu erhellen.

Gemeinsam mit seiner Frau Andrea Kellermann, die später mit Firefox AK Furore machen wird, zieht Kellerman 1998 nach Stockholm. Doch es vergehen weitere fünf Jahre, bis seine Lieder zumindest regionale Aufmerksamkeit erhalten: Das schwedische Indielabel Startracks veröffentlicht, nach zwei Plattensingles auf Black Star Foundation, die EP "Trouble And Desire". Sie enthält mit "Sam, As In Samantha" einen ersten Minihit, den Videoregisseur Magnus Renfors in dunklen stimmungsvollen Bildern präzise abfotografiert.

Obwohl nur diese EP auf der Habenseite, bricht Tiger Lou zu einer einmonatigen Reise durch die Vereinigten Staaten und Deutschland auf. Dem weitgehend allein eingespielten "Is My Head Still On?" folgen zahlreiche weitere Europakonzerte. Mal solo, mal mit Unterstützung einer Liveband (Erik Welén, Mathias Johansson und Pontus Levahn) trägt er seinen Herzschmerz in die Welt.

Auch hierzulande erntet das Debütalbum mit kurzer Zeitverzögerung viel Lob, bei den schwedischen Alternative Music Awards wird Kellerman sogar zum "Newcomer des Jahres" nominiert. Trotzdem fühlt er sich nicht ganz ausgelastet. Deshalb bespielt der Multitasker mit den Projekten Araki, Yun Bao, Las Puertas und Organus bisweilen diverse Nebenschauplätze. Außerdem entwirft er mit Gattin und Vater im hauseigenen Designstudio Magazin-Layouts.

Im Herbst 2005 erscheint dann das vergleichsweise wavelastige Zweitwerk. Es sei sehr von Robert Smith inspiriert, erklärt der Songwriter. Klangverwandtschaft besteht darüber hinaus vor allem zu Kristofer Aström. Tiger Lou beleuchtet auf der Platte weiterhin das Zwischenmenschliche und überlässt anderen das Experimentieren - ehrliches Handwerk.

Alben

  • Tiger Lou-Homepage

    Videos, Bilder und die persönlichen Plattencharts der Band.

    http://www.tigerlou.com

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