Porträt

laut.de-Biographie

Fireside

Nachdem zu Beginn der 90er die Hardcore/Rockbands in Schweden wie Pilze aus dem Boden schossen, konnte man schlecht vorhersehen, dass sich Fireside zu einer der innovativsten Rockbands Schwedens entwickeln würde. 1994 gegründet und 1995 im Heimatland schon längst als Helden gefeiert, versuchen Fireside mit Ihrem Debüt "Fantastic Four" auch auf der anderen Seite des Teichs zu landen. Dies erweist sich anfangs schwieriger als gedacht. Sie touren in Europa mit Fu Manchu und treten in den Staaten auf dem Lollapalooza-Festival als erste schwedische Band überhaupt auf. "Fantastic Four" weiß die Schweden zu begeistern, doch erst ihr 95er Album "Do Not Tailgate" bringt den verdienten Durchbruch.

Sie räumen den schwedischen Grammy für das beste Rockalbum ab und erhalten einen Deal bei Rick Rubins American Recordings. Und so verbreitet sich ihr Song "Kilotin" in alle Welt. Sie spielen in NYC und anderen großen amerikanischen Städten, lange bevor die Schwedenrockwelle losbricht. 1997 bringen Fireside ihr drittes Album "Uomini D'onore" an den Start, das auf Anhieb einen Platz in den Top Ten erreicht. Soundtechnisch ausgereifter und weit experimentierfreudiger zeigen sie ihren Konkurrenten, wo es lang geht.

Mit der Doppel CD "Hello Kids" beweisen Fireside auch ihr Talent für Cover-Versionen. Das Album enthält eine feine Auswahl, sowie alle bisher veröffentlichten B-Seiten-Tracks und Outtakes. Kurze Zeit darauf kommt auch ein Remix-Album ihres Debüts heraus. Zu dieser Zeit tut sich Sänger und Songwriter Kristover Aström besonders hervor: er erweitert seinen musikalischen Output mit dem Sideprojekt "Kristover Aström und Hidden Truck" und veröffentlicht unter anderem 1998 das Hitalbum "Go, went, gone", das zeigt, dass Herr Aström auch anders kann - melancholisch und verträumt.

Erst im Jahre 2000 lassen Fireside wieder von sich hören. Aber das Warten hat sich gelohnt. Mit "Elite" festigen Fireside ihren Platz im schwedischen Rockhimmel und liefern ihr bisher innovativstes, abwechslungsreichstes und ungewöhnlichstes Album ab. Musikstile wie Country, Prog-Rock oder Poprock werden hier auf intelligente Weise vereint. Komischerweise erscheint dieses Album jedoch nicht mehr in den USA und wird kommerziell eher ein Reinfall für Fireside. Warum, das können sich die Mannen selbst heute noch nicht erklären. Für die meisten Fireside-Fans entwickelt sich Elite" trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, zum Kultalbum.

Dann wird es wieder still um sie. Lediglich der Name Aström kursiert hier und da in der Musikwelt. Doch 2003 scheint es so weit zu sein. Mit "Get Shot" kehren Fireside zwar nicht laut schallend zurück, überraschen aber durch musikalische Zurückhaltung und hervorragendes Songwriting. Sie springen eben nicht auf den bequemen Zug des Trends auf, sondern besinnen sich wieder auf das Wesentliche - den Rock.

"Get shot" überzeugt als bodenständiges, vernünftiges, aber durchwegs intelligentes Rockalbum mit Popappeal. Es scheint die verschiedensten Facetten zu vereinigen, vom Stoner- bis zum Prog-, Punk- oder Pop-Rock, abwechslungsreich und potentiell hitverdächtig.

Alben

Fireside - Get Shot: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2003 Get Shot

Kritik von Frank Gaspari

Alles andere als ein konstruiertes Rockalbum. (0 Kommentare)

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