Porträt

laut.de-Biographie

Kristofer Aström

Das Fireside-Korsett ist ihm irgendwann einfach zu eng: Der emotionale Post-Hardcore der Marke Quicksand bietet Kristofer Aström keinen Raum, andere Seiten seiner Persönlichkeit musikalisch zum Ausdruck zu bringen. Wie drei seiner Bandkollegen startet der Fireside-Sänger und Gitarrist daher 1998 ein Nebenprojekt. Schnell findet der eigentlich menschenscheue Mann passende Mitmusiker, die ihn fortan unter dem Titel The Hidden Truck begleiten.

Bewaffnet zumeist nur mit seiner Klampfe und den Ideen im Kopf, schreibt Aström für sein im selben Jahr erscheinendes Solodebüt "Go, Went, Gone" introvertierte Songperlen, in denen die Lyrics im Mittelpunkt stehen. Melancholisch erzählt er von unerwiderter Liebe und Isolation; auch die Heimatstadt Stockholm bezeichnet Aström als Ursache für die düstere Grundstimmung. Die spärlich instrumentierten Stücke entfalten sich am besten vor dem Kamin, wenn draußen die Schneeflocken rieseln und die Einsamkeit die Seele bedrückt. Schlichter Country'n'Folk, der berührt.

Auf dem Nachfolger, hierzulande nach viel Ärger mit Festplatten-Crashs 2002 veröffentlicht, bezieht der Singer/Songwriter erstmals Hidden Truck voll mit ein. Inhaltlich bietet "Northern Blues" vergleichbare Kost wie das Debüt, musikalisch erweitern dezent rauhere Passagen wie "Not There" das Klangbild. Aströms Bekanntheitsgrad in Deutschland steigt mit dem hervorragend produzierten Album weiter an.

2004 spielt er das Stück "The Wild" im Duett mit Britta Person ein. Das Stück findet in überarbeiteter Version auch den Weg auf das 2005er Album "So Much For Staying Alive". Zu dieser Zeit zieht der Schwede von der Großstadt Stockholm in den Wald vor Göteborg. "Weil ich Stockholm kalt und unfreundlich fand", gibt er lapidar zu verstehen. Wie nie zuvor lässt der Einzelgänger auf dem Werk Gitarren sprechen, doch auch Fans des ruhigen Aströms kommen nicht zu kurz. Laute und leise Passagen halten sich auf der Platte gekonnt die Waage.

Auch in den folgenden Jahren veröffentlicht er eifrig Alben von der melancholischen Seite des Lebens. "Ich trage viele Songs in mir, ich habe noch nie unter einer Schreibblockade gelitten. Mir ist wichtig, nicht auf der Stelle zu treten und nicht den gemütlichen Weg zu gehen, sondern immer wieder neue Pfade zu entdecken", erklärt er 2015. So spielt er "The Story Of A Heart's Decay" (2016) in nur sieben Tagen live ein - unter klaren Voraussetzungen: Kein Instrument oder Mikro darf verwendet werden, das nach 1978 hergestellt wurde.

Alben

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