Porträt

laut.de-Biographie

Scream Silence

Die Entstehungsgeschichte von Scream Silence verläuft eher unspektakulär: Sänger und Keyboarder Hardy Fieting, Gitarrist Jörg Rennewald, Drummer Heiko Wolf und Bassist René Schulz finden 1998 in Berlin mit dem Ziel zusammen, anspruchsvolle Gothic-Musik zu erschaffen.

Einflüsse von 80er Bands wie den Sisters Of Mercy, Depeche Mode oder The Mission und aktuelleren Sachen wie Paradise Lost prägen den Sound der Band, lassen aber genug Raum für Eigenständigkeit. Diesem Ziel kommen sie mit dem Debüt "To Die For ..." schon ziemlich nahe, wird die über das Berliner Moonstorm Label veröffentlichte Scheibe doch driekt im Szene-Mag Orkus zur Platte des Monats gekürt. Fietings charismatischer Gesang kann sowohl im deutschen Bereich, als auch im internationalen Raum als herausragend und einzigartig bezeichnet werden.

Auf der Abschiedstour von Dreadful Shadows beweisen sie als Opener, dass sie nicht nur auf Tonkonserve überzeugen, sondern auch live ihre Leistung bringen. Auch auf dem eher als Reinfall zu verbuchenden Wave Gothic Treffen 2000 spielen sie - ohne Gage - vor einem doch beträchtlichen Publikum und räumen auf ganzer Linie ab. Im Frühjahr 2001 erscheint mit "The Sparrows And The Nightingales" eine Cover-Version von Wolfsheim als Single, die einen Vorgeschmack auf das im Mai erscheinende zweite Album "The 2nd" bietet. Auf der CD setzen Scream Silence ihren eingeschlagenen Weg fort.

Sowohl der Posten an der Gitarre, als auch der am Bass haben sich auf dem neuen Album verändert. Für die vakanten Jobs holen sie sich die ehemaligen Scroot-Mucker Basser Cornel Otto und Gitarrist Robert Klausch ins Boot. Noch bevor sie sich mit den Aufnahmen zur dritten Scheibe "Seven Tears" beschäftigen, machen sie ein kleinere Tour durch Deutschland mit den Kollegen The Cascades. Danach steht die neue CD auf dem Plan, die Ende April in den Regalen liegt. Auf "Seven Tears" dominiert wieder ganz klar Hardys einschmeichelnde, tiefe Stimme und degradiert alle Instrumente fast zur Nebensächlichkeit.

Leider zeigt sich in der Folgezeit, dass Moonstorm kein großes Interesse daran besitzen, das Album entsprechend zu promoten. Doch trotz ausbleibender Werbung verkauft sich "Seven Tears" doppelt so gut wie der Vorgänger. Ende 2003 spielen sie als Co-Headliner auf dem "Herbstnächte Festival" auf Burg Rabenstein und warten als Überraschungsgast mit Sisters Of Mercy-Gitarrist Adam Pearson auf. Zusätzlich dazu haben sich Hardy und Co. noch die Dienste einer Violinistin und einer Cellistin gesichert.

Basser Cornel, der seinen Ausstieg schon lange auf das Frühjahr 2004 angekündigt hat, zieht diese Entscheidung tatsächlich durch. Das ist aber nicht weiter tragisch, da sie mit Hagen Schneevoigt (Tunes Of Dawn) schnell adäquaten Ersatz finden. Um endlich die volle Kontrolle über ihre Angelegenheiten zu bekommen, gründen Scream Silence im Frühjahr 2004 ihr eigenes Label Plainsong Records und machen sich an die Arbeiten zum nächste Album.

"Elegy" erscheint Ende Oktober 2004 und zeigt einmal mehr, zu was die Band mit Sänger Hardy fähig ist. National müssen sie den Vergleich mit anderen Bands schon lange nicht mehr scheuen und auch international sind die Berliner inzwischen ganz weit vorne mit dabei. Anfang Juni verkünden sie den Einstieg von Hagens Tunes Of Dawn-Kollegen René Gödde als zweiten Live-Gitarristen.

Mit ihm zusammen lässt sich natürlich deutlich gitarrenorientierter arbeiten und so treten seine Einflüsse auf "Saviourine" maßgeblich in den Vordergrund und kontrastieren angenehm Hardys nach wie vor warme Stimme. Erstmals verbucht die Band auch in Osteuropa dank eines anständigen Vertriebs steigende Album-Verkaufszahlen. Dies trifft ebenso auf das im Folgejahr erscheinende "Aphelia" zu, auf dem sich die Band deutlich düsterer und introvertierter präsentiert.

Damit ist die als Trilogie angelegte Geschichte erst einmal abgeschlossen und Scream Silence gönnen sich bis Ende 2007 eine wohlverdiente Pause. Als sie sich an die Arbeiten zu ihrem siebten Album machen, bekommt Hardy Anfang des Jahres ernsthafte Probleme mit seiner Stimme, was sich derart ausweitet, dass er ernsthaft über sein Karriereende nachdenkt.

Glücklicherweise übersteht er diese ernste Phase und es kommt zu einem weiteren Album. Ende November 2008 steht "Apathology" in den Läden und klingt entgegen seines Titels durchaus lebhaft.

Alben

Scream Silence - Apathology: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2008 Apathology

Kritik von Michael Edele

Die Berliner Goth-Rocker bleiben ihren Trademarks treu. (0 Kommentare)

Scream Silence - Elegy: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2004 Elegy

Kritik von Michael Edele

Kaum einer leidet so schön wie Hardy Fieting ... (0 Kommentare)

Scream Silence - The 2nd: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 5 Punkte

2001 The 2nd

Kritik von Michael Edele

Akustische Untermalung für einen sommerlichen Sonnenuntergang. (0 Kommentare)

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