Porträt

laut.de-Biographie

No Fun At All

Woran es liegt, dass ausgerechnet aus dem sonst so verschlafen wirkenden Schweden ein beachtlicher Teil der Melodic Punk-Bands stammt, kann man nur mutmaßen. Vielleicht zwingen einem die weite Landschaft, die Stille und der viele Wald ein so kalifornisches, sprich stets besonntes Gemüt quasi auf?

Eine andere Vermutung liegt bedeutend näher: Wer so eindrucksvoll wie No Fun At All vormacht, wie man es aus einem schwedischen 4000-Seelen-Kaff namens Skinnskatteberg auf so ziemlich alle wichtigen Bretter der Welt, auf die T-Shirts und in die Herzen einer ganzen Generation von Rollbrettfahrern schafft, der findet schnell Nachahmer – nicht zuletzt in Kalifornien und der dortigen Punkrockszene selbst.

Anfang der Neunziger Jahre legt der AC/DC-Fan, Gitarrist und Songwriter in Personalunion Micke Danielsson zusammen mit Bassist Henrik Sunvisson und Drummer/Sänger Jimmy Olsson den Grundstein für die Band - der Name wird zur einen Hälfte vom Sex Pistols-Song "No Fun", zur anderen von "Sick Of It All" abgeleitet. Bereits 1993 verlässt Olsson die junge Formation wieder - für ihn springen neben Ingemar Jansson als neuer Frontmann der Schlagzeuger Kjell Ramstedt und Krister Johansson als zusätzlicher Gitarrist ein.

Das im selben Jahr gegründete und noch unbekannte schwedische Label Burning Heart veröffentlicht kurz darauf die erste EP "Vision" in der Hoffnung, die 1000 Pressungen der Scheibe an den Mann bringen zu können. Die Single explodiert, mehr als 25.000 Mal geht die Debüt-EP über nicht nur schwedische Ladentheken. So gesehen haben No Fun At All ihren Beitrag sowohl für schwedischen Punk-Export, als auch für die heutige Heimat von Kapellen wie z.B. Millencolin, den Donots und den Dropkick Murphys geleistet.

In den folgenden vier Jahren entwickelt der Fünfer einen immer persönlicheren Sound, der sich von frühen und hörbaren Inspirationsquellen wie Bad Religion emanzipiert und dafür breitere Genre-Nuancen z.B. eines Elvis Costello, der Ramones oder auch Black Sabbath in sich aufnimmt. Nach den drei Alben "No Straight Angles", "Out of Bounds" und "The Big Knockover" verlässt Bassist Henrik Sunvisson aufgrund musikalischer Differenzen die Combo. Für ihn wechselt Stefan Neuman von Puffball zu NFAA.

In dieser Zusammensetzung erscheint 2001 das letzte Studioalbum "State of Flow". Danach ist vorerst Schicht im Schacht, die Band löst sich im gegenseitigen Einvernehmen auf – nicht jedoch ohne mit "Master Celebrations" noch ein Best Of zu veröffentlichen. "Wir hatten eine großartige Zeit, haben fast überall auf der Welt gespielt und Erfahrungen fürs Leben gemacht. Aber alles hat ein Ende und wir wollen aufhören, solange wir noch das Gefühl haben, eine großartige Band zu sein", gibt Sänger Jansson zu Protokoll.

Besonders ungroßartig fühlt man sich aber so schnell auch wieder nicht: Nach einer kurzen Pause folgen bereits 2004 gelegentliche Auftritte und erste Reunion-Gigs, die vier Jahre später in ein neues Studioalbum münden. "Low Rider" erscheint 2008 nicht nur auf dem eigenen Label Beat Em Down Records, sondern zur Freude der Fans auch mit angekündigten Tourplänen, frei nach dem schwedischen Sprichwort: "Niemand wird so alt, dass er nicht glaubt, noch etwas länger leben zu können."

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