Porträt

laut.de-Biographie

Klaus Voormann

In einem gewissen Sinne war es ein Treffen mit historischer Dimension. "Leicht merkwürdig aussehende Leute kamen herein, die sich von allen anderen abhoben. Wir dachten sofort: Gleichgesinnte! Es lag das gewisse Etwas in der Luft. So lernten wir Jürgen, Astrid und Klaus kennen", erinnert sich Paul McCartney in der "Beatles Anthology".

Die Szene spielt sich 1960 im Hamburger Kaiserkeller ab, die erwähnten drei werden in der Geschichte der Beatles und ihrer Mitglieder eine gewichtige Rolle spielen: Jürgen Vollmer als "Erfinder" der Pilzkopffrisur, Astrid Kirchherr als Fotografin und Klaus Voorman als Grafiker und musikalischer Wegbegleiter.

1938 in Berlin geboren, lebt Voormann zu Beginn der 60er Jahre in der Hafenstadt, wo er als Absolvent der Meisterschule für Gestaltung als Grafiker arbeitet. Das Treffen mit den Beatles hat für ihn weitreichende Folgen: Bassist Stu Sutcliffe spannt ihm seine Freundin Astrid aus, bringt ihm dafür aber seine ersten Bassläufe bei.

1966 feiert Voormann den internationalen Durchbruch. Einerseits ist er Bassist der Manfred Mann Band, andererseits gestaltet er das Beatles-Album "Revolver" und erhält dafür einen Grammy. Zunächst fährt er zweigleisig weiter, etwa mit zwei Covern für die Bee Gees. In den 70er Jahren ist er jedoch vor allem als Musiker tätig, unter anderem für die ehemaligen Mitglieder der Beatles, B.B. King oder Peter Frampton.

Er spielt auf Lou Reeds legendärem Solodebüt "Transformer" ebenso wie auf George Harrisons Meilenstein "All Things Must Pass". Den Gitarristen unterstützt er auch bei der Organisation seines Kozertes für Bangladesh 1971 im Central Park.

Voormann ist Mitglied von John Lennons Plastic Ono Band und nimmt an den Sessions teil, die zur Aufnahme von "Imagine" und "Jealous Guy" führen.

Zu Beginn der 80er Jahre landet er mit den noch völlig unbekannten Trio einen Riesenerfolg als Produzent von "Da Da Da". Er arbeitet zudem für Heinz Rudolf Kunze und spielt mit Marius Müller Westernhagen.

Später erregt Voormann mit dem Mammutprojekt "The Beatles Anthology" Aufmerksamkeit, für das er nicht nur CDs und DVDs gestaltet, sondern auch das Hunderte Seiten dicke Buch mit unzähligen Collagen.

Im neuen Jahrtausend ist er vor allem wieder als Grafiker tätig und entwirft Artworks für Turbonegro ("Scandinavian Leather") und Mando Diao ("Gloria"). Zudem nimmt er eine Platte unter eigenem Namen auf. Dafür reist er um die Welt, um alte Weggefährten zu treffen und mit ihnen zu spielen. Auf der beeindruckenden Gästeliste stehen unter anderen Paul McCartney, Ringo Starr, Cat Stevens und Dr. John.

"A Sideman's Journeyney" erscheint im Sommer 2009. Ein Teil der Einnahmen fließt an das "Lakota Environment & Halth Project", mit dem Voormann und seine Frau Christine das gleichnamige Indianer-Reservat im US-Staat South Dakota unterstützen.

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