Porträt

laut.de-Biographie

Cat Stevens

Geboren wurde Cat Stevens, mit bürgerlichem Namen Steven Demetri Georgiou, am 21.07.1948 in London. Schon früh widmete er sich der Musik und komponierte und textete eigene Songs. Die englische Plattenfirma Decca wurde auf ihn aufmerksam und bot ihm einen Plattenvertrag. Dort veröffentlichte er bis Ende der 60er Jahre ca. 30 Songs, die jedoch kaum Erfolg verbuchten. Nach stressigen Tourneen wurde er 1968, mit dem Verdacht auf Tuberkulose, schwerkrank in ein Krankenhaus eingeliefert. Es sollte das vorläufige Ende seiner 1. Karriere sein.

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Das sogenannte "2. Leben" begann für Cat Stevens Anfang der siebziger Jahre. Viel erfolgreicher als vorher. Dazu trugen vor allem seine folkigen Songs bei, die weit über die britischen Grenzen hinaus, gesungen und oft interpretiert wurden. Hits wie "Morning has Broken", "Father And Son", "Wild World" und viele andere machten ihn zum gefragten Star. Auch der Film "Harold & Maude", für den Cat Stevens 1971 die Musik schrieb, schob seine Karriere bedeutend an.

Doch 1978, nach Veröffentlichung seiner Platte "Back To Earth", war plötzlich Schluss. Cat Stevens wechselte seinen Namen, nannte sich ab sofort Yusuf Islam und tauschte seinen christlichen Glauben mit dem islamischen. Schluss aus vorbei mit Ruhm und Kohle. Er zog sich zurück, und überließ seine Musik den Anderen. Dabei ist seine Religiosität keineswegs nur Lippenbekenntnis, jedes Jahr spendet Yusuf Islam ca. 400.000 Dollar von seinen Tantiemen an die UNICEF. Bis heute ist er dem Koran treu geblieben. Er singt islamische Lieder und betet von morgens bis abends.

Auch ein belehrendes Album für Kinder mit dem Titel "A Is For Allah" hat Yusuf schon veröffentlicht. Alles ganz harmlos - bis auf eines: Angeblich hat der Mann sich nicht entblödet, den Mordaufruf gegen Salman Rushdie zu unterstützen. Von einem Reporter darauf angesprochen, antwortet er: "Darüber möchte ich nicht reden. Ich weiß wirklich nicht, warum dieses Thema von der Presse so breitgetreten worden ist, wenn nicht, um das allgemeine Vorurteil von der Gewalttätigkeit des Islam zu fördern ... Schon bei Jesus stand auf Gotteslästerung Steinigung." Ziemlich abgedreht.

Später gab er an, dass er nur eine Briefaktion gegen das Buch mit getragen habe, aber nicht die Verfolgung des Schriftstellers. Mit der sei er nicht nur nie einverstanden gewesen, vielmehr habe sie ihm sogar die Augen über den Extremismus geöffnet.

Deshalb betritt Yusuf auch nach den Attentaten von New York wieder eine Bühne - über 25 Jahre nach seinem letzten öffentlichen Auftritt. Mit einer a capella Version von "Peace Train" wolle er zur Hilfe für die Opfer der Attentate am 11. September beitragen und außerdem zu Verständnis und Akzeptanz zwischen den Religionen aufrufen, erklärte er in einer Pressemitteilung. Eigentlich hatte sich Yusuf nach seinem Beitritt in die islamische Religionsgemeinschaft von der Popmusik abgewandt, da sie Inhalte vermittle, die nicht mit den Grundsätzen seiner neuen Religion zu vereinbaren seien.

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Die Terrorattentate seien eine schwere Belastung für ihn. Neben dem Bedürfnis zu helfen wollte er auch deutlich machen, dass "diese Attacken von Massenmördern nichts mit dem Islam und dem Glauben der Muslime zu tun haben." Der Terrorangriff habe nicht nur die Opfer zerstören wollen, sondern auch "diese wunderbare Religion".

Im November 2006 veröffentlicht Islam nach fast dreißig Jahren Pause wieder ein Pop-Album. "An Other Cup" enthält neue Songs und einige neu eingespielte Hits aus der Cat Stevens-Zeit. Die Coverversion von "Don't Let Me Be Misunderstood" reflektiert natürlich auch eigene Erlebnisse, auch wenn Yusuf sich weiterhin weigert, zu der unseligen Rushdie-Geschichte auch nur noch einen Ton zu sagen.

Die eigenwillige Orthografie des Albumtitels und die auf dem Cover abgebildeten Tasse erklärt Yusuf im Interview mit der FAZ: "Die Tasse ist auch auf dem Cover von 'Tea for the Tillerman' von 1970 zu finden, meinem berühmtesten Album, und dieser kleine Zwischenraum soll zeigen, dass etwas passiert ist seither [...] Das Symbol der Kaffeetasse verweist auch auf die verborgenen Schätze der islamischen Zivilisation. Kaffeehäuser, die Cafés, die wir heute an jeder Ecke sehen, sind eine Erfindung von Muslimen."

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  • Yusf Islam

    Die Seite des Bekehrten.

    http://www.yusufislam.org.uk/
  • Fanpage

    Umfangreich, informativ, stöbern erwünscht.

    http://www.catstevens.at/

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