- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Massachusettes hat sich in Sachen Rockmusik und insbesondere Metalcore, in den letzten Jahren beinahe schon zum Nabel der Welt gemausert. Von dort stammt auch eine der Vorreiterbands des Genres, der es aufs Vortrefflichste gelingt, nicht nur der amerikanischen Metal-Szene neue Impulse zu verleihen.
Nachdem Overcast '98 den Löffel weglegen, wollen Basser Mike D'Antonio und Gitarrist Pete Cortese weiter zusammen Musik machen. Da zu der Zeit auch Aftershock die Segel streichen, holen sie sich noch deren Gitarristen Joel Stroetzel und Drummer Adam Dutkiewicz ins Line Up. Joel und Adam kennen sich aus der weltbekannten Berklee School of Music in Boston, an der Joel Gitarre und Adam von den Drums bis zur Gitarre alles studiert hat. Mit Mike haben sie einen kreativen Designer in der Band, der sich nicht nur den Namen und das Logo ausdenkt, sondern auch schon die Cover von Overcast und einigen anderen Bands entworfen hat. Fehlt also nur noch ein ausdrucksstarker Sänger. Den finden sie in Person von Jesse Leach, und fertig ist die Band. Den Namen haben sie sich übrigens von einer Folge von Akte X ausgeliehen.
Noch bevor sie einen Deal mit dem kleinen Ferret Label an Land ziehen, für das Mike seitdem als Art-Director tätig ist, sind sie schon mit In Flames auf Tour. 2000 erscheint das gleichnamige Debütalbum, das durch Jesses variable Vocals aus der Masse heraus sticht, aber noch nicht den großen Wurf darstellt. Bereits zu diesem Zeitpunkt hält die Band eigentlich alle selber Fäden in der Hand, denn Adam (der sich inzwischen auch als Produzent von Bands wie From Autumn To Ashes oder Every Time I Die einen Namen gemacht hat) übernimmt die komplette Produktion und Mike natürlich das Cover-Artwork. Durch diese Veröffentlichung und eifriges Touren mit Kittie, Shadows Fall und Poison The Well erregen sie die Aufmerksamkeit von Roadrunner Records, die sich Killswitch Engage direkt unter den Nagel reißen.
Roadrunner Records bewerben "Alive Or Just Breathing" dann fälschlicherweise als Debüt der Band, was aber nicht weiter interessiert, denn gerade auf ihrem Zweitwerk machen sie ihre Stärken so richtig deutlich. Pete ist inzwischen aus der Band raus, und Adam kommt immer häufiger mit musikalischen Ideen an. Zunächst scheuchen ihn die Jungs zwar immer wieder zurück hinters Drumset, doch bald merken sie, dass der Kerl nicht nur verrückt ist, sondern richtig was auf dem Kasten hat an der Klampfe. So ist Adams Wechel von den Drums an die Gitarre nur eine Frage der Zeit. Das wirkt sich dahingehend aus, dass die Musik für das neue Album deutlich komplexer und abwechslungsreicher, deswegen aber nicht minder heavy wird. Für den Mix sichern sie sich die Mitarbeit von Andy Sneap (u.a. Nevermore, Machine Head, Blaze) und legen Ende Mai 2002 eine verdammt starke Scheibe vor. Doch schon kurz nach der Veröffentlichung verabschiedet sich Jesse und die übrigen Jungs müssen sich nach einem neuen Sänger umschauen.
Den finden sie in einem alten Bekannten, dem Blood Has Been Shed-Sänger Howard Jones. In der Zwischenzeit haben die beiden Ex-Mitglieder Jesse und Pete die Band Seemless gegründet. Zusammen mit Interims-Drummer Tom Gomes gehen KsE mit den Labelkollegen von 36 Crazyfists und Five Pointe O auf die Roadrage-Tour durch ganz Europa und bestätigen dort den bereits sehr guten Eindruck. Da sie sich nach ihrer Rückkehr in die Staaten auch nach einem akuraten Drummer umsehen müssen, schlägt Howard seinen Blood Has Been Shed-Kumpel Justin Foley vor. Ihn bekommt man auf den Ozzfest Gigs und auf der Headbanger's Ball Tour mit Shadows Fall, Lamb Of God, Unearth und God Forbid zu sehen. Der Kerl hat ebenfalls ein erfolgreiches Studium an der Hart School Of Music in Hartford hinter sich gebracht und auch schon bei Red Tide geknüppelt. Justin lässt sich nicht lange bitten und steigt bei Killswitch gerade noch rechtzeitig für die Aufnahmen zum neuen Album ein.
Nachdem der erste gemeinsam mit Sänger Howard geschriebene Song "When Darkness Falls" gleich mal auf dem "Freddy Vs. Jason"-Soundtrack Verwendung findet, stehen die Aufnahmen für das dritte Album "The End Of Heartache" an, das Andy Sneap ebenfalls wieder endveredelt. Kaum sind sie abgeschlossen, gehen Howard und Justin mit Blood Has Been Shed auf eine kleinere Tour, um im Anschluss auch in Deutschland kräftig die Werbetrommel für das neue Killswitch Engage Album zu rühren. Dabei fällt er auch dem laut.de-Redakteur in die Hände, der ihn gleich mal im Interview ausquetscht.
Im April '04 geht es mit Soilwork und Anthrax nach Japan und Australien, ehe die nächste Roadrage-Tour ansteht. Der Ritterschlag folgt aber im Herbst, als sie Slayer zusammen mit Mastodon auf deren Jägermeister-Tour begleiten dürfen. Anfang des nächsten Jahres heizen sie mit Slipknot den Kanadiern ein, als Adam D. während ein paar weiteren US Abstechern Rückenprobleme bekommt. Für die Aufnahmen zu "(Set This) World Ablaze" ist er zwar wieder fit, muss sich letztendlich aber doch operieren lassen und fällt so auf den Australien Gigs im Herbst aus.
KsE treten dort als Quartett auf, da sich Adam aber auf dem Weg der Besserung befindet, stehen die Chancen gut, die komplette Band bald wieder auf irgendeiner Bühne zu sehen. Zur Ozzfest-Tour ist er wieder fit und KsE sind Headliner auf der Second Stage. Allerdings stehen auch die Aufnahmen für ein neues Album an. Die sind bis zu ein paar weiteren Australien-Abstechern mit Lamb Of God und Unearth abgeschlossen und so erscheint Mitte November 2006 die nächste Scheibe "As Daylight Dies". Zu dieser Zeit sind sie bereist wieder in den Staaten unterwegs, kommen aber 2007 mit The Haunted auch mal in Deutschland vorbei.
Adam hat aber nach wie vor Probleme mit dem Rücken und muss sich erneut einer Operation unterziehen. Für die geplanten Dates springt somit Peter Wichers (Soilwork) ein. Die OP verläuft gut und Adam kann danach wieder genauso wild über die Bühne wetzen, wie zuvor. Neben diversen Arbeiten als Produzent wird es im Oktober 2008 wieder Zeit, sich um die eigene Band zu kümmern und das nächste Album aufzunehmen. Dieses ist bis Juni 2009 in trockenen Tüchern, allerdings scheinen KsE die Namen auszugehen. Somit hört auch das fünfte Album auf den Titel "Killswitch Engage".
Derweil beweist Adam, dass er sich von Verletzungen nicht aufhalten lässt. Bereits im Mai absolvierte er im Sitzen diverse Gigs mit gebrochenem Fuß. Seine Dekoration mit Flamingos und Plastikpalmen sind Zeugen des schrägen Humors des Gitarristen. Allerdings steigt Anfang 2012 Sänger Howard Jones wegen einer seit Jahren unentdeckten Diabetes-Erkrankung dauerhaft aus. Für ihn kehrt Jesse Leach zurück, der auch beim sechsten Studioalbum "Disarm the Descent" (2013) hinterm Mikro steht.
Jesse Leach über seinen Wiedereinstieg in die Band und Aufnahmen zu "Disarm The Descent".
Anfang 2012 gaben Killswitch Engage die Trennung von Sänger Howard Jones bekannt. Die Nachricht versetzte große Teile der Killswitch-Fangemeinschaft in eine Schockstarre. Doch mittlerweile hüpfen die meisten Anhänger wieder vor Freude im Dreieck, denn mit Co-Founder Jesse Leach kehrte ein Altbekannter zurück in die Band.
Neun lange Jahre positioniere sich Howard Jones an vorderster Front bei Killswitch Engage. Doch die letzten Jahre waren eher eine Qual für den stämmigen Shouter: "Einer der Tiefpunkte war es, mit Typ-2 Diabetes diagnostiziert zu werden. Der Rest von Killswitch Engage hat das mit mir durchgestanden und, um ehrlich zu sein, haben sie mich am Laufen gehalten. Diese Erfahrung hat mich zutiefst erschrocken", berichtete Howard Jones vor gut einem Jahr.
Kurze Zeit später verließ der Ex-Blood Has Been Shed-Shouter die Band. Doch eine Antwort auf die Frage nach dem passenden Jones-Nachfolger ließ nicht lange auf sich warten. Man entschied sich für Gründungsmitglied Jesse Leach, der die Band im Jahr 2002 aufgrund von Depressionen verlassen hatte. Kurz vor dem Release des neuen Albums "Disarm The Descent" trafen wir uns mit dem Heimkehrer in Berlin und sprachen mit ihm über seinen Wiedereinstieg in die Band.
Hi Jesse, zunächst einmal: Willkommen zurück!
Jesse: Oh, Danke.
Obwohl: du warst ja während deiner Killswitch Engage-Abwesenheit nicht untätig, sondern als Sänger von The Empire Shall Fall und Times Of Grace unterwegs.
Ja, das stimmt. Aber Killswitch ist schon noch eine andere Liga. Ich bin wirklich happy, wieder im Konzert der Großen mitzuspielen. Das hat mir echt gefehlt.
Mit einer der Gründe für deinen Ausstieg vor über zehn Jahren waren schwere Depressionen. Wie gehts dir heute? Alles wieder im grünen Bereich?
Ja, das war eine schwere Zeit damals. Aber ich will nicht mehr zurückblicken. Mir gehts gut, nur das zählt.
Was empfandst du als das größte Geschenk bei deinem Wiedereinstieg? Die Aussicht auf massenhaft Stage-Time unter dem Banner von Killswitch Engage, oder die Tatsache, deine Freunde von früher wieder um dich herum zu haben?
Mit den Jungs auf der Bühne zu stehen, ist natürlich ein tolles Gefühl, keine Frage. Ich liebe es, diese alten Vibes wieder zu spüren und mit der Band Vollgas zu geben. Für den Musiker im mir gibt es nichts Schöneres. Aber ich bin nicht nur Musiker, ich bin auch Mensch. Und als Mensch freue ich mich momentan vor allem über die 22 Stunden am Tag, in denen wir einfach nur zusammen rumhängen und Spaß haben.
Das klingt nach 24-Stunden-Dauerglück.
(Lacht) Yeah, absolut. Ich weiß wirklich nicht, wann es mir das letzte Mal so gut ging. Ich meine, als wir anfingen war es auch cool, aber irgendwie doch anders. Wir haben damals als Band zusammengefunden und sind zu Freunden geworden. Allerdings hat sich nie eine wirklich Tiefe entwickelt, verstehst du? Es war geil, aber es war nicht perfekt.
Heute ist da eine ganz große Verbundenheit, die sich über die letzten Jahre einfach entwickelt hat. Wir haben uns alle ja nie wirklich aus den Augen verloren. Und wenn man dann im Kreise von echten Freunden etwas zusammen kreiert, dann setzt das natürlich auch ganz andere Energien frei. Dieses Gefühl kann man nur schwer beschreiben. Ich fühle mich, als wäre ich wieder zu meiner Familie zurückgekehrt. Das trifft es, glaube ich, am besten.
Ich wollte es so. Mir war es wichtig, den Posten nicht geschenkt zu bekommen, nur weil ich vor über zehn Jahren schon einmal Teil der Band war. Ich wollte mich beweisen und einfach gucken, was passiert. Denn in erster Linie ging es mir um das Wohl der Band. Ich hätte kein Problem damit gehabt, wenn sich am Ende ein anderer Kandidat durchgesetzt hätte. Niemand sollte also bevorzugt werden. Zum Glück hat es für mich gereicht.
Wie lief der Prozess denn genau ab?
Nun, als ich das offzielle Band-Statement über Howards Ausstieg las, war ich wirklich geschockt. Ich wusste zwar, dass nicht alles rund lief, aber wenn man es dann schwarz auf weiß liest, dann ist das noch mal etwas anderes. Nach ein paar Tagen hatte ich mich wieder beruhigt und mir kamen plötzlich Tour-Gedanken in den Kopf. Es wäre doch schön, mit den Jungs vielleicht noch eine kleine Reunion-Tour zu veranstalten, oder einfach ein paar Shows buchen, um die alten Zeiten wieder etwas aufleben zu lassen. Es ging mir nicht darum, wieder voll in die Band einzusteigen. Da habe ich keine Sekunde dran gedacht. Ich rief also Adam (Adam Dutkiewic, Git.) an und erzählte ihm von meiner Idee. Adam sagte, dass er die Idee zwar cool fände, aber das neue Album sei schon fast fertig und man wolle die Zeit lieber nutzen, um einen festen Ersatz für Howard zu finden. Das konnte ich natürlich verstehen. Also ging ich zurück in meine Bar, wo ich zu der Zeit gearbeitet habe und dachte über Adams Worte nach. Ich putzte gerade ein Weinglas, als ich mir plötzlich dachte: fester Sänger bei Kilswitch Engage? Warum eigentlich nicht? So nahmen die Dinge dann ihren Lauf.
Du hast also noch mal bei Adam angerufen?
Naja, ich habe noch eine Nacht drüber geschlafen und am nächsten Morgen dann das Band-Management angerufen.
Und die haben dir dann einen Audition-Termin gegeben?
Ja, ich hatte wirklich Glück, denn ich war der Letzte auf der Liste (lacht). Ich hatte eine Woche Zeit, um mich auf sieben alte Songs von Howard vorzubereiten. Ich verkroch mich also zuhause und übte wie ein Berserker. Und als der Tag dann da war, hat einfach alles gepasst. Am nächsten Morgen ging ich wieder zur Arbeit, als plötzlich das Telefon klingelte und mir das Management mitteilte, dass man sich für mich entschieden hat. Ich ging also zu meinem Chef, zog mein Arbeitsshirt aus, warf es in die Tonne und ging nachhause, als der neue Sänger von Killswitch Engage. Das war schon ziemlich cool.
Bei den Auditions war ich natürlich etwas nervös. Aber ich wusste, dass es mir mehr um die Band, als um mich selbst ging. Deswegen hatte ich ja auch die Entscheidung getroffen, an den Auditions teilzunehmen. Also dachte ich mir: wenn es klappt, dann freut es mich, aber wenn nicht, dann geht auch keine Welt unter. Dieses Gefühl hat mir sehr geholfen. Für die ersten Live-Proben habe ich mich dann vier Wochen intensiv vorbereitet. Als es dann so weit war, machte es einfach Boom! Ein bisschen hibbelig wurde ich aber, als der erste Gig anstand. Da hatte ich etwas wackelige Knie. Aber es lief, zum Glück, optimal.
Du singst seitdem natürlich auch einige Songs aus dem Repertoire von Howard. War das die größte Herausforderung für dich?
Musik aus dem Punk- oder Hardcorebereich kommt direkt aus dem Herzen. Da wird nicht gemauschelt oder um den heißen Brei herum geredet. Es geht um Respekt und Ehrlichkeit. Das hilft einem natürlich ungemein, wenn man sich mit "fremden" Texten auseinandersetzen muss. Denn im Grunde steckt in jedem Text auch ganz viel von einem selbst drin, verstehst du? Man muss die individuellen Feinheiten eigentlich nur in die eigene Geschichte transportieren. Da hatte ich überhaupt keine Probleme. Howard hat wirklich eine Vielzahl an aufwühlenden, intensiven und großen Texten hinterlassen. Ich bin sehr stolz darauf, jetzt ein Teil davon sein zu dürfen.
Das neue Album "Disarm The Descent" war schon vor den Auditions im Kasten. Du kanntest das Material bereits Wochen vor der Sänger-Entscheidung. Inwieweit hat dich das Gehörte seinerzeit zusätzlich in Richtung Telefonhörer geschubst?
Als ich die Demos zum ersten Mal hörte, war ich wirklich platt. Das Zeug war brutal, es hatte Speed und reichlich Energie. Und ich denke, dass diese Sounds auch in meinem Hinterkopf waren, als ich das Management anrief. Aber um ehrlich zu sein: ich hätte auch angerufen, wenn ich noch nichts gehört hätte.
Was für ein Gefühl hattest du, als du die Lyrics für die Songs fertig hattest und das Gesamtpaket zum ersten Mal gehört hast?
Im Studio ist es immer schwierig. Man hört die Songs so häufig innerhalb eines kurzen Zeitfensters, dass man aufpassen muss, nicht den eigentlichen Pfad zu verlieren. Ständig wird gewerkelt und geschraubt, und irgendwann verlierst du den Bezug zur Seele der Songs. So etwas passiert ziemlich schnell. Das wollte ich diesmal auf jeden Fall vermeiden, also habe ich mich immer mal wieder ausgeklinkt. Als wir fertig waren, habe ich sogar einen Monat lang gar keine Musik mehr gehört, um den Kopf wieder richtig frei zu bekommen.
Und dann?
Jesse: Nun, nach vier Wochen habe ich mir dann die Kopfhörer aufgesetzt und mein Fahrrad geschnappt. Dann habe ich auf "Play" gedrückt und bin einfach losgefahren. Die Scheibe war noch nicht am Ende, da hatte ich schon über dreißig Meilen hinter mir. Mehr brauche ich dazu wohl nicht sagen, oder?
Klingt, als hätte dich irgendetwas zusätzlich angeschoben.
Oh,ja. Und wie (lacht).
Killswitch Engage-Sänger Howard Jones über persönliche Vorlieben, das neue Album, Wrestling und Dio.
Die letzten beiden Jahre waren für Killswitch Engage geprägt von Erfolgen und vielen Erfahrungen. In dieser Zeit haben Howard und Band nicht nur an der aktuellen Scheibe gearbeitet, sondern auch in anderen Gefilden gegrast.
Wie sie trotz aller Verpflichtungen, die die Mitglieder haben, noch Zeit aufbringen konnten, einen würdigen Nachfolger für "The End Of Heartache" zu produzieren, bleibt dahin gestellt. Immerhin ist nicht nur Howard Jones nebenher als Manager für junge Bands tätig, auch Basser Mike D'Antonio hat den Zweitjob Grafiker (abgesehen von der Gestaltung aller Killswitch Engage-Covers entwirft er Covers, Logos und Shirts für Bands wie All That Remains, Cannibal Corpse, Chimaira oder Shadows Fall), und Gitarrist Dutkiewicz ist nicht nur Produzent der KSE-Alben, sondern arbeitete auch schon mit Unearth oder Every Time I Die zusammen.
Nun scharrt das neue Album "As Daylight Dies" in den Startlöchern. Bevor es veröffentlicht wird, steht mir ein etwas müde klingender Fronter Howard Jones Rede und Antwort. Thema des Gesprächs ist natürlich erst mal das neue Werk der Band. Außerdem entpuppt sich Howard als glühender Wrestling-Fan, der auch darüber singen kann, auf Tigern zu reiten.
Hallo Howard, wie geht es dir?
Mir geht es gut, und selbst?
Vielen Dank, mir geht es auch gut. Ich möchte natürlich mit dir über euer neues Album sprechen. Im Gegensatz zum Vorgänger waren ja diesmal wieder alle Killswitch Engage-Mitglieder am Entstehungsprozess beteiligt.
Ja, ich denke, wir sind alle ziemlich glücklich mit dem, was herauskam. Der Songwriting-Prozess war sehr schnell, aber nicht übereilt. Es ging einfach schnell. Wir waren alle sehr erfrischt, weil wir eine Pause genommen haben. So kam alles wirklich schnell aus uns heraus, und wir sind glücklich.
Der ganze Prozess soll ja wie eine kreative Explosion gewesen sein.
Oh, ich weiß gar nicht, woher das kommt (lacht). Aber es stimmt schon, es kam sehr schnell. Wir waren alle sehr überrascht. Die Basis des Albums entstand innerhalb von zwei Wochen. Dann haben wir begonnen, aufzunehmen. Natürlich haben wir auch noch was verändert, aber im Grunde wurde es innerhalb von zwei Wochen geschrieben.
Ich weiß gar nicht, ob das ein neuer Einfluss ist. Jeder in unserer Band liebt Crowbar. Aber es stimmt, das Album ist definitiv härter. In deinen Texten schreibst du über viel Persönliches, über Schmerz. Andere hingegen scheinen dazu aufzurufen, etwas zu verändern, in der Welt und an sich selbst.
Ja, ich denke, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Es ist viel Persönliches auf diesem Album, wahrscheinlich mehr als auf dem letzten. Ich musste das tun. Was auch immer mir gerade durch den Kopf geht, was ich fühle, muss ich aufschreiben. So kommt das raus. Und ja, da ist definitiv Hoffnung im Album, da ist definitiv ein Ruf nach etwas Veränderung. Es unterliegt den Menschen selbst, zu entscheiden, ob sie sich das, was ich schreibe, zu Herzen nehmen, es genießen, oder was auch immer.
Mit "The End Of Heartache" hattet ihr viel Erfolg in den letzten zwei Jahren. Ihr kamt in die Billboard Charts und wurdet für den Grammy nominiert. Wie war das für euch?
Es war auf jeden Fall interessant. Wir haben nichts davon erwartet. Alles das ist plötzlich auf uns zugekommen, und wir waren ziemlich überrascht. Es war eine interessante Reise.
Hast du bestimmte Höhepunkte, wenn du auf diese Zeit zurückblickst?
Ja, wir haben definitiv viele neue Freunde gewonnen, viele neue Menschen und Bands kennen gelernt. Das war wirklich cool.
Habt ihr besondere Erwartungen an das neue Album oder lasst ihr einfach alles auf euch zukommen?
Eigentlich erwarten wir uns überhaupt nichts. Ich hoffe immer für das Beste. Aber wir werden sehen, was passiert.
Ja, ich liebe es. Ich liebe es absolut.
Hast du einen Lieblingswrestler?
Hach, schwer zu sagen. Ich liebe es einfach generell. Ich bin mit Hulk Hogan aufgewachsen. Aber eigentlich bin ich definitiv ein Fan von The Rock, Stone Cold Steve Austin. Den hab ich am Ozzfest kennen gelernt. Er ist ein Fan von Killswitch, das war sehr nett.
Für die Kerrang! Compilation "High Voltage" habt ihr ein Cover von Dios "Holy Diver" gemacht. Das sind ja zwei ziemlich unterschiedliche Musikstile. Wie war es, das zu kombinieren?
Hmm. Wir wollten einfach Spaß haben mit dem Song. Es ist ein lustiger Song. Ich meine, es ist Dio! Ich sang darüber, einen Tiger zu reiten. Es war fantastisch.
In letzter Zeit scheinen Metalcore-Bands wie Pilze aus dem Boden zu sprießen. Wie siehst du diese Entwicklung?
Oh, schwer zu sagen. Ich höre eigentlich kaum mehr dieses harte Zeug. Ich höre normalerweise ziemlich sanfte Musik. Weißt du, wenn du auf Tour bist, bist du die ganze Zeit auf Tour mit harten Bands. Es ist das letzte, das ich mir anhören möchte, wenn ich Freizeit habe.
Was hörst du in deiner Freizeit gerne?
Ich höre viel HIM, ich höre Coldplay, John Mayer,... unterschiedliche Sachen. Etwas, um ruhig zu werden. Ich liebe es, zu relaxen.
Nebenher managst du auch aufstrebende Bands (etwa Twelve Tribes, Bury Your Dead, Anm. d. A.). Wie ist das für dich?
Ich genieße es. Es ist herausfordernd. Ich meine, ich weiß nicht viel über deren Musik. Es ist einfach eine andere Art, involviert zu sein.
Wann werdet ihr mit den Touren für das Album starten?
Hmm (überlegt). Wann beginnen wir mit den Touren? Wir werden auf jeden Fall auch nach Japan, Neuseeland, Hawaii, gehen. Dann werden wir, glaube ich, wieder nach Europa kommen.
Stimmt es, dass ihr Crowbar auf eurer Tour dabei haben wollt?
Ich denke, irgendeiner von den Jungs hat das gesagt. Ich glaube aber nicht, dass es so kommt. Aber wir sind alle Crowbar-Fans.
Vielen Dank für das Interview!
Dass Sänger Jesse Leach kurz nach dem letzten Album ausstieg, hat viele überrascht. Mit Howard Jones haben sich Killswitch Engage einfach den Sänger von Blood Has Been Shed ausgeliehen, und weil's so schön war, auch gleich noch den Drummer hinterher. Und siehe da: die neue Mischung wirkt!
Killswitch Engage sind im Augenblick ja in aller Munde, nicht zu Unrecht scheint man von Seiten der Plattenfirma der Meinung zu sein, dass hier etwas ganz Großes auf uns zu kommt. Folglich ließen wir uns das Angebot nicht entgehen, Neusänger Howard Jones mal zum aktuellen Album "The End Of Heartache" etwas auszuquetschen.
Also Howard, du bist einer von zwei neuen Leuten in der Band. Wie kam der Kontakt zwischen dir und Killswitch Engage zustande?
Wir kannten uns schon eine ganze Zeit lang, denn sie waren zu Beginn ihrer Karriere auf dem selben Label wie meine andere Band (Blood Has Been Shed, d.Verf.). Ihren alten Sänger Jesse Leach kenne ich sogar schon seit etwa zehn Jahren. Ich hab dann mal bei dem Bassisten Mike angerufen und gefragt, was denn da los wäre, ob Jesse tatsächlich die Band verlassen habe. Er sagt mir dann, dass das der Fall sei, und dass sie in New York City schon ein paar Auditions abhalten, um neue Bewerber anzuchecken. Er fragte dann, ob ich nicht auch Lust hätte, mal vorbeizuschauen, und ich dache mir dann: "Hmmm, warum eigentlich nicht?" Ich bin dann bei einer Audition vorbei gekommen, und ein, zwei Tage später haben sie mich tatsächlich angerufen und gefragt, ob ich den Job haben wolle. Ich sagte klar, und ein paar Tage später stand ich schon mit ihnen auf der Bühne.
Klingt wie eine verdammt einfach Sache.
Ja, das ging auch ganz schön schnell. Ehe ich mich versah, war ich in der Band, haha.
Jesse hat die Band ja schon kurz nach den Aufnahmen zu "Alive Or Just Breathing" verlassen. Hast du eine Ahnung warum?
Da kamen wohl einige Sachen zusammen. Auf der einen Seite, war Metal wohl nicht mehr so sehr sein Ding, auf der anderen hatten seine Stimme und sein Hals unter der enormen Belastung doch ziemlich gelitten. Dann kam noch seine Heirat dazu, und da hat er sich dazu entschlossen, in punkto Musik etwas kürzer zu treten und sich mehr um die Familie zu kümmern.
Die Lyrics zum neuen Album stammen ja alle von dir. Der letzte Titel der Scheibe lautet "Hope Is ... ". Hoffnung ist ... was?
Es ist noch nicht alle Hoffnung verloren. Das ist die eigentliche und einzige Message dahinter. Der Song erklärt sich eigentlich von selbst, und viel mehr möchte ich dazu auch nicht sagen.
Auf eurer Homepage steht irgendwo, dass ihr zuerst das Cover von Basser Mike vorliegen hattet, und du dann anschließend die Texte dazu geschrieben hast.
Das ist nicht richtig. Keine Ahnung, woher das stammt, aber meine Texte habe ich vollkommen unabhängig vom Cover geschrieben. Vor allem der Text zum Titeltrack stand schon eine ganze Zeit lang, bevor ich das Cover auch nur zu Gesicht bekommen hatte. Letztendlich muss ich aber sagen, dass Texte und Cover perfekt zueinander passen. Natürlich geht es bei beidem um sehr menschliche und sehr persönliche Gefühle, aber ich habe mich bemüht, alles sehr offen zu halten. Es soll nicht allzu persönlich sein, sondern jeder sollte die Möglichkeit haben, seine eigenen Erfahrungen in meinen Lyrics zu finden.
"As Darkness Falls" war ja auch schon auf dem "Freddy Vs. Jason" Soundtrack. Habt ihr den Song extra für den Streifen geschrieben, oder wurdet ihr einfach gefragt, ob man den Song verwenden darf?
Das war das erste Stück, den wir bei Killswitch zusammen geschrieben hatten. Roadrunner wollten einen neuen Song für den Soundtrack, also stellten wir diesen zur Verfügung. Der hat ihnen dann ganz gut gefallen, und so ist er auf dem Sampler gelandet. Mit dem Film hat er aber nichts zu tun.
Für "Rose Of Sharyn" habt ihr ja ein Video gedreht. Worum handelt es sich denn dabei textlich?
Das ist dann doch ein sehr persönlicher Song geworden, und da kannste mir lange auf die Füße treten, aber ich werde dir nichts dazu verraten, hehehe. Der hat eine sehr tiefe Bedeutung für mich, deswegen schweig ich mich dazu aus. Aus dem Video kann man auch nicht unbedingt was zu den Lyrics erschließen, es wird wohl größtenteils nur die Band zu sehen sein, wie wir den Song in einer Wüste oder etwas ähnlichem spielen.
Ich hab in letzter Zeit von einigen Bands deutliche Klagen über Roadrunner America gehört. Welche Erfahrungen habt ihr da gemacht?
Bisher haben wir eigentlich keinen Grund zur Klage. Klar gibt es hier und da ein paar Probleme, aber über die konnten wir bisher immer mit unseren Ansprechpartner reden. Es gibt wohl keinen Beruf auf der Welt, in dem du immer und überall mit allem zufrieden bist. Im Großen und Ganzen haben wir aber keinen Grund zur Klage. Das Label steht voll hinter der Band, und immerhin bin ich gerade hier in Deutschland und führe ein Interview mit dir, das ist doch toll.
Ihr wart ja zuletzt mit Anthrax und anschließend mit In Flames auf Tour in Australien und Japan ...
Ja, das war schon eine tolle Erfahrung. In Japan war ich zwar schon zweimal zuvor, aber Australien war das erste Mal. Ist schon geil, wo man mit der Band überall rumkommt. Es war auch ziemlich cool mit den beiden anderen Bands. In Flames kannte wir schon von früher, weswegen die Partys natürlich etwas lockerer waren, aber auch Anthrax sind sehr relaxte Typen.
Steht eigentlich eine neue Roadrage Tour an?
Keine Ahnung, aber wir wären sofort dabei. Das war mit Abstand die coolste Tour, die wir je gefahren sind. Die Bands haben sich alle fantastisch miteinander verstanden, und der Sound der einzelnen Gruppen hat auch sehr gut zusammen gepasst. Es hat einfach alles super geklappt. Was dieses Jahr in Europa abgeht, ist noch nicht ganz raus. Für Deutschland stehen bisher nur ein paar Festival-Gigs an.
Auf eurer Homepage habe ich gefunden, dass du ein riesiger Simpsons-Fan bist.
Darauf kannst du einen lassen. Ich wäre gern Homer. Du kennst doch bestimmt das Sprichwort: "Selig sind die geistig Armen". Das macht Homer doch zum glückseligsten Menschen auf der ganzen Welt, hahaha. Er ist einfach strunzdoof, aber glücklich. Damit könnte ich mich auch anfreunden. Ich habe alle Folgen auf Video und ziehe mir die Dinger eigentlich ständig rein. Egal ob auf Tour oder zu Hause, ständig laufen die Simpsons. Jason ist da aber fast noch schlimmer als ich.
Was hältst du denn von Futurama?
Auch absolut genial. Die werden mit jeder Staffel besser. Die erste war ok, die zweite wirklich gut, und die nächsten sind einfach genial. Hier in den Staaten sind wir jetzt bei der fünften oder sechsten Staffel.
Und hier kommen die nicht aus'm Quark, shit. Was hat es eigentlich mit dem Voodoofluch von Adam auf sich? Anscheinend soll sein Kopf ja schrumpfen, wenn er bei Killswitch aussteigt.
Was noch kleiner? Ich hab echt keine Ahnung, alles was mit Adam zu tun hat, ist irgendwie seltsam und verwirrend, hahaha. Falls du es diesen Sommer auf ein Festival schaffst, komm einfach vorbei, sag hallo, dann können wir uns ja eine Runde Futurama reinziehen.
Das Interview führte Michael Edele
Killswitch Engage (Debüt) (2000)
| Mo | 12.08.2013 | Killswitch Engage Frankfurt (Batschkapp) | |
| Di | 13.08.2013 | Killswitch Engage Nürnberg (Hirsch) | |
| Sa | 17.08.2013 | Killswitch Engage Elbriot Festival (Hamburg) |
16,99 €
21,99 €
18,99 €
9,90 EUR
9,90 EUR
30,99 €
21,99 €
20,99 €
20,99 €
6,45 EUR
Engage my killswitch, it's MySpace.
http://www.myspace.com/killswitchengage
| Thema | Posts | Letzter Beitrag | |
|---|---|---|---|
| {ersteller.avatar} |
{thread.titel} {ersteller.name} |
{thread.antworten} |
{letzter.zeit} {letzter.name} |
|
Jesse David Leach vs. Howard Jones wer war besser? NakedChefKiller |
1 |
22.08.08, 17:35 NakedChefKiller |
|
|
Killswitch Engage Live Paris 2007 Pictures waspfighter |
3 |
03.05.08, 18:26 public pervert |
|
|
Schlagzeugaufnahme "My last Serenade" Drum Eagle |
3 |
09.09.07, 23:15 Lee-Xai |
|
|
Neues Album FastDeath |
2 |
03.12.06, 15:16 Simultanpinguin |
|
|
KILLSWITCH ENGAGE FastDeath |
84 |
20.03.06, 17:29 Tetrapack |
Format
Homepage: