Porträt

laut.de-Biographie

Icke & Er

Eigentlich hatten sich Icke & Er 2008 mit ihrer "Ihr sagt Tagchen, wir sagen Tschüss"-Tour aus dem aufreibenden Rap-Geschäft verabschiedet. Als Initiatoren der Spendengala "Ein Hartz für Berlin" treten sie im Jahr darauf jedoch wieder in Erscheinung. Na, und? Schließlich haben sie es selbst prophezeit: "Ick sach ma: Nich so streng sein. 'N Comeback muss schon drin sein."

Ob nun tatsächlich zwei Spandauer Jungs unter den Kapuzen, hinter den Sonnenbrillen und den falschen Bärten stecken, oder aber - wie die Hamburger Morgenpost, untermauert mit detektivischen Spitzfindigkeiten, behauptet - zwei Herren aus der hansestädtischen Werbebranche: im Grunde scheißejal.

Der Hype startet im April 2006. Da nämlich stellt das skurrile Duo einen Rap-Track mit Namen "Richtig Geil" auf die projekteigene MySpace-Seite. Der entwickelt sich zum Renner. Four Music treten auf den Plan und nehmen Icke & Er – "obwohl Er eigentlich viel lieber bei Def Jam untergekommen wäre" - unter Vertrag.

Die in breitester Berliner Schnauze vorgetragene Nummer knackt mit Platz 95 tatsächlich die Top 100 der deutschen Charts. Während der Playboy Parallelen zur Spider Murphy Gang zieht und Icke & Er als "Bewahrer der Mundart, ohne dabei peinlich zu wirken" feiert, steht die Fachpresse dem Output auf Albumlänge, der 2007 unter dem Titel "Mach Et Einfach" folgt, eher kritisch gegenüber.

"Wäre es doch bei der Single geblieben", so die vorherrschende Meinung. Icke & Er kratzt das so wenig wie die dürftigen Verkaufszahlen, die ihnen Longplayer und die zweite Single "Keen Hawaii" bescheren. Sie haben ohnehin längst den Abschied aus dem Rampenlicht ins Auge gefasst.

Auch in der Obhut ihres Labels weigern sich die beiden Protagonisten strikt, sich herkömmlichen Promoprozeduren zu unterwerfen. Ihr Inkognito wollen Icke & Er um jeden Preis wahren. Prominenz sei "noch lange kein Grund, sein Gesicht permanent in die Kameras zu halten. Siehe Zlatko oder Küblböck oder Tokio Hotel."

Bei Four Music informiert man, es habe Priorität, "ihr normales Leben nicht zu beeinträchtigen. Das ist ihnen wichtiger, als Geld, Macht, Knarren und Weiber." Mehr als dass Icke rappt, kurzsichtig und etwas älter ist als Er, die produzierende und diabetes-kranke Hälfte des Duos, lassen sich die Jungs nicht entlocken. Interviewfragen müssen schriftlich eingereicht werden, die Antworten gibt es auf Tonband, als MP3-Datei oder Video.

Ihre "Exit Strategie" haben die beiden Berliner (oder auch nicht) bereits ausgearbeitet: Eine Tournee durch Österreich und die Schweiz endet vor 1.600 Fans im Berliner Postbahnhof. Doch, wie jesacht: "Ein Comeback muss schon drin sein."

2009 sind Icke & Er wieder voll da. Im Team mit Bela B. rufen sie zugunsten des Berliner Tafel e.V. zu einer Spendengala. Die Resonanz, die ihnen für "Ein Hartz für Berlin" aus Kollegenkreisen entgegen gebracht wird, überrascht die Drahtzieher selbst.

"Die größten Stars der Stadt, darunter ich", sind mit von der Partie, wenn am 19. Juli in der Zitadelle Spandau gefeiert wird, erklärt T.Raumschmiere in einem Werbespot für das Ereignis. Zudem steigen Seeed-Sänger Peter Fox, Sido, K.I.Z., Fettes Brot, "Supertalent" Michael Hirte und etliche andere unter Verzicht auf ihre Gage mit in den Ring.

Der regierende Bürgermeister der Stadt, Klaus Wowereit, übernimmt die Schirmherrschaft der Aktion. Es gibt eben nichts Gutes, außer man tut es. Darum: "Mach et einfach!"

Via Youtube melden sich die zwei Spandauer nach zwei Jahren zurück. Weil Icke immer mal wieder komisches Zeug träumt und Er sich das nicht ständig anhören will, veranstaltet das Duo am 21. April 2011 die Uraufführung von "Icke - Die Oper". Ein sehr privater Icke wird untermauert von einer Band und viel Rambazamba.

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