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Deutsche Texte gelten seit der Nachkriegszeit lange als Domäne der Schlagermusik, mit der die jüngere Generation nichts am Hut haben will. Erst in den 80er Jahren treten mit der so genannten Neuen Deutschen Welle (NDW) Künstler ins Rampenlicht, die in ihrer Heimatsprache singen, um so ihre Botschaften besser transportieren zu können.
Diese Entwicklung geht jedoch nicht von späteren NDW-Spaßbands wie Frl. Menke oder Markus aus, sondern vor allem von einer Szene in Düsseldorf, zu denen neben Jürgen Engler von Male (später Die Krupps) auch die Fehlfarben gehören. Bereits um 1977, als die Punkwelle von England ausgeht, beginnen unzählige Bands damit, den neuen Radau für eigene Zwecke zu missbrauchen.
Die Fehlfarben-Geburtsstunde lässt sich auf das Jahr 1979 zurückdatieren: Aus den Düsseldorfer Bands Mittagspause, Charley's Girls, DAF und Der Plan finden Peter Hein, Thomas Schwebel, Frank Fenstermacher, Michael Kemner, Uwe Bauer und Markus Oehlen als "regionale Supergruppe" zusammen. Ein paar von ihnen stehen kurz zuvor in einem Londoner Club an der Bar und lauschen der Ska-Band The Teardrop Explodes, die im Specials-Stil das Haus rocken. Die Jungs lassen sich vom Two Tone-Fieber anstecken und importieren den Sound nach Deutschland. Mit der Single "Abenteuer und Freiheit/Große Liebe" im Gepäck geben sie Anfang 1980 ihr erstes Konzert als Vorgruppe der Band Hansaplast im Mannheimer Capitol. Schon bald lassen sie aber vom Ska-Sound ab, denn "es hat ja auch keinen Sinn, nur die Neger nachzumachen" (Peter Hein in "Verschwende Deine Jugend", Jürgen Teipel).
Kurz darauf nehmen die Jungs den Song "Paul Ist Tot" auf, der einen Vertrag mit der "ausbeuterischen, schrecklich monopolistischen Riesenfirma" EMI nach sich zieht, wie die Band sie scherzhaft bezeichnet. Für viele einstige Weggefährten sind die Fehlfarben mit dem EMI-Deal die Verräter der Bewegung. Es war die Zeit des Schranken-Denkens: Indie-Labels = glaubwürdig, Major-Labels = Verrat. Ende 1980 erscheint das legendäre Debut "Monarchie und Alltag". Der untypische Song "Ein Jahr (Es geht voran)" wird trotz Murren der Band in letzter Minute und auf Drängen von EMI-Intimus Horst Luedtke noch auf die Platte gepackt (doch erst viel später ein Hit).
Für Frank Fenstermacher, der bei Der Plan einsteigt, kommt Uwe Jahnke von Syph in die Band. Anfang 1981: Gerade als eine Tour geplant ist, verlässt Sänger und Texter Peter Hein drei Tage vor Tourbeginn die Band, um fortan beim Drucker- und Kopierkonzern Rank Xerox zu arbeiten. Seine Aufgaben übernimmt Gitarrist Schwebel. Die Band freut sich über den Album-Charteinstieg und über das erstmalige Spielen vor nennenswertem Publikum. Ein Jahr später nimmt Hans Maahn den Platz von Bassist Kemner ein.
Im Februar 1982, sechs Monate nach "33 Tage in Ketten" und anderthalb Jahre nach dem Debutalbum, wirft EMI den einzigen Fehlfarben-Hit "Ein Jahr (Es geht voran)" (1980) auf den Markt. Der Song schafft es prompt in die Top 20 und genau soviele Jahre später noch immer auf jede Demo oder Studenten-Party. Die dritte LP "Glut und Asche" steigt auch hoch in die Charts ein. Der Musik Express verleiht dem Album als erstes deutschsprachiges Werk den Titel "Platte des Monats". Nach Konflikten mit dem Majorlabel entschließt sich die Band, die neuen Songs in ihrem eigenen Studio aufzunehmen. Auf ihrem musikalischen Höhepunkt löst sich die Gruppe im November 1984 auf. Die Single "Keine Ruhige Minute/Der Himmel Weint" ist das letzte Lebenszeichen der Düsseldorfer für fünf Jahre.
Ende der 80er trifft sich die Band dank des alten EMI-Entdeckers Luedtke nach fast zehn Jahren erstmals wieder in Originalbesetzung. Daraufhin wird "Die Platte Des Himmlischen Friedens" veröffentlicht, die ein zwiespältiges Kritikerecho hervor ruft. 1991 unterstützt die Band auf der Popkomm die Newcomer von Blumfeld. 1994 erscheint die Platte "Popmusik und Hundezucht" (unveröffentlichtes Album von 1984) in den Läden und zu Beginn des neuen Jahrtausends ernten Fehlfarben zum Stolz ihres Ex-Labels EMI die Goldene Schallplatte für "Monarchie und Alltag". Nach 20 Jahren haben sich 250.000 Menschen die Scheibe endlich zugelegt.
2002 sitzen die Fehlfarben mit ihrer zweiten Comeback-Scheibe "Knietief im Dispo" bzw. in den Startlöchern. Vor der Veröffentlichung des Albums rocken die Altpunks auf der Popkomm 2002 im Gebäude 9 - ihr letzter Auftritt auf der Kölner Musikmesse liegt elf Jahre zurück. Dank Jürgen Teipels erfolgreichem Doku-Roman "Verschwende deine Jugend", der die deutschen New Wave/Punk-Anfänge nachzeichnet, sind die Deutschpunk-Vorreiter wieder gefragter denn je. Die glücklichen Zuschauer, die es in die ausverkaufte Halle schaffen, erleben dann einen soliden und vor allem lauten Rockgig sowie einen Sänger Peter Hein, der seinen Anzug auch bei 40°C Innen-Temperatur nicht abzulegen gedenkt.
Anstelle von "Ein Jahr (Es geht voran)" und "Militürk" spielt die Band "Grauschleier" und den Oldie "Zurück zum Beton"; jenen Song, der auch der Punk/New Wave-Ausstellung in der Düsseldorfer Kunsthalle 2002 seinen Namen leiht. Im Oktober ist es dann endlich soweit: "Knietief Im Dispo", das zweite Fehlfarben-Comeback-Album erscheint und es zeigt die Legende in bestechender Form.
Nach der anschließenden Tournee fliegt Sänger Hein bei Xerox raus und hält sich eine Zeitlang als freischaffender Künstler über Wasser, bevor er sich arbeitslos meldet. Das Bandgefüge ist derweil weiter voll intakt. 2004 ergeben sich einige Label-Querelen, da die Band von !K7 zu V2 wechselt, wodurch auch das bereits komplett aufgenommene neue Studioalbum in der Warteschleife hängen bleibt. Als es dann erscheinen könnte, überlegt man sich, ob es nicht passender wäre, ein Album voller befreundeter Gaststars vorzuziehen. Schließlich ist man bereits 26 1/2 Jahre im Business.
Gesagt, getan: Ende Februar 2006 melden sich Hein und Co. zunächst mit "26 1/2" zurück, das ausdrücklich "kein Tribut und kein neues Fehlfarben-Album" darstellt. Mit illustren Namen, darunter Campino, Francoise Cactus, Dirk von Lowtzow, Helge Schneider und Herbert Grönemeyer feiert die deutsche Punklegende mit 18 Songs ihr 25-jähriges Bandjubiläum, das eigentlich schon 2004 fällig war. Auch anschließend erscheinen bestätig neue Alben, obwohl die sechs Musiker mittlerweile in sechs verschiedenen Städten leben.
Doch so richtig in Form präaentiert sich die Band endlich wieder nach der ersten Dekade des neuen Jahrtausends. Mit "Glücksmaschinen" und "Xenophonie" stellt Hein dem Zustand der Welt allgemein - und dem der Deutschen speziell - ein vernichtendes Zeugnis aus. Frische Texte und musikalisch abgezockter Waverock at its Best. Hein: "Ich bin schon dafür, dass jeder auf seine Art vor die Schnauze kriegt."
Peter Hein über "Glücksmaschinen", Paul Weller, Iggy Pop und die deutsche "Popkomm-Kacke".
Unsere alten Punkkumpel Fehlfarben sind endlich auf Tour mit dem jüngst erschienenen und gewohnt gelungenen Album "Glücksmaschinen". Einmal mehr analysieren Peter Hein und Co die kleinen Befindlichkeiten und großen Befremdlichkeiten der heutigen Zeiten.
Was liegt da näher, als die Chance zum Gespräch zu nutzen. Denn ein Interview mit dem Bandchef ist stets ein besonderes und nicht im geringsten kalkulierbares Ereignis.
Also treffe ich den scharfzüngigen Fehlfarben Sänger an einem regnerisch trüben Spätnachmittag in Bremen. Dort findet Hein - selbstironisch aber kompromisslos wie eh und je - deutliche Worte für alte Feindbilder, die aktuelle deutsche Musikszene und die zeitlose Frage, was denn überhaupt Punk sei.
Ihr habt gerade die Tour zur aktuellen Scheibe "Glücksmaschinen" begonnen. Aber warum sind darauf nur acht neue Songs mit lediglich etwas über 30 Minuten Spielzeit?
Peter Hein: Weil uns nicht mehr eingefallen ist.
Das ist betrüblich.
Nein, gar nicht mal. Wir haben die uns zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll genutzt. Dann war es aber auch mal gut. Ich befinde mich jetzt in einer Phase, in der ich dieses ganze zwanghafte Ausreizen des CD-Formats ablehne. Der ganze Quatsch mit Hidden Tracks und so! Nein! Alles was man zu sagen hat, muss in zwei mal 15 Minuten gesagt werden können. Sonst taugt das sowieso nichts.
Ich wollte dich ja nicht zum epischen Artrocker machen. Meinst du, wie früher in den 80ern Bad Religion? Da waren manche Alben auch nur 27 Minuten lang.
Oder die Ramones mit einem 35-Minuten-Album. Aber die haben das im Grunde richtig gemacht. Es ist doch heute nun wirklich nicht mehr so, dass die Ausdehnung der Spielzeit den Mehrwert der CD verkörpert. Ich hol mir meine privaten Scheiben ja gern mal für 6,99 bei 2001 vom Grabbeltisch. Die haben ganz klassisch auch nicht mehr als ca 40 Minuten. Bei einer neuen und teuren Platte möchte ich als Hörer natürlich auch etwas bekommen für mein Geld. Aber das hört man doch auf den meisten neuen Sachen gar nicht. Die gehen mir nach einer Dreiviertelstunde dann ohnehin auf den Sack. Das halte ich gar keine 70 Minuten durch. Und wir ja auch mit dem neuen Album! Auch wieder die 3-Minuten-Grenze für Songs überschritten und reihenweise 5-Minuten-Songs darauf. Das muss alles noch straffer werden. Alles viel zu lang (Fängt an, nicht unerheblich zu grinsen).
Dann bist jetzt auf dem Minimal-Trip oder wie? Bei meinem Lieblingssong der neuen LP – "Respekt" – wartet der Hörer ja auch Hände ringend gefühlte 10 Minuten, bevor du dem angesprochenen Pöbel mit Wucht deine Verachtung vor die Füße rotzt.
Das fügt sich später alles hervorragend in meinen Werkkatalog ein.
Ist die musikalische Annährung an die Punklegenden Kollegen EA80 – wie z.B. im Titelstück – bewusst entstanden? Das hat man früher so nie rausgehört. Fühlt ihr mit denen eine gewisse künstlerische Verwandschaft?
EA80? Nein, oder doch? Das kommt mir jetzt aber ein wenig an den Haaren herbeigezogen vor.
Könnte gleichwohl stimmen. Ihr kennt euch auch nicht von früher?
Doch, doch. Wir kennen die. Deshalb werde ich etwas nachdenklicher. Ich hab die ja früher auch so zwei bis drei mal live gesehen. Die sind schon sehr gut. Da gefällt mir aber auch nicht alles. Die hatten auch weniger ansprechende Phasen. Aber insgesamt sehr gut.
Und textlich? Kommt jetzt, da alles Relevante zum Lande gesagt scheint, der Rückzug ins Private? Bei "Neues Leben" habe ich gar den Eindruck, du sängest über One Night Stands und versehentliche Schwangerschaft. Das ist schon ungewohnt.
Jetzt werde ich dir nicht widersprechen. Ich sage aber auch nicht, dass es genau so zu sehen ist. Ich erkläre das Eigene ungern interpretativ.
Verstehe ich gut. Dennoch frage ich dich erneut.
Ok, dann sage ich, dass es dezidiert und explizit nicht nicht so gemeint ist, wie du und andere das vielleicht nachvollziehbar deuten. Aber ich will da nichts vorgeben.
Lass uns bitte kurz eure Anfänge und das morgendlich dämmernde Beginnen der Punkbewegung in den 70ern beleuchten. Man kann allenthalben lesen, du wärst der erste Düsseldorfer Punk gewesen und hättest sogar das Tragen schwarzer Lederjacken dort mit zum Trend erhoben. Andererseits sagen viele, dass gerade im Raum Düsseldorf Tommi Stumpff und sein KFC das erste und damals alleinige Punkmaß aller Dinge waren. Wie siehst du das?
Also der KFC war, außer in seiner eigenen Einschätzung, eigentlich immer ein Haufen der ewig Zuspätgekommenen. Punk war für mich immer etwas anderes, als die Definition, die der KFC und andere dem Punk gegeben haben. Das war beim KFC damals so, dass Prügeleien angezettelt wurden und wirklich schlechtest vorstellbare Musik gemacht wurde. Das war unser Anliegen nicht. Aber wir waren definitiv nicht die ersten Punks in Düsseldorf. Und der KFC kam tatsächlich in diese bereits bestehende Subkultur hinein, nach uns und spielte sich auf. Die meinten, man könne auch mit Saufen noch provozieren. Das war damals nun wirklich überall verpönt. Ich meine, der Tommi konnte schon ein bisschen Gitarre spielen. Aber nicht so viel. Die anderen, ich meine Bassist und Schlagzeuger, konnten wirklich gar nichts.
Ihr konntet damals also nicht sehen, dass der Kollege Stumpff später selbst ein großer künstlerischer Pionier für EBM und Techno wurde?
Nein, das war damals noch nicht so sichtbar. Aber der hat ja wirklich seinen Weg gemacht im elektronischen Bereich.
Okay, ihr habt in der Vergangenheit sicherlich bewusst zur Bildung eines konstruktiven Punkbegriffs beigetragen, der kritisch analysiert. Doch was würdest du einem Hörer erklären, der dir heute sagte: 'Das klingt ja musikalisch und gesanglich genau wie 1980 und ist für mich in den veränderten Zeiten der Globalisierung gar nicht mehr relevant sondern ärmlich'?
Ich würde sagen: "Das kann ich mir nicht vorstellen!" Ich kann mich gar nicht daran erinnern, damals so einen Scheiß gehört zu haben. Ich habe 1980 zwar viele Sachen gehört, die besser waren als unsere. Aber ich habe niemanden gekannt, der bessere Musik gemacht hätte als wir.
Das heißt, die Kritik des Hörers ist dir egal?
Nein, ich gehe dann immer in den Keller und haue wie von Sinnen auf einen Sack Kohlen ein. Aber dann komme ich wieder rauf und sage: "Egal!" Denn so etwas ist einfach gar kein Argument, was ich als Kritik nachvollziehen könnte. Kein Inhalt! Worüber sollte ich da reden? Ich lasse den Leuten ja immer gerne ihre Meinung, außer sie ist menschenverachtend.
Nein, ich kenne Herrn Funny Van Dannen nicht!
Bitte wie? Du möchtest, dass wir über Funny van Dannen sprechen?
Nein, ich habe den zwar aus mir selbst unverständlichen Gründen gerade ins Gespräch gebracht. Aber ich will ja hier nichts über den Mann sagen. Das würde ja alles gedruckt werden.
Egal, lass es raus!
(Lachend) Ja, das will ich natürlich auch alles lesen.
Wirst du. Vor einiger Zeit haben die Goldenen Zitronen auf laut.de im Gespräch sinngemäß postuliert, dass momentan alles erst noch schlimmer werden müsse, bis es sozial und politisch besser werde. Und man könne das eigentlich nur aus einer Stärkung der privaten Lebenssituation heraus überstehen.
Nee, das passt jetzt irgendwie nicht. Das würde doch bedeuten: Wenn die Diskursfuzzis zu Hause sitzen und fernsehen, dann ist das politisch! Und wenn ich das mache oder jemand anders, dann wäre das bestenfalls nichts und im schlimmsten Falle Rockismus, oder was?
Ich glaube, so überzogen meinen die das nicht. Es geht um Vernetzungen jeder Art.
Ja okay, das ist dann natürlich schon in Ordnung. Ich bin aber schon dafür, dass jeder selber sehen sollte, wo er bleibt und jeder auf seine Art vor die Schnauze kriegt. Es reicht doch, wenn man mal emailt. Warum muss das alles immer so öffentlich sein oder so allumfassend? Ich halte nichts von diesen Anleitungen. Und das bezieht sich auch auf das Knüpfen von Seilschaften. Das steht mir einfach nicht.
Du wirkst immer so dermaßen autark, dass ich mich frage, mit wem du denn gern mal jammen würdest.
Ich würde mit niemandem gerne jammen.
Warum?
Das hat gar nichts mit den anderen Musikern zu tun. Ich bin einfach vollkommen Jam-unfähig. Aber dafür war ich schon immer diplomierter Jam-Fan. Aber das ist ja nun etwas vollkommen anderes. Wenn gejammt wird, stehe ich immer blöd daneben und wünsche mich immer woanders hin.
Das heißt, du würdest sogar Paul Weller einen Korb geben?
Ich bin dem Paul doch nur ein einziges Mal über den Weg gelaufen. Das war auch schon alles.
Das ist deutlich mehr, als die meisten Leute von sich sagen können.
Sehe ich ein. Aber das war auch gar nicht toll. Bei mir hat diese kurze Begegnung mit Weller vor langer Zeit dazu geführt, dass ich mich von diesen ganzen Häuslebauern so dermaßen entfernt habe. Das kannst du dir gar nicht vorstellen. Es hat Wochen gedauert, bis ich wieder Jamplatten hören konnte. Und mal im Ernst: Die Situationen, in denen man solche Leute idolähnlich irgendwo trifft, sind oft sehr, sehr ernüchternd. Davon können doch auch viele ein Lied singen, die mich persönlich kennengelernt haben. Das funktioniert doch alles nicht. Was weiß ich? Iggy Pop jetzt zum Beispiel. Da bin ich heute nicht mehr scharf drauf, etwas gemeinsam zu machen.
Gerade bei 'The Ig' hätte ich persönlich totale Lust. Der ist doch ein guter Typ. Wo liegt dein Problem?
Ja, aber es ist dann doch ein wenig ernüchternd, wenn man als Vorgruppe vom Hilfsgitarristen des Superstars aus der Garderobe geworfen wird, weil jetzt der Herr Rockstar dort speisen möchte, obwohl er eigentlich drei Wohnwagen nebenan stehen hat.
Wenn so etwas nicht auf Augenhöhe statt findet, hat es natürlich auch keinen Sinn.
Wobei ich das natürlich auch gar nicht erwarten darf. Denn der kennt mich ja auch nicht. Man kann ja von anderen auch nicht immer alles verlangen. Aber bei Joe Strummer war das trotzdem ganz anders. Das war gut.
Das hat jetzt auch alles nichts mehr mit meiner Ausgangsfrage zu tun.
Na, wir sind auch alle nicht diese Muckertypen. Jammen hätte musikalisch einfach nichts gebracht. In früheren Zeiten wäre so was schon daran gescheitert, dass wir alle gar nicht richtig klampfen können. Unsere Musik entsteht einfach anders. Der frische Wind entsteht bei uns nicht durchs Rumjammen. Ich mach nur was mit Leuten, die auch nix geworden sind.
Was heißt "nix geworden"? Ihr habt in Deutschland doch Legendenstatus, oder?
Naja ...
Ok, vielleicht jetzt nicht unbedingt von der kommerziellen Seite her betrachtet. Aber man hört euch doch zu, so ihr die Stimme erhebt. Oder fühlst du dich tief im Innern doch unverstanden als Künstler?
Na, unverstanden nicht. Also meistens nicht. Das ist echt nicht das Problem. Aber wenn man sich auf der einen Seite anhören muss, wie toll man das alles macht. Doch dann stellt man nach so vielen Jahren trotzdem fest, dass man betteln muss, damit überhaupt die nächste Platte gemacht werden kann. Damit das alles so aufgeht, dass noch 'n bisschen Kohle übrig bleibt, damit man für die Scheiße nicht doch wieder ins Büro muss. Und mit knapp 70, untermotiviert und überbezahlt: Da hast du im Büro keine Chancen mehr.
Ja, das ist ja bei meinen Texten oft so zeitlos. Ich muss heute noch bei etlichen Mipau-Stücken (Anm. der Red.: "Mittagspause", Heins Band vor Fehlfarben mit u.a. Gabi Delgado von DAF.) ansagen, dass die Songs von 1979 sind. Das glaubt sonst keiner. Ich bin ja schließlich auch oberlehrermäßig drauf und didaktisch ein Arschloch. Ich will auch einfach zeigen, dass ich mehr weiß als alle anderen. Ich will es denen nicht beibringen. Aber raushängen lassen muss man das schon. Das geht alles immer noch. Kein Unterschied! Und irgendwie müssen sie ja alle wissen, dass sie in der Misere stecken.
Meinst du ernsthaft, das wäre noch nicht all deinen Hörern klar?
Entschuldigung. In der Bildungsmisere meinte ich selbstverständlich. Es geht nicht nur darum, Knöpfe zu drücken.
Dann bist du auch so ein Typ, der sich sehr geschmeichelt fühlen würde, wenn die Hein-Texte mal neben den Heine-Texten in Schulbüchern stünden, wie vereinzelt schon bei Rio Reiser?
Klar, Schulbücher verkaufen sich zwangsweise gut und bringen viel Geld. Das würde ich natürlich wiederum anprangern, aber ok.
Selbstverständlich. Doch zurück zur Ausgangsfrage. Heißt das alles, dass wir uns vom geistigen Klima her betrachtet im Grunde immer noch in der selben Soße befinden wie 1979?
Na gut, immerhin ist Helmut Schmidt inzwischen nicht mehr in der Lage, eigenhändig zu rauchen. Der hat bestimmt irgend so ein Rauchgerät oder so. Die ganzen Feinde sind einfach viel älter geworden. Kohl jetzt 80 und auch nicht mehr so fit.
Und heute sind also keine Leute mehr da, die du noch als Feindbilder ernst nehmen kannst?
Ach Gott, Guido und Konsorten! Das finde ich auch nicht so ergiebig. Deshalb bin ich ja weg nach Österreich. Da gibts ja noch richtige Feindbilder. Da wird den Asylanten noch mal gezeigt, wo das Arbeitslager ist.
Nachdem du - wie du selbst eben sagtest - heutzutage trotz aller künstlerischer Relevanz nicht ganz die selben Verkaufszahlen hast, wie die ganz großen Bands. Würdest du auch englischsprachige Mainstream-Rockmusik machen, so der Erfolg garantiert wäre?
(Nachdenklich) Weißt du, englische Texte ...... wenn die nicht von mir wären, sondern von einem englischsprachigen Menschen, würde ich die auch machen. Aber wenn das so merkwürdige deutsche Bands machen, habe ich da ein Problem.
Was für deutsche Bands meinst du da?
Na, der deutsche Popexport! Diese ganze Popkomm-Kacke! Dieses Pigeon Englisch oder so. Von denen würde ich mir natürlich nix schreiben lassen. Und für mich persönlich wäre das eigentlich nichts. Was sollen die Amis denn anfangen mit so einem abgehalfterten deutschen Deppen?
Gibt es denn hier keine aktuellen Bands, die dir gefallen?
Wen?
Von Bushido bis Wir sind Helden und Silbermond?
(Energisch) Wenn das die Parameter sind: Nein! Wenn du mir jetzt einige Leute gezeigt hättest, die aus deinem Bekanntenkreis sind, aus dem Proberaum oder in deiner Umgebung spielen, dann könnten da sicherlich junge Leute dabei sein, die mir auch was geben. Aber deine gerade genannten: Definitiv null! Nichts! Gar nichts! Auch nicht der Mühe wert, noch länger darüber nachzudenken.
Du machst also nicht mit bei der zweifelhaften Lobhudelei, wenn etwa Lindenberg mal wieder Silbermond oder Delay über den grünen Klee lobt?
Ja gut, aber ich bitte dich. Da frage ich mich doch auch: Wer lobt denn da? Da weiß man doch Bescheid! Da machst du den Sack zu und triffst immer die richtigen.
Du bist nun auch schon Anfang 50. Hast du keine Angst davor, dass die wavige Punkschiene und das wilde Rockertum ab einem bestimmten Punkt anstrengend und clownesk wird?
Ich hab ja noch Zeit. Da hab ich doch noch locker 15 Jahre, bis ich dann mit den Drogen anfange.
Lieber Peter, vielen Dank für das Gespräch.
Peter Hein über Diskursrock aus Hamburg, Duette mit Grönemeyer, Campino und Helge und die neue Bundesregierung.
Am 24. Februar erscheint das Fehlfarben-Jubiläumsalbum "26 1/2" mit zahlreichen prominenten Gästen.
Ende Februar 2006 melden sich Hein und Co. mit dem Album "26 1/2" zurück, das ausdrücklich "kein Tribut und kein neues Fehlfarben-Album" darstellt. Mit illustren Gastmusikern wie Francoise Cactus, Dirk von Lowtzow und Helge Schneider feiert die deutsche Punklegende mit 18 Songs ihr 25-jähriges Bandjubiläum, das schon 2004 fällig war. Im Interview spricht Fehlfarben-Sänger Peter Hein über Diskursrock aus Hamburg, Kollaborationen mit Herbert Grönemeyer und Campino, Distinktion im Pop und die neue Bundesregierung.
Hi Peter. Erst mal Gratulation zur Jubiläumsplatte und der stilvollen Auswahl der Gäste. Inklusive Special Guest Grönemeyer.
Hein: Dankeschön. Ja, das mit Herbert ist natürlich von unserer Marketingabteilung ganz großkotzig in die Wege geleitet worden. So nach dem Motto "Hört mal Jungs, wir brauchen 'nen Namen! Für dickes Geld!" Und da wir sonst niemanden kennen, ist es eben er geworden. (lacht) Naja, Kurt kennt ihn ja, hat letztes Jahr oft mit Herbert zusammen gearbeitet und ist mit Bombay 1 auch auf seinem Grönland-Label zugange. Da war es naheliegend ihn zu fragen. Das mit den Anwälten war dagegen eine ganz andere Sache.
Wegen Rechtsproblemen?
Wegen allem. Aber scheint ja gut geklappt zu haben.
Ich war mir zuerst nicht sicher, wie ich es finden soll, dass ihr den - neben Kunze und Lindenberg - Prototyp des 80er Jahre-Deutschrockers an "Grauschleier" ran lasst.
Naja, mit Lindenberg kannste den aber nicht vergleichen, das ist ja doch noch ne andere Generation. Ich kenne Herbert zwar nur oberflüchtig, aber er ist eine sehr nette Person. Und inhaltlich ist das glaube ich eher zu vertreten als formal.
Habt ihr lange bei ihm betteln müssen?
Das hat mit betteln nichts zu tun. Gut, es war ein bisschen Diskussionsthema, ob wir das nun wirklich wollen. Große Namen sind ja eher nicht so unser Ding.
Herberts Version ist aber echt geil geworden.
Ich finde auch, dass er das super gemacht hat. Natürlich schwingt da auch ein bisschen die Hoffnung mit, dass man dadurch neue Leute aufmerksam macht, die von uns zwar schonmal gehört, uns selbst aber nie gehört haben oder so. Ich denke, mit dem Querschnitt den wir bieten, ist das auch völlig legitim. Ich bin zum Beispiel heilfroh, dass wir diese ganze Arie von Mannheimer Quälgeistern oder auch alte Erzfeinde außen vor gelassen haben und auch nicht so zwangsprogressiv jeden daher gelaufenen Jungstar eingeladen haben.
Seeed, Wir Sind Helden oder Muff Potter hätten sicher auch gut zu euch gepasst.
Einer der Genannten wurde auch angefragt, ich sag da jetzt mal nix weiter zu, aber das klappte dann terminlich nicht. Irgendwann war die Liste dann auch mal voll. Letztlich war es auch so, dass wir zu den meisten Beteiligten einen persönlichen Draht haben.
Bei welchem Künstler schmerzt dich die Absage besonders?
Ja, Farin Urlaub logischerweise, den Jan hätte ich schon gerne dabei gehabt. Dass Rocko (Schamoni) und Schorsch (Kamerun) nicht dabei sind, ist auch schade, aber irgendwann ist eben auch mal Schicht im Schacht, gerade was Hamburg angeht.
Eine Platte voller Gastsänger muss für dich ja eine entspannte Angelegenheit gewesen sein.
Überhaupt nicht, ich hatte genauso viel Stress wie sonst auch.
Wieso, du bist doch gar nicht auf allen Songs dabei?
Nee, aber ich musste ja vorsingen.
Du musstest Campino "Paul Ist Tot" vorsingen?
Nicht in dem Sinne, dass ich dabei war. Aber ich habe alle Songs erstmal selber eingesungen. Alleine schon falls am Schluss wieder irgendwer absagt oder wenn die das nicht können oder plötzlich keinen Bock mehr haben, dass man dann ne Reserve hat. De facto habe ich also die selbe Arbeit gehabt wie sonst auch.
Warst du bei allen Aufnahmen dabei?
Nee, eigentlich nur bei dreien. Bei Helge, Harry Rag und TV Smith.
Gut, bei den letzten beiden singst du ja auch mit, während Helge seine grandiose Arie ganz alleine hingekriegt hat.
Wobei er sich auch erstmal meine Version angehört hat, ich meine, die meisten kennen doch die Stücke gar nicht. Kann man ja auch nicht von ausgehen.
Helge war allerdings auf dem damaligen Album "Die Platte Des Himmlischen Friedens" (1989) sogar mit dabei.
Genau, daher kennen wir ihn eigentlich auch. Aber damals war er nur Instrumentalist. Das war ja die Zeit, wo er zwar unglaublich komisch, aber eben noch nicht berühmt war.
Sein humorfreier Vortrag ist sehr bewegend.
Ja, super. Das ist glaube ich auch eine Premiere: Wir haben Helge unwitzig. Wenn man mal von seinen Jazzsachen absieht, die ja auch klamaukfrei sind. Nur lachen die Leute da halt immer, während er einfach nur spielt.
Gab es einen besonders perfektionistischen Gast?
Kann ich nicht sagen, denn es warn ja nur ein paar bei uns in Düsseldorf im Studio. Mindestens die Hälfte der Leute hat die Sachen ja bei sich zuhause, im Hotelzimmer oder aufm Laptop aufgenommen. Da warn wir ein bisschen flexibel, das geht in Zeiten von T-DSL-Leitungen und digitalen Datenträgern ja nicht anders. Da brauchste ja am Flughafen keine Angst mehr haben, dass dein Band gelöscht wird. Mit Campino muss es ganz schnell gegangen sein, sagte Kurt. Da wäre ich ja auch gerne hingegangen. Bei uns im Studio waren jedenfalls alle ganz pflegeleicht, vielleicht wollte der Rest das lieber nicht austesten, ich weiß es auch nicht.
Das war sein spezieller Wunsch.
Wieder die rechtlichen Gründe?
Nee, soweit ich weiß nicht. Vielleicht wollte er nicht als Zugnummer oder sowas gebraucht werden. Also haben wir ihm das vertraglich zugesichert, das tut uns auch nicht weh. Er wollte halt nicht als Sven Regener oder naja, ich weiß ja auch nicht wie wichtig er sich da vorgekommen ist, oder wie unwichtig er die anderen Gäste zu diesem bestimmten Zeitpunkt empfand. Jedenfalls hatte er große Lust das mit Uwe Bauer (Fehlfarben-Gründungsmitglied und Element Of Crime-Drummer 1985/86) zusammen aufzunehmen. Dass Uwe nicht mehr dabei ist, hat ja erstmal nur persönliche und keine zwischenmenschlichen Gründe. Und dann haben die das so gemacht, auch wenn es mir persönlich lieber gewesen wäre, wenn sie es zu der von uns eingespielten Version gemacht hätten.
Habt ihr alle Kollaborationen rausgehauen oder kommt da noch was?
In der Form haben wir natürlich noch Millionen von Bonusmaterial, weil es ja noch die Versionen mit mir gibt. Und dann ist das ja nur die Überbrückungsplatte zur nächsten, zur wichtigen. Eigentlich ist das, was jetzt rauskommt, das Bonusmaterial zum kommenden Album, was schon letztes Jahr rauskommen sollte. Da hat uns dann die Wirklichkeit überholt, in der Form, dass sich die Plattenfirma in die Gästeplatte reinverliebt hat. Aber das andere Album ist eigentlich seit 2004 fertig.
V2 wollte also erstmal die Platte mit den Gaststars.
Ohje, das ist kompliziert. Wir haben währenddessen auch noch das Label gewechselt. Wir sind ja von !K7 zu V2 gerutscht, ich weiß ja nicht, wann wir mal bei 08/15 landen. V2 hätte vielleicht auch unsere neue Platte rausgebracht, aber mit !K7 war das eben schon anders abgemacht. Wir mussten dann halt das Label wechseln und hatten da dieses Projekt in der Mache.
Wieso musstet ihr wechseln?
Öhm, weiß ich auch nicht genau. Die übliche Nummer halt: Der Typ, der dich mal zur Firma geholt hat, ist während der Vertragslaufzeit plötzlich nicht mehr da, warum auch immer. Weiß ich nicht. Wir hatten nie Probleme mit !K7, aber man merkte dann wohl, dass es nicht mehr so läuft.
Mit Dirk von Lowtzow, Jochen Distelmeyer, Frank Spilker und Bernd Begemann hast du ja die Proto-Diskursrocker der 90er auf einer Platte vereint. Zufall?
(freut sich) So halb wahrscheinlich. Der Schorsch wäre zum Beispiel eher noch ein Vorläufer gewesen.
Ist Begemann ja eigentlich auch.
Na, Bernd is schon so die Schule von '89, würde ich sagen. Aber nee, das war jetzt nicht Absicht, dass die alle dabei sind aber man kennt sich halt.
In einem Interview mit der Jungle World meintest du 2002, von Tocotronic hättest du bislang nur den zweisprachigen Song "This Boy Is Tocotronic" gehört, den du nicht verstehst und wo du keinen Bezug zu Fehlfarben erkennen kannst. Hat sich das seit der Kollaboration mit Dirk geändert?
Nee, muss ich gestehen, immer noch nicht. Ich besitze nach wie vor keine Platten von denen. Außer dieser Single halt. Ich kenne die aber auch nicht persönlich, die sind über den Michael gekommen. Ich hab da aber auch keine Einwände gehabt, in der Hinsicht sind wir schön basisdemokratisch vorgegangen und jeder durfte anschleppen, wen er kennt.
Textlich wolltest du aber nie explizit politische Aussagen tätigen wie die genannten Künstler?
Also nicht in der Form, eher provokanter vielleicht, wobei ich auch mal politische Schlag- oder Reizworte drin habe.
Von der Attitüde her hätten Fehlfarben doch auch gut auf den letztjährigen Sampler "I Can't Relax In Deutschland" gepasst, auf dem sich linkspolitische Bands wie Die Sterne, Superpunk und Die Goldenen Zitronen gegen ...
Jaja, stimmt, kenne ich. Andererseits war das, was ich bislang davon gehört oder gesehen habe jetzt auch nicht soo supertoll, als dass ich da großartig traurig gewesen bin. Ich meine, das mit den Schubladen ist ja eh nicht so unser Ding, wir hüpfen ja vielmehr gerne aus denen raus, in die wir reingesteckt werden. Is ja auchn Konzept. Wenn wir wegen sowas gefragt worden wären, hätte ich vielleicht eher noch was dagegen gemacht und hätte gesagt: Hey, ich bin ganz entspannt in Deutschland, kein Problem! (lacht)
Aber schleichende Deutschtümelei kannst du sicher auch nicht gutheißen.
Nein nein, das ginge dann eher in die Richtung: Hör ma, ich bin doch sowieso gar nicht in Deutschland, ich bin doch fast schon in Holland! Ich kann doch mit dem Bus nach Holland fahren.
Ja gut weißte, die machen jetzt halt das, was mir de facto irgendwie schon 1985 auf den Keks gegangen ist. Natürlich fanden wir auch alles scheiße in Deutschland und das war von 1976 bis 1985 oder so auch maximal in Ordnung. Aber nachdem dann der hinterletzte Alternativ-Depp ankam und meinte "Ja klar, is furchtbar hier, musste in die Toskana gehen, da is das wahre Leben" und "Deutschland is ja so verkrampft", dachte ich mir, nö, Bergisches Land, is doch auch schön. Oder naja, Karneval, das haben wir schon seit Hunderten von Jahren, da brauchen wir echt keine Stand Up-Comedians. Einmal im Jahr genervt werden reicht doch. Ich bin schon eher für pro-regional statt anti-national. Ich lebe im freien Rheinland, in den Grenzen von 1923.
Wenn "Knietief Im Dispo" ein Gegenentwurf war, wogegen wart ihr rückblickend?
Ich glaube es war so eine Art optimistischer Aufschwung, wenn auch noch nicht klar war, obs den überhaupt gab. Ein Gegenentwurf zum Revival-Wesen kann man vielleicht sagen. Zum 80er Jahre-Bezug. Wir wollten einfach wieder ne neue Platte machen.
Hat die neue Regierung denn dein emotionales Verhältnis zu Deutschland, oder zum Rheinland, geändert?
Nee, überraschend wenig. Man dachte ja vorher, das dürfte unter keinen Umständen passieren. Und wie es zu der Wahl dann letztendlich gekommen ist, naja, hätte sich ja auch noch zum Bösen wenden können. Aber wie sagt man immer: Hat sisch ja sowieso nix jetan. Ändert sisch ja nit. Wird ja nur schlimmer.
Du musstest nach der Wahl für die neue Platte aber nichts an deinen Texten ändern?
Ach nee, ich ändere auch keine Lieder aus den 80ern, die sind eh so wie sie sind. Bei unveröffentlichten Songs kann man schon drüber nachdenken. Gut, das Stück "Chirurgie 2010", das schon auf die neue Platte hinweisen soll, ist ein bisschen von der Entwicklung überholt worden. Wir waren damals grade mitten im Mastering, aber wegen einer Silbe muss man ja jetzt auch nicht das ganze Stück umwerfen. Außerdem war eh noch nicht klar, ob sie jetzt Kanzlerin heißt.
In jenem Song sprichst du ja vom "Doppelnull-Jahrzehnt" und den "Klojahren". Darf ich das als Zukunftsdefätismus deuten?
Zukunftsdefätismus, Gegenwartsdefätismus, ach, war ja früher auch nicht schön. War eben anders. Ich kann mir aber auch nie wirklich vorstellen, dass es mal besser wird.
Ist der Song vielleicht unbewusst auch eine Antwort auf mediale Mutmacher-Inszenierungen wie die "Du bist Deutschland"-Kampagne?
Die gabs zwar zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber diese Kampagne ist wohl die Antwort auf den noch nicht gehörten Song von uns. Is im Prinzip relativ selbsterklärend. Wenn man sich mal das Fernsehprogramm, die Bild-Zeitung und Wahl-Werbespots anschaut, dann kommt einem das schon bekannt vor.
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung nannte dich vor vier Jahren das Sprachrohr für den Pessimismus männlicher Modernisierungsverlierer. Ärgert dich sowas?
Puh. Zu der Zeit war ich kein Modernisierungsverlierer, sondern stand noch in Lohn und Brot. Das hat sich in der Zwischenzeit natürlich geändert, wodurch mein Optimismus ungeahnte Höhen erreicht. Gut, ich war dann noch ne Weile freischaffender Künstler, nun bin ich aber Leistungsempfänger bei der Bundesagentur und das ist auch schön.
Aha. Und das ist jetzt auch eine Art Fulltime-Job?
Das kann man so sagen, frag mal meine fünf Millionen Arbeitskollegen!
Wo erholst du dich heute, da du nach eigenen Worten früher zur Erholung ins Büro gegangen bist?
Ich gehe jetzt zur Arbeit ins Caféhaus. Dort lese ich Zeitung und erlausche des Volkes Stimme.
Fühlst du dich jetzt wohler als 2002?
Jein. Andererseits war das schon eine Weile sehr befreiend, das man nicht mehr ins Büro musste. Was ich durchaus nicht vermisst habe, überraschenderweise. Wirtschaftlich ging es mir früher besser. Im Gegensatz zu vielen herrschenden Vorurteilen ist man als Leistungsempfänger ja nicht auf Rosen gebettet. Man schmarotzt vielleicht, aber sicher nicht auf höchstem Niveau. Diese Phase, wo wir dachten wir könnten uns jetzt mal so richtig auf die Musik konzentrieren, hat sich dann doch nicht so richtig eingestellt wegen zu wenig Konzerten und all so nem Gedöns.
Sind die Albumverkäufe heute wichtiger als früher?
Was heißt wichtiger, die Albumverkäufe als Maßstab dafür, dass man überhaupt was gemacht hat, dass das draußen wahrgenommen wird, ist schon auch wichtig. Damals war nicht so entscheidend, dass Geld reinkam, aber leider wird das nach wie vor nicht viel mehr Geld werden. Ich denke mal, es wird ein halbwegs kontinuierliches Niveau halten.
Du hättest also auch keine Probleme damit, im Fernsehen aufzutreten? Bei Sarah Kuttner vielleicht.
Das kommt drauf an. Ich bin momentan als Empfänger relativ weit entfernt, weil ich seit Jahren keinen Fernseher mehr habe und dann auch höchstens mal im Hotel gucke. Ich bin also gar nicht richtig auf dem Laufenden, wo man hin kann und wo nicht. Sarah Kuttner sagt mir jetzt zum Beispiel nix. Musikfernsehen hat sich meines Wissens ja selber abgeschafft. Es gibt also keinen Grund mehr Videos zu drehen, außer fürs Internet. Lohnt sich eigentlich auch nicht für die paar Charts oder Big Player. Und live wird im Fernsehen ja auch nicht so gerne genommen.
Bei Kuttner geht das.
Was ist das für ne Sendung?
Eine Show auf MTV, wo auch mal Bands aus dem so genannten Indie-Bereich eingeladen werden, sowohl Newcomer als auch altgediente Künstler wie etwa Element Of Crime.
Ah doch, ist das nicht die, die so mittellustige Kolumnen schreibt? Ja, kenne ich. Gut, sowas hamwa immer gemacht.
Eure Jubiläumstour, die am 15. März in Hannover beginnt, heißt "Geburtstag vergessen". Hättest du 1979 gedacht, dass du 2006 noch auf der Bühne stehst?
Ja nö, weiß nich. Andererseits: Warum nicht? Kann schon sein. Tot hätte ich mich sicher nicht gesehen. Ein Kandidat für den Rock'n'Roll-Tod war ich nie. Ich spiele gern live.
Mit "Monarchie und Alltag" nahmen die Düsseldorfer Fehlfarben 1980 ein für die deutschsprachige Rockmusik wegweisendes Album auf. 22 Jahre später haben sie mit "Knietief im Dispo" ein neues Album veröffentlicht und sind auch dank Jürgen Teipels Doku-Roman "Verschwende Deine Jugend" wieder in aller Munde. LAUT traf die Band in Köln zum Interview.
Montag, 23. September. Deutschland ist wenige Stunden nach der spannenden Wahl zum 15. Bundestag noch immer ganz durcheinander. Gerhard Schröder hat's anscheinend nochmal geschafft. Auch die Fehlfarben freuen sich. Stoiber soll bleiben wo der Radi wächst, wie es die J. ZENSIERT Blues Explosion am Wahlsonntag in Düsseldorf mit Peter Hein in einem Song formulierte. Wir treffen die drei Original-Mitglieder Peter Hein (Gesang), Thomas Schwebel (Gitarre) und Michael Kemner (Bass) sowie die neue Drummerin Saskia von Klitzing in einem Kölner Hotel, um mit ihnen über das neue Album "Knietief Im Dispo" und Anekdoten aus Jürgen Teipels Buch "Verschwende Deine Jugend" zu plaudern.
Eure neue Platte klingt insgesamt ziemlich frisch und zugleich eindeutig nach Fehlfarben. Wie denkt ihr darüber, nachdem sie fertig gestellt ist?
Alle: Eigentlich genau so (lachen).
Hein: Ich weiß nich mehr, wie is die denn?
Schwebel: Also, die erste Platte ist ja ziemlich schlecht aufgenommen. Wir Teenager völlig hilflos in einem viel zu großen Studio. Live haben wir damals ehrlich gesagt auch ganz anders geklungen als letztlich auf der Platte.
Wie kamt ihr nach so langer Zeit wieder miteinander klar im Studio?
Schwebel: Zunächst mal waren wir nur selten mit sieben Mann im Studio (lacht). Wir haben uns in Abständen dort getroffen, Sachen eingespielt, wieder liegen gelassen und nach ein paar Wochen daran weiter gearbeitet. Es war wie stille Post: einer fängt etwas an und der andere arbeitet daran weiter. Vielleicht klingt es deshalb so frisch.
Hein: Ob Micha sich seine Bassläufe ne Woche vorm Studiotermin überlegt hat oder sie seit 20 Jahren mit sich rumschleppt, det weiß ich auch nich. (allgemeines Lachen)
Kemner: Das sag ich auch nich!
Hein: Eben, dat is auch besser so!
Wie lief es bei dir mit den Texten, Peter?
Hein: Sobald ein Stück fertig war, dachte ich: Scheiße, Abgabe. (lacht)
Hast du sie wieder wie vor zehn Jahren alle am Schreibtisch deiner Arbeitsstelle Xerox aufgeschrieben?
Hein: Teilweise schon. Es war aber nich so viel Stress im Büro, dass mir soviel eingefallen wäre. Also hab ich mir den Stress gemacht, dass ich nix hatte und ne Stunde vorm Studio-Termin musste ich dann loslegen. Wie immer eigentlich. Ich hatte nie nen Vorrat an Texten.
Wer ist gerade "knietief im Dispo"?
Kemner: Sind wir das nicht alle?
Hein: Guckt doch mal auf euren Kontostand.
Kurz: Eine Zustandsbeschreibung unseres Landes.
Alle: Genau.
Hein: Es geht um Leben und Realismus. Auch ein bisschen anprangern zwar, aber nicht nur.
Schwebel: Der Titel kam ja ganz am Schluss. Und das passte dann einfach.
Einer eurer Songs heißt "Die Internationale". Was ist denn im Jahr 2002 das letzte Gefecht?
Hein: Ähm, wie geht denn der Text noch gleich ...
In den Strophen drückst du deinen Wunsch nach Veränderung aus und im Refrain flüchtest du in die Zweisamkeit.
Hein: Ah ja, ja, irgendwas ist doch da, ja. Auch das ist so gemeint gewesen. Sehr schön erkannt. Setzen, eins! (allgemeines Lachen) Ich erkläre meine Texte nicht so gerne. Manchmal sind es auch Witze, die außer uns keiner versteht. Ich mag es, wenn alles so offen wie möglich bleibt. Deshalb nenne ich auch keine Namen mehr wie früher.
Doch. An einer Stelle singst du über dich: "Ach Janie, du spinnst".
Hein: Ah stimmt. Na gut, hast Recht.
Schwebel: Das Zitat ist ja in Zusammenhang mit Politik in dem "Internationale"-Song. In dem Moment, wo man da an Vertrauen oder Vernunft denkt, kommt doch sofort die Reaktion "Ach komm, du spinnst doch".
Alte Ideale sind heute also verloren.
Hein: Ach, ein paar Sachen haben ja geklappt. Ich sage ja, 1789, war doch nicht schlecht. Klöster schließen, Bischöfe verbrennen oder Könige köpfen; is doch okay manchmal. (lacht) Oder nehmen wir ein anderes Beispiel: Wirtschaftsführer erschießen ... wobei naja, ich will mich jetzt hier nicht strafbar machen (allgemeines Lachen). Aber man darf ja ma drüber nachdenken, oder? Ich meine, wer so einen Job macht, ist selber schuld. Du musst ihn ja nicht machen.
Nach über 20 Jahren habt ihr es mit K7 endlich auf ein Indie-Label geschafft.
Hein: Tatsächlich, ja.
Schwebel: Der Vertrieb gehört aber seit kurzem Bertelsmann. Seit ca. zwei Wochen.
Hein: Das konnten wir natürlich nicht wissen ... (lacht) Aber egal, das waren eh die einzigen, die Geld gezahlt haben.
Schwebel: Bei der EMI, unserer alten Plattenfirma, wäre es jedenfalls eine Katastrophe geworden. Dann säßen wir heute auch nicht hier. Die wissen ja meistens gar nicht, was sie überhaupt veröffentlichen.
Hängt eure Zukunft vom kommerziellen Erfolg ab oder trefft ihr euch erst wieder in elf Jahren?
Schwebel: Natürlich wäre es klasse, wenn so eine Platte ein Erfolg wird. Ansonsten warten wir mal ab, wie es bei uns weiter läuft.
Hein: Aber Erfolg ist nicht wichtig. Wir müssen das Geld nicht zurück zahlen.
Kemner: Das Label braucht ja den Erfolg, nicht wir.
Im Vergleich zu 1991 hilft euch diesmal vielleicht der Hype um die Punk-Ausstellung in Düsseldorf und das Jürgen Teipel-Buch unter die Arme.
Schwebel: Durch die Ausstellung kommen wir wenigstens in die richtige Revival-Kiste. Aber ob sich irgendwelche Leute ihre Jacken vollsprühen, interessiert mich nicht. Und mit Extrabreit und Nena haben wir eh nix am Hut.
Hein: Genau, wir haben uns als Vorbilder.
Was hat euch die Verleihung einer goldenen Schallplatte für "Monarchie und Alltag" vor zwei Jahren bedeutet?
Schwebel: Das bedeutet eine ganze Menge, weil die Plattenfirma nie dafür Werbung gemacht hat. Es ist also ein Verkauf, der einzig und allein durch das Interesse der Leute zustande gekommen ist. Das wurde niemandem aufgedrängt. Es ist ja auch erstaunlich, dass sowas 20 Jahre läuft. Wahnsinn.
Hein: Ich glaube bei uns ist es sogar fünf Jahre schneller was mit der Gold-Platte geworden als bei Velvet Underground.
Schwebel: Ja. Es gibt einfach solche Platten, die liegen so in den Regalen rum und plötzlich gibts ne Auszeichnung.
Ich habe euren 40° Celsius-Auftritt in Köln auf der Popkomm gesehen.
Hein: Also auf der Bühne waren es mindestens 60°C.
Du hattest wenigstens Ventilatoren.
Hein: Gut, aber der hat nur noch heiße Luft bewegt. Und ich hatte die ganze Zeit den dicken Anzug an.
Schwebel: Ansonsten war es aber ein guter Auftritt. Selbst wenn bestimmt 100 Leute mehr als offziell erlaubt im Gebäude 9 waren und davon noch die Hälfte über Gästeliste. Aber so isses halt auf der Popkomm.
Thomas, in Teipels Buch sagst du an einer Stelle, du fühltest noch heute Misstrauen gegenüber dem Publikum wenn du auf die Bühne gehst. Glaubst du ihr polarisiert noch immer so, dass die Leute euch auf der Bühne bewerfen?
Schwebel: Die Stelle ist im Buch etwas zugespitzt zitiert worden. Dass ich mich auf der Bühne nicht immer wohl gefühlt habe, lag damals auch an bandinternen Geschichten. Es wurde einfach viel in die Band hinein projiziert, was die Band nie war. Politische Ansprüche, Vorbilder, Role Models, Links-Entwurf etc.
Wenn man sich nach dem Konzert einer Diskussion stellen muss, dass man nicht in einem besetzten Haus wohnt, wie in Berlin damals, dann wird es doch absurd. Wir wollten Musik machen und Spaß haben. Aber das ging in diesem ganzen ideologischen Scheiß unter, der da Anfang der 80er transportiert wurde. Wir kamen damals halt in so eine taz-Szene rein und da war eben alles super-ernsthaft. Teilweise auch einfach sehr humorlos.
Speziell in Berlin?
Schwebel: Zuerst nicht, wir hatten da ja schon Ende 1980 dort gespielt. Aber als wir ein Jahr später wieder ins SO 36 kamen, dudelten die ja schon den Song "Es geht voran" auf ihren Demos rauf und runter. Und plötzlich stehen da völlig durchgedrehte taz-Redakteure vor einem und sagen: "Das ist das Stück der Bewegung". Schön, aber was kann ich dafür? Deshalb hat sich ja auch Rio Reiser irgendwann davon distanziert und gesagt: "Leckt mich alle, ich geh zur Sony. Ich will Geld verdienen".
Die Erwartungshaltung des Publikums an euch war aber nicht nur damals enorm.
Schwebel: Nein, aber jetzt sind wir viel lockerer. Früher wollten wir uns ständig erklären, heute ist mir das scheißegal. Wer zu uns kommt und zuviel erwartet hat eben Pech gehabt.
Peter, im Buch kommt auch schön zum Ausdruck, wie Campino dir damals bei ZK alle Bewegungen abgeguckt haben soll und später mit den Toten Hosen zur Supergroup avancierte, während du den Rockstar-Job aufgegeben hast. Nervt dich diese Gegenüberstellung zweier Düsseldorfer Sänger?
Hein: Nö, ich mag den Campino und komme super mit ihm aus. Dass er viele Posen von mir haben soll und was weiß ich noch ... wer weiß denn wo ich die herhabe? Das brauch ich ja auch nicht verraten. (lacht) Inhaltlich besteht zu Campino ja eher keine Nähe, denke ich.
Über Kraftwerk gab es im Buch auch eine amüsante Anekdote, wie zwei von denen Ende der 70er ein Punk-Konzert im Carsch-Haus besuchen wollten und sofort vom Publikum fortgejagt und verprügelt wurden.
Hein: Also ich hab davon ja nichts mitbekommen.
Schwebel: Das war eine total alberne Aktion. Jemand wollte die von vornherein verprügeln.
Hein: Gemacht hats dann aber niemand.
Schwebel: Kraftwerk galten damals in der Szene einfach als scheiße, wobei ich die ja persönlich mochte.
Hein: Das lag damals eh öfter in der Luft, so nach dem Motto: "Oh, die Rollers spielen in der Philipshalle. Da gehn wa hin, die werden richtig verprügelt!" (allgemeines Lachen)
Kontakt zu Kraftwerk hattet ihr aber nie?
Hein: Nee, überhaupt nicht.
Schwebel: Ich habe die später mal kennen gelernt, da sie auch bei der Plattenfirma EMI waren. Klasse fand ich schon immer, wie man es schaffen kann, die eigene Plattenfirma derart zu quälen wie Kraftwerk. Die EMI-Leute hatten nicht mal ne Telefonnummer von denen. Absolut großartig. Damals gabs ja noch kein Internet und auch kein Fax und die Plattenfirma aus Köln musste tatsächlich einen Brief an eine Postfach-Adresse in Düsseldorf schreiben. Und wenn sie Glück hatten, ist Ralf Hütter ans Postfach gegangen. (allgemeines Lachen)
Hein: Wenn sie Pech hatten gab es ein Treffen bei Vollmond am Grab (lacht). Zur Geisterstunde.
Es geht voran -Ihre größten Erfolge (1998), Popmusik und Hundezucht (1994), Live (1993), Die Platte des himmlischen Friedens (1991), Glut und Asche (1983), 33 Tage in Ketten (1981), Monarchie und Alltag (1980)
| Fr | 23.08.2013 | Fehlfarben Waltrop (Park) | |
| Fr | 06.09.2013 | Fehlfarben Frankfurt (Das Bett) | |
| Fr | 06.12.2013 | Fehlfarben Reutlingen (Franz K) | |
| Sa | 07.12.2013 | Fehlfarben Pforzheim (Kupferdächle) |
9,99 €
7,99 €
9,99 €
9,99 €
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16.02.09, 11:25 Alex |
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