Porträt

laut.de-Biographie

Der Plan

"Keine NDW ohne Plan!" Was auf den ersten Blick recht kryptisch klingt, entpuppt sich bei näherem Hinschauen als musikhistorische Wahrheit. Der Plan ist eine echte deutsche All Star-Band aus dem Dunstkreis von D.A.F. und den Fehlfarben. Neben Enfant Terrible Kiev Stingl gelten sie zurecht als Wegbereiter der Neuen Deutschen Welle.

Mitten in Deutschlands Punkwelle gründet sich Der Plan als rein elektronische Combo. In den Anfangstagen nannten sie sich noch Weltverbessungsplan. Doch das umständliche Wort schien als Name nicht griffig genug. Die Besetzung ist legendär. Die Gründerväter Moritz Reichelt alias Moritz R® und Frank Fenstermacher (Fehlfarben) bringen mit Kurt Dahlke alias Pyrolator (Deutsch-Amerikanische-Freundschaft) bis dato streng getrennte Musikwelten zusammen.

Denn hier treffen sich tatsächlich Punk und Elektro nicht als verfeindete Gegensätze, sondern zur musikalischen Fusion. Bereits das erste - mit D.A.F.s Robert Görl eingespielte - Album "Geri Reig" zeigt das kreative Potential der Band. Durch das Vernichten musikalischer Genregrenzen im Kopf gelingt ihnen eine Art experimenteller Kraftwerk meets Residents Sound, der seiner Zeit deutlich voraus ist.

Doch die Tendenz zum Unhörbaren soll nicht lang andauern. Besonders der Einfluss vom Pyrolator führt ab der zweiten Platte "Normalette Surprise" dazu, dass sich die Elektronik schlagartig in Richtung Pop entwickelt. Die Texte pendeln zwischen kritischem Sarkasmus und wortspielerischen Albernheiten. Die Klänge tönen eingängig. Fast jedes Lied besitzt Hitpotential.

Die Single "Da Vorne Steht 'ne Ampel" schießt als einer der ersten NDW-Hits in die Charts. Der Song "Gummitwist" bringt den Plan sogar in die TV Sendung "Formel Eins". Der Plan selbst bezeichnet die eigene Musik als "elektronischen Schlager". Das trifft es klanglich ganz gut. Ihre Bedeutung als Paten einer ganzen Szene ist jedoch weit größer. Selbst andere Elektroschlager-Pioniere wie etwa Andreas Dorau würde es ohne den Plan und seine Vorarbeit nicht geben.

Trotz solcher Meriten haben es die Plan-Propheten im eigenen Land schwer. Label- und Vertriebsarbeit sind in den folgenden Jahren zwar kräftezehrend, aber nicht effektiv. die großen Abschöpfer des kommerziellen Rahms und medialen Ruhms bleiben Nena und Konsorten. Die Band bricht nach ihrer vergleichsweise düster geratenen 1989er Platte "Die Peitsche Des Lebens" auseinander. Reichelt verarbeitet die Geschehenisse daraufhin in einem schonungslosen Buch namens "Der Plan – Glanz und Elend der Neuen Deutschen Welle". Erst anno 2003 lässt er Der Plan 2.0 in vollkommen neuer Besetzung wieder aufleben. Es entsteht sogar eine neue Scheibe. Doch auch "Die Verschwörung" kann nicht mehr an die verheißungsvollen Anfänge anknüpfen. Die öffentliche Wahrnehmung bleibt eher gering.

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