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laut.de-Biographie

Deltron 3030

Wenn ein einziges Album seine hochkarätigen Erschaffer in den Schatten stellt, erscheint das schon reichlich bemerkenswert. Wenn die versprochene Fortsetzung darüber hinaus Jahre lang im Status einer Ankündigung stecken bleibt, rücken selbst die Protagonisten einer absoluten Hip Hop-Supergroup irgendwie in den Hintergrund.

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Deltron 3030 heißt das Megaprojekt von Dan The Automator, Del The Funky Homosapien und Kid Koala. Respektive Superproduzent, auf dessen Konto unter anderem das Gorillaz-Debüt geht, respektive MC of Ice Cube- und EL-P-Fame, respektive Ninja Tunes' kanadisches Turntablism-Aushängeschild.

Entsprechend verteilen sich die Aufgaben in der 1999 gegründeten Band: Kid Koala übernimmt den Platz hinter den Decks, Del The Funky Homosapien fungiert als Lyricist und MC und Dan The Automator zieht die Fäden in Produktion, Beats und Alternative-Hip Hop-Songwriting.

Schon Mitte 2000 veröffentlichen Deltron 3030, deren Musiker sich später in diversen anderen Supergroups erneut über den Weg laufen, ihr hochambitioniertes Debütalbum. Dan The Automators Plattenfirma 75 Ark bietet dem Trio eine Plattform für ein dystopisches Konzeptwerk, das, man ahnt es, im Jahr 3030 angesiedelt ist.

Del erzählt darauf die fiktive Geschichte des Soldaten und Computerhackers Deltron Zero, der in epischen SciFi-Schlachten gegen riesige Kooperationen kämpft, die die Kontrolle über das Universum anstreben. Allgegenwärtig finden sich sozialkritische Anspielungen auf die afrofuturistischen Arbeiten von Sun Ra oder George Clinton.

Beinahe so relevant wie der Impact, der Deltron 3030 mit ihrer Langspielpremiere gelingt - nicht wenige sprechen von einer der größten Hip Hop-Konzeptplatten aller Zeiten - geraten allerdings die Arbeiten am Nachfolger. Die ziehen sich scheinbar endlos in die Länge: Nach ersten Ankündigungen bereits in 2004 wird "Event II" Jahr für Jahr für Jahr aufgeschoben. Erst 2013 erblickt das zweite Konzeptalbum der Formation das Licht.

Während seine Protagonisten in der Zwischenzeit mit Soloalben, Graphic Novels, Musikpreisen oder Produktionen für Mike Patton und Depeche Mode weitere Erfolge eingefahren haben, sorgt allein die ewige Wartezeit auf das Zweitwerk für einen riesigen Buzz. Dementsprechend verwundert auch die hochkarätige Gästeliste kaum.

Zack de la Rocha, Damon Albarn, Jamie Cullum, Mike Patton und sogar Schauspieler Joseph Gordon-Levitt sind diesmal vertreten. Viel Wirbel um viel, also. Oder wie das Fachmagazin Jazz Thing schon 2000 anlässlich des Debüts feststellte: "Eine konsequente Weiterentwicklung der P-Funk-Ideen aus den 70ern: wirrer, schräger, kranker - und damit irgendwie auch ein akustisches Pendant zu Matt Groenings 'Futurama'."

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