Porträt

laut.de-Biographie

Dave Ellesmere

Fragt man Technolegenden der ersten Detroit Generation wie Juan Atkins, Derrick May oder Kevin Saunderson nach ihrer musikalischen Sozialisation, so findet ein Name mit der größten Hochachtung Erwähnung: The Electrifying Mojo. Seine Radioshow, in der er Parliament genauso spielt wie Kraftwerk, genießt legendären Status und öffnet den Kids in Motor City die Ohren. Ob Jeff Mills, Rob Hood oder oben bereits Erwähnte, sie alle hätten sich niemals als DJs und Produzenten versucht, wäre The Electrifying Mojo nicht gewesen.

Dave Ellesmere - Rites Of Spring Aktuelles Album
Dave Ellesmere Rites Of Spring
Vom Punktrommler zum Elektronik-Wizard.

Das britische Pendant zu The Electrifying Mojo ist John Peel. Geschmackssicher stellt er auf BBC die interessantesten Neuigkeiten aus der Welt der Popmusik vor und genießt unter Musikern ein genauso hohes Ansehen wie sein Kollege aus Detroit. Einer, der John Peel als maßgeblichen Einfluss benennt, ist der Brite Dave Ellesmere, dessen musikalischer Werdegang dem eines Chamäleons ziemlich nahe kommt.

Ende der 70er gehören Reggae- und Dubmusiker vom Schlage eines King Tubby zu seinen Favorites. Sich auf eine Sache festzulegen, ist Dave Ellesmeres Sache jedoch nicht, und so trommelt er bis 1987 in verschiedenen Punk- und Hardcorebands wie Discharge oder Flux Of Pink Indians, die auf dem durch Björk bekannt gewordenen Label One Little Indian ihre Platten releasen.

Mit dem Summer Of Love wird 1987 alles anders für Dave Ellesmere. Acid House nimmt ihn im Sturm, doch nachdem der erste Ecstasy-Rausch verflogen ist, zieht es ihn doch wieder hinter das Drumkit. Mit Punk soll 1990 aber endgültig Schluss sein. In den Releases von Transmat, KMS oder Axis erkennt sich Ellesmere genauso wieder wie in den frühen Basic Channel-Sachen. So beginnt er, eigene Tracks zu produzieren, die er teilweise auf seinem Label Emergency Broadcast veröffentlicht, wo auch Steve Stoll, Freddie Fresh oder Steve Rachmad ein zu Hause finden.

1999 lernt er über mp3.com den Schweizer Kanzleramt-Act Diego kennen. Der Beginn eines lebhaften musikalischen Austausches. So kommen die Tracks von Dave Ellesmere auch Kanzleramt-Chef Heiko Laux zu Ohren, der beschließt, einige zu veröffentlichen. Auf Kollaborationen von Diego und Ellesmere folgt 2003 das Longplayer-Debüt von Dave Ellesmere unter dem Titel "Angry Young Computer", das international bestens aufgenommen wird und sich in den Playlists von Laurent Garnier, Fabrice Lig und Kevin Saunderson findet, aber auch den Crossover in die Plattentaschen von Nu Jazz DJs wie Giles Peterson und Peter Kruder schafft.

2004 verfolgt Dave Ellesmere seine Detroit-affine Vision elektronischer Musik mit der Platte "Rites Of Spring" weiter. Gleichzeitig veröffentlicht er unter den Pseudonymen Chronolux und Mek experimentellere Klänge für den Einsatz jenseits der Dancefloors.

Alben

  • Kanzleramt

    Dave Ellesmere beim Label von Heiko Laux.

    http://www.kanzleramt.com

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