Porträt

laut.de-Biographie

Benediction

Dass man in England zuweilen so viel säuft, um den schlechten Geschmack von noch mieserem Bier aus dem Mund zu bekommen, dürfte nachvollziehbar sein. Dass manche Bands deswegen immer ziemlich voll auf der Bühne stehen ebenfalls. Benediction aus Birmingham machen da keine Ausnahme.

Benediction - Killing Music
Benediction Killing Music
Ein Hassbrocken bis zur letzten Sekunde.
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Die Band wird 1989 von Shouter Barney Greenway, den beiden Gitarristen Darren Brookes und Peter Rew, Basser Paul Adams und Drummer Ian Treacy gegründet und geht mehr oder weniger aus den Überresten von Stillborn hervor. Mit dem Demo "The Dreams You Dread" und Schützenhilfe von Mick Harris (Napalm Death), der produziert, kommt ein Deal mit Nuclear Blast zustande.

1990 nehmen sie mit einem minimalen Budget das Debüt "Subconscious Terror" auf. Die Reaktionen sind ausgesprochen gut. Probleme warten dennoch: Barney shoutet neben Benediction auch bei Napalm Death. Schließlich muss er sich entscheiden und wählt schweren Herzens Napalm Death - nicht zuletzt weil ihm die Erfolgschancen dort größer erscheinen.

Eine richtige Vermutung, wie sich später zeigen wird. Nach diesem Schock verschlägt es Benediction natürlich erst mal wieder in die Kneipe, wo man im Costermongers Pub Dave Ingram über den Weg stolpert.

Nach einigen Sessions ist klar, der Kerl bleibt im Line-Up und nach Touren mit Autopsy, Bolt Thrower und den Newcomern Paradise Lost, macht man "The Grand Leveller" fertig. Noch bevor die Scheibe in die Läden kommt, gehen Benediction auf Headliner-Tour durch Europa. In Jugoslawien suchen sie nach einem Gig aber schnell das Weite - die ehtnisch motivierten Konflikte beginnen Anfang der 90er zu eskalieren. Da dreht man lieber noch ein paar Runden mit Dismember und Massacra auf sicherem Terrain.

Trotz des Erfolgs trennt sich die Band Ende 1991 von Paul, dem es mittlerweile an Motivation fehlt. Auf der der EP "Dark Is The Season" (1992) übernimmt Darren die Bassparts. Danach macht man sich auf die Suche nach einem geeigneten Bassisten, da man mit Bolt Thrower und Asphyx einmal um die Welt touren will.

Mit Simon Harris, einem Kumpel von Drummer Ian, findet sich denn auch ein passender Sessionmusiker. Auf dem Weg nach Spanien kommt es dann zur Katastrophe: Der Tourbus verunglückt und Roadie Michael 'Spike' Hall stirbt. Nach der kurzfristigen Rückkehr nach England setzt die Band die Tour dennoch fort.

Die Arbeiten am Nachfolgealbum sind im Gange, die Suche nach einem Tieftöner noch nicht abgeschlossen, da flattert ein Angebot für drei Gigs in Holland, Belgien und Israel auf den Tisch. Gemeinsam mit Basser Frank Healy (Ex-Cerebral Fix) macht man sich auf den Weg und überzeugt Frank an Bord zu bleiben.

"Transcend The Rubicon" macht sich ebenfalls gut und die dazugehörige Tour läuft rund mit Atheist und Cemetary. Zurück daheim kehrt Ian der Band den Rücken und wird durch Paul Brookes ersetzt. Mit ihm entsteht die EP "The Grostesque/Ashen Epitaph" - Ians Drums sind noch bei zwei Stücken zu hören.

Eine Möglichkeit in Mexiko zu spielen, lassen sich die Jungs ebenfalls nicht entgehen, und auch die anschließende US-Tour mit, wen wunderts, Bolt Thrower ist erfolgreich, obwohl letztere mitten in der Tour das Handtuch schmeißen müssen. Trotzdem verlässt Paul die Band, nachdem schon ein Großteil des neuen Albums steht und schon die Nuclear Blast-Tour ansteht.

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Neil Hutton soll eigentlich nur als Tourdrummer fungieren, macht seinen Job aber dermaßen gut, dass man ihn bittet, zu bleiben: Er trommelt "The Dreams You Dread" ein.

Im Sommer '95 spielen die Engländer auf allen großen Festivals u.a. mit Mercyful Fate, Machine Head und Venom. Eine offizielle Europa-Tour mit Death folgt und man kehrt nach England zurück um sich auf "Grind Bastard" vorzubereiten. Auch damit bleibt der Fünfer weiter auf Erfolgskurs, headlinen sie doch die Nuclear Blast-Tour mit den Openern Hypocrisy, The Kovenant und Children Of Bodom. Auch auf dem Wacken Open Air sahnen sie ab, doch ist dies soll der letzte Auftritt mit Dave Ingram sein: Er heuert bei Bolt Thrower an.

Nach einigen Auditions stößt man auf Dave Hunt. Allerdings hat er auf "Grind Bastard" noch nichts zu melden, Dave Ingram grunzt noch ins Mikro. Auf Tour mit Death (die letzte vor Chucks tragischem Krebstod) steht Hunt aber schon am Mikro, und auch auf den Dates mit Immortal macht er deutlich, wer bei Benediction der neue Frontförster ist.

Auf Tonträger zeigt er dies erstmals auf dem im September 2001 erscheinenden "Organized Chaos". Seine Stimme klingt etwa Hardcore lastiger.

Nachdem sie Anfang 2002 wieder mit Bolt Thrower und Fleshcrawl unterwegs sind, verabschiedet sich Drummer Neil in Richtung Stampin' Ground. Das zwingt die Band zu einer längeren Auszeit, aus der sie erst wieder zurück kehren, als Nick Barker (Ex-Cradle Of Filth, Ex-Dimmu Borgir, Ex-weißderteufelwasnoch) für kurze Zeit hinter den Drums parkt.

Mit ihm arbeiten sie an neuen Songs, doch auch er kehrt Benediction 2006 den Rücken. Das wirft die Truppe einmal mehr zurück. Shouter Dave vertreibt sich die Zeit derweil mit seinen anderen Projekten Mistress und Anaal Nathrakh.

Da sich Nick Barker zunächst mal in Richtung Testament verabschiedet, holen sich Benediction wieder ihren alten Prügler Neil. Zunächst nur um die nächste Scheibe einzuspielen, doch kurz darauf steigt er wieder fest ein.

Nach sieben Jahren ohne Veröffentlichung melden sich die Engländer Ende August mit "Killing Music" zurück und geben sich so räudig und unverbraucht, wie in ihren besten Zeiten.

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Fr 15.08.2014 Dinkelsbühl (Festivalgelände)

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