Porträt

laut.de-Biographie

Tom Morello

Thomas Baptist Morello, Rage Against The Machine, Audioslave, The Nightwatchman, Street Sweeper Social Club, Prophets Of Rage. Dieser Mann ist nicht nur unglaublich talentiert, sondern auch ein rastloser Geist. Nahm der Gitarrist im Audioslave-Kontext seinen Polit-Aktivismus im Vergleich zu RATM zumindest ein Stückchen zurück, erwächst dieser im Soloprojekt The Nightwatchman oder dem Allstar-Verbund Prophets Of Rage wieder zu voller Größe.

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"Diese Regierung hat so viel Schaden angerichtet, dass es Generationen brauchen wird, um dies ungeschehen zu machen", bilanziert der Amerikaner etwa im Zusammenhang mit der RATM-Reunion beim kalifornischen Festival Coachella im Frühjahr 2007 über die Bush-Administration. Damals konnte er freilich noch nicht einmal ahnen, dass der Immobilientycoon Donald Trump einmal an dieser mächtigen Position sitzen würde.

Unverblümte Aussagen und beißende Politkritik ist man von dem am 30. Mai 1964 in New York geborenen Morello seit Anbeginn seiner Karriere mit RATM Anfang der Neunziger (Meilenstein "Rage Against The Machine") gewöhnt. Seither zählt er für den Rolling Stone zu den 100 größten Gitarristen aller Zeiten.

Auch nach dem vorläufigen Ende der Rap-Hardcore-Formation lässt sich Morello nicht den Mund verbieten. Im lange Zeit geheimnisumrankten Soloprojekt The Nightwatchman vergleicht er etwa Kriegsgebiete in den Vereinigten Staaten und im Irak oder proklamiert, dass Jesus schwarz war.

Das passiert nicht im Mantel eines gewehrfeuerartigen Soundkugelhagels, sondern ganz im Stile des späten Johnny Cashs, solo auf der Akustikgitarre. Auch seine angeraute Singstimme, hier erstmals deutlich im Vordergrund, kann sich hören lassen.

Bevor das Nightwatchman-Debüt "One Man Revolution" 2007 in Deutschland erscheint, erleben den berühmten Gitarristen nur amerikanische Fans in dieser untypischen Rolle. Morello tritt ab 2003 in Tourneepausen sporadisch mit seinen Lagerfeuer-Songs in kleinen kalifornischen Caféhäusern oder auf poltischen Veranstaltungen auf. Mit dabei: allein die Akustikgitarre.

2004 gelangt sein Song "No One Left" auf den Soundtrack zu Michael Moores Film "Fahrenheit 9/11" und steht dort in guter, kritischer Gesellschaft mit Songs von System Of A Down ("Boom!"), Bruce Springsteen ("Chimes of Freedom (Live)") und Morellos altem Sänger Zack De La Rocha ("We Want It All"). Mit The Nightwatchman, Morello spricht vom "schwarzen Robin Hood" der Musik des 21. Jahrhunderts, will er auf gesetzeswidrige Kriege, Folter, geheime Gefängnisse, das illegale Ausspionieren der amerikanischen Bevölkerung und Konzernfusionen reagieren.

Gemeinsam mit Serj Tankian von System Of A Down gründet er auch die Non-Profit-Organisation "Axis Of Justice", um Musiker, Fans und politische Basisorganisationen zusammenzubringen, mit dem Ziel, für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. Bei der wöchentlichen Radioshow namens "The Axis of Justice Radio Network", die Musik und Politik verbindet, ist Morello Gastgeber.

Tankian schaut 2008 auch beim Album "The Fabled City" vorbei, während Morello bei "World Wide Rebel Songs" (2011) dann verstärkt eine klassische Rockinstrumentierung einsetzt. Zuvor erscheint 2010 die "The Ghetto Blaster EP" seines Street Sweeper Social Club. Das gleichnamige Albumdebüt steht bereits 2009 in den Läden. Morellos Gastauftritte bzw. Kollabos werden parallel immer unüberschaubarer.

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2012 kommt der US-Präsidentschaftswahlkampf richtig ins Rollen, da outet sich der designierte Vizepräsidentschaftskandidat der Republikaner, Paul Ryan, als RATM-Fan - was Morello natürlich zutiefst amüsiert. Dass Ryan für all das stehe, wogegen RATM immer angespielt haben, ist dabei nur eine seiner offensichtlichsten Erwiderungen. Morellos politischer Aktivismus wurzelt übrigens in der Familiengeschichte: Sein Großonkel war der erste Präsident Kenias, und seine Mutter Mary ist Gründerin einer Anti-Zensur-Organisation.

Im Mai 2016 holen sich Tom Morello und Tim Commerford ihre Idole B-Real (Cypress Hill), Chuck D (Public Enemy) und dessen Kollegen DJ Lord ins Boot und touren gemeinsam unter dem Banner Prophets Of Rage. 2017 erscheint auch ein Album unter diesem Namen. Darauf befindet sich ein munterer Crossover, der Fans beider Lager zufrieden stellt.

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