Porträt

laut.de-Biographie

Eddie Vedder

42 Jahre ist Eddie Vedder alt, als mit "Into The Wild" sein erstes Soloalbum erscheint. Im Gegensatz zu manch anderen Sängern berühmter Bands, bewegt den Pearl Jam-Frontmann allerdings nicht die mangelnde Selbstverwirklichung im Bandkontext zu diesem Schritt. Vielmehr ist es sein alter Freund Sean Penn, dessen Überredungskünsten es zu verdanken ist, dass erstmals ein Tonträger unter Vedders Namen in die Regale kommt.

Der Sänger und Songwriter kommt am 23. Dezember 1964 als Edward Louis Severson III in Evanston, einem Vorort von Chicago/Illinois zur Welt. Schon ein Jahr nach seiner Geburt geht die Ehe der Eltern in die Brüche und seine Mutter Keren Lee Vedder heiratet Peter Mueller, den Eddie jahrelang als leiblichen Vater ansieht. Seinen wahren Papa kennt er nur als Freund der Familie, bis dieser an Multipler Sklerose stirbt.

Mitte der 70er Jahre siedelt die Familie, zu der nun auch drei Halbbrüder Eddies zählen, ins kalifornische San Diego County über. Dort klampft der junge Teenager erstmals Akkorde, als zum 12. Geburtstag eine Gitarre in seinen Besitz über geht. Als in den 80er Jahren auch die Ehe zwischen Mutter und Stiefvater endet, ziehen seine Halbbrüder mit der Mutter nach Chicago zurück, während Eddie bei seinem Stiefvater in Kalifornien bleibt.

Als er die Wahrheit über seine Herkunft erfährt, verschlechtert sich der Kontakt zu Mueller rapide und Eddie zieht zu seiner Mutter zurück. Zudem nimmt er den Mädchennamen seiner Mutter an: Vedder. Diese familiäre Thematik verarbeitet er später im Pearl Jam-Song "Alive".

1984 kehrt Eddie mit seiner späteren Frau Beth Liebling nach San Diego zurück, wo er beginnt, Demos aufzunehmen und Banderfahrung zu sammeln. 1988 schnappt sich der schüchterne Eddie den Job als Sänger der Funk-/Progressive-Band Bad Radio, zuvor spielt er bereits in einer Formation mit dem späteren Rage Against The Machine/Audioslave-Drummer Brad Wilk. Als sich die Band 1990 wegen Erfolglosigkeit auflöst, hört Vedder über seinen Freund Jack Irons (Chili Peppers) von einer Band in Seattle, die noch einen Sänger sucht.

Ein Treffen kommt zustande und Vedder beeindruckt die Herren Gossard und Ament mit den Demos zu "Alive", "Once" und "Footsteps" sowie seiner Vorliebe für deren Vorgängerband Mother Love Bone. Für deren an einer Heroin-Dosis und einer Hirnblutung verstorbenen Sänger Andrew Wood entsteht Ende 1990 das Tribute-Album "Temple Of The Dog" unter dem gleichnamigen Projektnamen. Neben Ament, Gossard und Vedder nehmen auch Soundgarden-Mitglieder teil. Ab 1991 startet Vedder mit Pearl Jam durch und verkauft mit ihnen in den folgenden 15 Jahren über 60 Millionen Platten.

Neben seiner musikalischen Karriere verfolgt der Sänger auch das politische Weltgeschehen mit Interesse und gelangt immer mal wieder mit aktivistischen Aktionen in die Presse. Alleine mit Pearl Jam spendet er unzählige Male Geld für diverse Wohltätigkeits-Organisationen. 2000 unterstützt der erklärte George W. Bush-Gegner mit den Kollegen Willie Nelson, Linda Ronstadt und Jello Biafra den Kandidaten Ralph Nader von den Grünen im Wahlkampf ums Präsidentenamt.

Außerdem ist es Vedder als Vegetarier ein Herzensanliegen, die Tierrechts-Organisation PETA zu unterstützen. Auch als Chili Peppers-Bassist Flea anfragt, ob er dem von ihm gegründeten, gemeinnützigen Musikkonservatorium in Silverlake/Los Angeles helfen wolle, sagt Vedder zu und spielt für die Studenten Gratis-Konzerte.

2007: Vedder, mittlerweile von Ehefrau Liebling geschieden und mit Jill McCormick zusammen, sitzt nach der langen Welttournee zum "Pearl Jam"-Album von 2006 in seinen vier Wänden und kümmert sich um die Erziehung seiner 2004 geborenen Tochter Olivia. Als Störenfried entpuppt sich mal wieder Schauspieler, Filmemacher und Freund Sean Penn, für dessen Filme "Dead Man Walking" (1996) und "I Am Sam" (2001) Vedder bereits eigene Kompositionen beisteuerte.

Penn überzeugt den Musiker von seinem neuen Projekt namens "Into The Wild" und hofft zunächst, dass von Vedder wieder zwei bis drei Songbeiträge kommen. Doch der ist überaus fleißig und als Penn die ersten Demos hört, überkommt ihn die Idee, den gesamten Soundtrack in Vedders Hände zu legen. Gesagt getan: Elf Stücke sind es am Ende, die schließlich auf das Soundtrack-Album "Into The Wild" gelangen, das im September 2007 als Solowerk Eddie Vedders in die Läden kommt.

Der Film, in dem Vedder erstmals seit "Singles" (1992) wieder eine kleine Rolle spielt, erzählt die wahre Geschichte von Christopher McCandless, der sich 1992 entschloss, fortan in der Wildnis von Alaska zu leben und vier Monate später tot aufgefunden wurde. Ebenfalls ein Globetrotter-Thema behandelt im Jahr 2010 der Film "Eat Pray Love", für den Vedder den Song "Better Love" schreibt.

Die nächsten Reisen führen Eddie Vedder wieder auf Tour zum Pearl Jam-Album "Backspacer" und auch einige Solotourneen stehen in den Jahren 2008 bis 2010 in seinem Terminkalender. Bis nach Europa schafft er es mit seinem Koffer und der Akustikklampfe aber immer noch nicht.

Im Mai 2011 erscheint Eddies zweites Soloalbum "Ukulele Songs", das unschwer ein reines Album mit der viersaitigen Miniaturgitarre vermuten lässt. Parallel dazu dokumentiert er auch mit der Konzert-DVD "Water on the Road" zwei Abende seiner Solotour in Washington DC. aus dem Jahr 2008.

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