Porträt

laut.de-Biographie

Street Sweeper Social Club

Die in der Immobilienkrise fußende Finanzmisere führt in den Jahren 2008 und 2009 unzählige US-Bürger in den Ruin. Doch Tom Morello, auch bekannt als Flitzefinger solch illustrer Bands wie Audioslave und Rage Against The Machine, sowie Boots Riley schaffen für alle Entrechteten ein musikalisches Ventil: "Die Obdachlosen und Arbeitslosen brauchen einen Soundtrack für ihren Ipod, während sie die Wall Street stürmen."

Die Idee entsteht, als The Nightwatchman Morello solo durch Amerika tourt. Hin und wieder taucht Boots Riley, Sänger der US-Hip-Hop-Truppe The Coup, auf der Bühne auf, um den Song "100 Little Curses" zu performen. Der Gitarrero lüftet daraufhin das Geheimnis, dass er mit Riley kollaboriert und ein gemeinsames Album ansteht, produziert vom Saitenhero höchhstpersönlich. Ihm zur Seite steht neben Texter und Sänger Boots Riley Drummer Stanton Moore (Galactic).

Bezüglich Attitüde und Stil sind die Street Sweepers eher mit Rage Against The Machine als mit Audioslave verwandt. Tom Morellos einzigartiges Gitarrenspiel ist allgegenwärtig. Es finden sich die markanten, zackigen Riffs, die direkt in die Beine gehen, und die Soundspielereien, für die ihn Gitarrenliebhaber weltweit vergöttern. "Revolutionary Party Jams", nennt es Morello und trifft es auf den Kopf.

Eine latente Affinität zu Stadionrock scheint nicht nur bei den karikierenden Rockstarposen im ersten Videoclip durch: Bei aller kritscher Haltung steht der Spaß jederzeit im Vordergrund.

Die in Ironie verpackte Sozialkritik wirkt nicht so anklagend wie bei Rage Against The Machine. "May your wife's worried face sh her horrific expression, May you realize she's not worried, that's just Botox injections" lautet eine amüsante Textzeile aus der Singleauskopplung "100 Little Curses".

Besagter entsetzter, auf Botox zurückzuführender Gesichtsausdruck zeigt sehr schön die Mischung aus Realsatire, verbalen Tritten in die Magengrube und der gehörigen Portion Gehässigkeit, mit der Riley seine Reime schustert.

An Zuspruch mangelt es der Band nicht, tourt man doch ab Mai 2009 erfolgreich mit Jane's Addiction und Nine Inch Nails durch die Staaten. Das selbstbetitelte Debüt geht im Sommer in die Top Ten der US-Charts.

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