Porträt

laut.de-Biographie

The Soft Pink Truth

Hinter The Soft Pink Truth verbirgt sich Drew Daniel, die eine Hälfte von Matmos, das er mit seinem Kompagnon und Lebenspartner Martin C. Schmidt führt. Der Name The Soft Pink Truth stammt im Übrigen von einem seiner Freunde, der in Schwulen-Bars von San Francisco House auflegte und nebenher noch mit Drogen dealte. Da er ständig auf Speed war, und mit Erektionsproblemen zu kämpfen hatte, foppte ihn der Türsteher dieser Bar und rief ihn 'Soft Pink Missy'.

Ideen für seine Musik holt sich Daniel zum einen in so genannten 'Community Thrifts', Second Hand Läden, in denen der Nachlass von verstorbenen Homosexuellen für wohltätige Zwecke verkauft wird. Darunter gibt es oft alte Platten mit z.T. frühen House-, Dance- wie auch irgendwie als 'typisch' schwul zu bezeichnender Musik, die er erwirbt und nach verwertbarem Material durchsucht. Zum anderen kommt Daniel durch eine Sendung beim Lokalsender "KALX" in den Genuss von Hip Hopund R'n'B-Promo-Scheiben, die ebenfalls als Soundquellen herhalten. So vermischt und samplet er zwei an sich recht konträre Musikstile und die damit einhergehenden Sichtweisen von Sexualität.

Daniel wächst in Louisville im US Bundesstaat Kentucky auf. Ein Ort, der nicht gerade für seine Liberalität und Weltoffenheit bekannt ist. In jungen Jahren hört er 80er Electro und übt sich als Breakdancer, bevor er die Punk und Hardcore Szene für sich entdeckt. Aber auch diverse Bands wie Throbbing Gristle, Einstürzende Neubauten, Coil oder die frühen Butthole Surfers üben einen Einfluss auf ihn aus. Seine ersten Platten stammen jedoch von AC/DCund Donna Summer. Außerdem bildet Daniel während der Highschool mit ein paar anderen Jungs eine Rap-Crew, ganz nach dem Vorbild Run DMCs.

Gegen Ende der achtziger Jahre zieht Drew Daniel nach San Francisco um, dessen liberales Klima auch viele andere Gays anzieht. Im Club "Uranus" wird Daniel Go-Go-Tänzer und Anfang der neunziger Jahre lernt er Schmidt kennen, als dieser dort mit seiner Industrialkombo Iacore auftritt. Später gründen beide Matmos und widmen sich neben der experimentellen Elektronik auch der Vertonung von illustren Streifen wie "Fistful Thinking" oder produzieren eine Platte, die auf Geräuschen aus der plastischen Chirugie beruht.

1997 beginnt das Duo eine Zusammenarbeit mit der divenhaften Island-Fee Björk. Während einer gemeinsamen Welttournee kommt Drew Daniel in Paris erstmals mit Matthew Herbert zusammen. Dieser bittet ihn, für sein Label "Soundslike" eine House-Platte zu produzieren. Das Ergebnis lautet "Do You Party?" und dürfte so manchen eingefleischten Hedonisten-Houser vor den Kopf stoßen. Aber mit seiner Cut Up Sample Microhouse Version, die zu Soundslike passt wie die Faust aufs Auge und auch einem Akufen gut zu Gesicht stünde, dürfte The Soft Pink Truth aufgeschlossenen Musikliebhabern eine wahre Freude bereiten. Da spielen dann auch Geschlechter keine Rolle mehr.

Alben

  • Matador Records

    Neben Fakten zu Matmos, auch Wissenswertes über Drew Daniel.

    http://www.matadorrecords.com/matmos/
  • Matmos bei Brainwashed

    Ein Paar Infos.

    http://www.brainwashed.com/matmos/about.html

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