Porträt

laut.de-Biographie

The Monkees

Retortenbands, künstlich zusammen gecastet, um allen zu gefallen und innerhalb kürzester Zeit möglichst viel Geld abzuwerfen, sind kein neuartiges Phänomen im Musikgeschäft. Spice Girls, Village People, New Kids On The Block, Boney M., No Angels, Queensberry und und und, sie alle finden mittels Produzentenhand oder Plattenfirma zueinander. Wer da auf kreative Eigenregie hofft, ist fehl am Platz, Stil und Image sind genauso vorbestimmt, wie Lyrics, Musik und Bühnenshow.

The Monkees: Sänger Davy Jones gestorben Aktuelle News
The Monkees Sänger Davy Jones gestorben
Die Stimme von "I'm A Believer" ist für immer verstummt. Der Sänger der Monkees wurde 66 Jahre alt.

Als erste Retorten- bzw. Castingband gelten The Monkees. Gezielt als amerikanisches Pendant der Beatles konzipiert, stehen Davy Jones (Gesang), Michael Nesmith (Gesang, Gitarre), Micky Dolenz (Gesang, Schlagzeug) und Peter Tork (Gesang, Bass, Keyboard) in den Sechzigern im Mittelpunkt einer gleichnamigen TV-Serie, landen unzählige Charterfolge, veröffentlichen Unmengen an Alben und starten damit nicht nur in der Heimat, sondern auch in Europa gewaltig durch.

Den Anfang bildet der Sender NBC, der 1965 Schauspieler für eine Musikband-Serie sucht. Aus über 500 Bewerbern gehen die zukünftigen Monkees als erste Popgruppe vom Reißbrett hervor. Jones und Dolenz schauspielern bereits: Ersterer tritt als Kinderstar in der Jugendserie Circus Boy auf, Letzterer wirkt in der britischen Serie Coronation Street mit.

Das Songwriter-Duo Boyce und Hart liefert die Serien-Songs und spielt sie ein, Jones und Co. beschränken sich zunächst aufs Singen. Später übernehmen sie zum Teil auch die Instrumente. Mit der TV-Erstausstrahlung landen The Monkees prompt Hits. Das beatlesartige "Last Train To Clarksville" geht 1966 in den USA auf die Eins. Das rockige "I'm A Believer", aus der Feder von Neil Diamond zieht nach und erklimmt auch in UK und Deutschland die Pole-Position. In der Folge von verschiedensten Musikern, etwa von Robert Wyatt, gecovert, entpuppt sich "I'm A Believer" als bekanntester und veritabelster Monkees-Song.

Es folgen weitere Hits und zwei Emmys für die TV-Show. Mit "A Little Bit Me, A Little Bit You", ebenfalls von Diamond, oder dem eingängigen, süßlichen "Daydream Believer" liefert die Popgruppe mit dem markant mehrstimmigen Gesang 1967 abermals radiofreundliche Kassenschlager ab. Trotz des musikalischen und schauspielerischen Erfolgs, zeichnen sich jedoch erste Probleme ab.

Die Monkees sind mit ihrer Darstellung in der Fernsehserie nicht zufrieden. Als Sitcom ausgelegt, sollen Jones und seine Kollegen hauptsächlich albern rüberkommen. Die Protagonisten (insbesondere Nesmith und Tork) streben aber danach, sich nicht nur als blödelnde Leinwandakteure einen Namen zu machen. Vielmehr möchten sie als ernsthafte Musiker wahrgenommen werden. Immer wieder gerät man deswegen mit Produzent Don Kirshner aneinander, der später mit The Archies an sein Verkaufsrezept anknüpft.

Nach zweijähriger Laufzeit folgt im Herbst 1968 das Ende der Sendung, und auch das Aus des Quartetts kündigt sich langsam an. Im Dezember des Jahres verlässt Tork - unzufrieden mit der musikalischen Entwicklung - die Gruppe, deren Output zu dieser Zeit bereits sechs Alben, darunter vier Nummer-Eins-Platzierungen, umfasst. Doch die Spannungen innerhalb der Band wachsen weiter. 1970 steigt auch Nesmith aus, der später zur Gründung von MTV beiträgt, indem er das Video-Sendeformat Pop Clips für Nickelodeon entwickelt.

Nach der 1971er Single "Do It In The Name Of Love" verlieren die übrigen Mitglieder das Recht, den Titel The Monkees zu nutzen, touren in den Siebzigern als Dolenz And Jones und veröffentlichen gemeinsam mit dem Songwriter-Duo Tommy Boyce and Bobby Hart unter dem Pseudonym Dolenz, Jones, Boyce & Hart.

Nesmith und Tork sind von Zeit zu Zeit wieder mit an Bord, trotz kontinuierlicher interner Streitigkeiten. Mehrere Reunions folgen, doch kann die Castingband mit den Studioalben "Pool It!" (1987) oder "Justus" (1996) nicht an den Karrierehöhepunkt zu Zeiten ihrer TV-Show in den Sechzigern anknüpfen. Am 29.Februar 2012 verstirbt plötzlich Sänger Davy Jones 66-jährig an einem Herzinfarkt und macht so eine weitere Reunion sinnlos.

An das musikalische Erbe und vor allem die Vielzahl erfolgreicher Hits erinnert ein Stern auf dem Hollywood Walk Of Fame, den The Monkees 1989 erhalten.

News

Alben

  • Homepage.

    Nicht wirklich schick und leider mit viel zu viel Werbung zubombardiert.

    http://www.monkees.net
  • Label-Seite.

    Nettes Layout, inklusive einer Vielzahl an Fotos und Infos, einem Forum und Shop.

    http://monkees.com
  • Zur TV-Serie.

    IMDb bietet einige Infos zur Fernsehserie.

    http://www.imdb.com/title/tt0060010
  • Fanpage.

    Merkwürdige Gestaltung, irritierender Sound, aber auch interessante Infos.

    http://www.themonkees.com
  • The Complete Internet Guide.

    Hier gelangt man zu verschiedensten Reviews und Infos.

    http://sinatraguide.com/Monkees

Noch keine Kommentare