Porträt

laut.de-Biographie

Sickless

Obgleich auch als Battlerapper sehr ambitioniert, hat sich Sickless mit Storytelling einen Ruf in jenem legendären Untergrund erarbeitet, dem der Sage zufolge der einzig wahre Rap entspringt. Die Frage nach den Idolen beantwortet der Youngster, Baujahr 1989, konsequent ohne langes Zögern: Die Münchner Crew Blumentopf, die das Geschichtenerzählen in deutscher Sprache perfektionierte, hat es Alexander Föll aus Aalen angetan.

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"Damals hatte ich schon auch Creutzfeld & Jakob, Das Bo, Dynamite DeLuxe", gibt Sickless an, "aber erst durch die ersten Blumentopf-Platten, die ich damals in die Hände bekommen habe, bin ich tiefer in die Materie hereingekommen, was Vergleiche oder Wortspiele angeht. Ich habe die Texte Zeile für Zeile auseinandergenommen, und dann hatte ich ein Ziel!" Damals, das bedeutet 2004. Sickless ist 15.

Zwei Jahre später kommt er diesem Ziel erstmals ein Stück näher: Mit der "Zweitausendundsick EP" lässt der Rapper, unterstützt von Goodvibes und Busenfreund Prinz Harry, sieben Tracks auf die Gemeinschaft der Internetuser los.

Wie ein anderes musikalisches Vorbild, der Wuppertaler Prezident, bleibt er dem Prinzip des Gratisdownloads bei den folgenden Veröffentlichungen treu. "Um eine Platte für Geld an den Mann zu bringen, braucht man ein gewisses Fundament. Und das ist ein gutes Label."

Dann aber doch ohne Geldgeber geht der Gymnasiast 2007 den nächsten Schritt und schiebt gleich zwei Releases hinterher. Auf "Musicktherapie" und dem Mixtape "The Sickth Sense" präsentiert sich der Zwölftklässler als technisch versierter Wortartist, der trotz fehlender Erfahrung eine große inhaltliche Bandbreite abdeckt.

Für die breiter gestreute Gästeliste gewinnt er Prezident und darf zu dessen dritter EP "Verdammt Nah Am Unaussprechlichen" ein Battlemonster mit Namen "Anscheinend Bleibts An Uns" beisteuern.

Nach einer mehrjährigen Ruhepause meldet sich der Wahl-Stuttgarter im Jahre 2011 wieder zurück: mit einem neuen Mixtape. "Einsickartig" kommt im Mai heraus und kommt - wieder einmal - als Freedownload unter die Heads. Das eigene Label mit dem schönen Namen wirscheissengold steht allerdings bereits in den Startlöchern.

Auftritte mit Deutschrapgrößen wie Alligatoah, Cro und Savas lassen nicht lange auf sich warten. 2014 erscheint nach zahlreichen Free-Releases das Debütalbum "Horus" beim eigenen Label. Die deutsche Rap-Presse lobt die Mischung aus traditionellem Boombap, verträumten, samplebasierten Instrumentalen und den so einfachen wie treffenden Erzählungen des Rappers. Spätestens mit "Horus" beweist Sickless sich und dem Rest der Welt, dass sich harte Arbeit und Geduld im Rap-Biz auszahlen.

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