Porträt

laut.de-Biographie

Sepalot

Wenn sich ein Club mit einem Set von DJ Sepalot schmücken darf, garantiert das nicht nur ein volles Haus, sondern auch Entertainment pur. Außerdem setzt es ein musikalisches Feuerwerk, frei von künstlerischen Zwängen.

Mit einem Potpourri aus Hip Hop, Jazz, Soul und Funk drillt der Blumentopf-Turntable-Rocker die Tanzwütigen und zieht seit Anfang der Neunziger eine Schneise der Begeisterung hinter sich her.

Wenn man Sebastian Weiss alias DJ Sepalot bei der Ausführung seiner Profession beobachtet, könnte man meinen, dass der Gute sich sein ganzes Leben lang mit nichts anderem beschäftigt hat als mit Musik. Doch der Schein trügt.

In jungen Jahren hält sich seine Musikbegeisterung im Zeitalter von Madonna, Michael Jackson und Rick Astley eher in Grenzen: "Ich muss zugeben, dass ich in den Achtzigern nur passiv Musik gehört hab'. Ich war ein 'Skater to the bone', alles andere hat mich nur am Rande interessiert. Beeinflusst hat es mich aber doch", berichtet Sepalot beim Blick in den Spiegel der Vergangenheit.

Irgendwann packen ihn aber die Beats und Styles von Bambaataa, Egyptain Lover, und auch der 80s-Electrofunk geht nicht spurlos an ihm vorbei. Die Spreu trennt sich vom Weizen, Sepalot bleibt beim Hip Hop hängen: "Ich liebte einfach die Breaks und die Rap-Tracks zu der Zeit, die zum größten Teil nur aus diesen zwei- bis viertaktigen Loops bestanden. Somit war das einfach genau mein Sound. Damit hat für mich musikalisch alles angefangen."

1992 gründet er in Freising mit Cajus Heinzmann, Bernhard Wunderlich, Florian Schuster und Roger Manglus die Hip Hop-Combo Blumentopf und fungiert dort als Herr der Knöpfe und Regler. Im Jahr 1997 veröffentlichen Blumentopf ihr Debütalbum "Kein Zufall".

Der eigenständige Stil von Sepalot, der klassische Funk-Samples mit Jazz und Soul kombiniert, verhilft der Band schnell zu einem großen medialen Echo und bildet einen entscheidenden Eckpfeiler ihres Schaffens. Das Fundament ist gelegt und Sepalot und seine Kollegen beißen sich fest in der deutschen Hip Hop-Bundesliga.

Es folgen ausverkaufte Tourneen und zahlreiche Top 10-Alben, ehe sich der passionierte Plattenteller-Fanatiker im Jahr 2005 erstmals an ein Eigenwerk wagt. Bei seinem
Solodebüt "Fraud" horchen sowohl Electro-Fans, als auch Anhänger härterer Klänge auf. Sepalot dreht auf diesem Album neun AC/DC-Klassiker durch den elektronischen Reißwolf und verpasst den Heiligtümern der Hardrock-Szene einen komplett neuen Anstrich.

Im selben Jahr geht er mit seiner Homeband - auf Einladung des Goethe-Instituts - auf ausgedehnte Tour durch den Nahen Osten und spielt dabei in Tel Aviv, Bethlehem, Beirut und Amman. Es bleiben Eindrücke beim DJ: "Unsere Nah-Ost-Tour war ein herausragendes Ereignis. Ein Konzert in Bethlehem zu spielen, ist schon was Spezielles, und dass derartige Veranstaltungen im palästinensischen Hoheitsgebiet etwas anders ablaufen, versteht sich von selbst."

Nach diversen Remixen und illustren Kollaborationen veröffentlicht Sepalot im Jahr 2008 sein zweites Soloalbum "Red Handed" und lädt dafür angesehene Szene-Heroen wie Saigon, Frank'n'Dank, Blu, Ladi6, Miss Platnum, Christian Prommer, Zed Bias, AC Slater, Rob Threezy, Barletta und LAZRtag ins Studio ein.

Mit seiner Band Blumentopf belegt er 2010 beim Bundesvision Songcontest einen respektablen vierten Platz und präsentiert mit "Wir" Album Nummer sechs der Bandhistorie.

Doch schon im Sommer 2011 kündigt sich die Fortsetzung seines Soloschaffens an. Auf dem Ende September veröffentlichten Drittling "Chasing Clouds" vereint Sepalot poppigere Ansätze mit recht klassischen Hip Hop-Instrumentals - und legt im Juli darauf direkt den Nachfolger "Chasing Beats" nach.

Wer das schon für produktiv hält, irrt, denn auch der Blumentopf kommt nicht zur Ruhe. Im September 2012 legt die Münchener Rapinstitution gleich das nächste Studioalbum nach: "Nieder Mit Der GbR".

Sepalot selbst verliert nie den Bezug zur Basis und legt zwischen seinen unzähligen Projekten immer wieder auf. Bei seinen Gastauftritten lässt er sich ungern in ein musikalisches Korsett zwängen. Stattdessen regiert die Vielfalt.

"Ich denke, für einen DJ mit Hip Hop-Background leg' ich relativ elektronisch auf. So bestehen meine Sets aus einer Art Schnittmenge zwischen Hip Hop, Elektronika und Diversem. Auch wenn die einzelnen Songs in meinen Sets im Plattenladen in verschiedenen Fächern zu finden sind, stehen sie immer in einem direkten Bezug zueinander."

Unterhaltung genießt dabei höchste Priorität: "Ich lege sehr viel Aktuelles auf. Reine Retro-Sets kann man gerne mal als Spezial spielen, aber sonst finde ich das langweilig und ich will das selber als Gast auch nicht hören. Ich will entertaint werden, ich will Sachen hören, die ich selber noch nicht kenne."

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