Porträt

laut.de-Biographie

Rick Astley

Wer bitte ist Rick Astley?, werden sich wohl die meisten Jüngeren fragen. Rick Astley heißt der Mann, der in Zeiten, in denen man Begriffe wie SMS oder Handy vergeblich im Duden gesucht hätte, zu den erfolgreichsten Pop-Künstlern der Welt zählte. Der in den 90er Jahren beinahe in Vergessenheit geratene Superstar aus Großbritannien meldet sich jedoch Ende 2001 mit einer neuen Platte ("Keep It Turned On") eindrucksvoll zurück.

EMAs 2008: Tokio Hotel schlagen Metallica Aktuelle News
EMAs 2008 Tokio Hotel schlagen Metallica
Bei den MTV Europe Music Awards holten sich die vier Magdeburger am Donnerstag den Pokal als beste Headliner 2008 ab. Die eigentliche Sensation des Abends ist aber Sieg von 80s-Kitschpopper Rick Astley.

Es war im Jahr 1987, als eine kraftvolle Soulstimme, gepaart mit leicht zugänglichem Synthie Beat die Musikwelt (zumindest die Popmusik-Welt) geradezu erschütterte. "Never Gonna Give You Up" hieß seine Debut-Single, die es in nur zwei Wochen nach Veröffentlichung an die Spitze der englischen Charts schaffte. Schmächtige Statur, rote Haare, Sommersprossen und ein verschmitztes jugendliches Lächeln, das waren die äußerlichen Merkmale des jungen Rick, die so gar nicht zur seiner Stimmgewalt passten. Doch was zuerst seltsam anmutete, wurde zum Markenzeichen des inzwischen 36-jährigen Engländers.

Rick Astley erblickte am 6. Februar 1966 im englischen Städtchen Newton-Le-Willows, einer kleinen Industriestadt im Norden Englands, das Licht der Welt. Als jüngstes von vier Kindern war Rick früh Mitglied im örtlichen Kirchenchor. Später lernte er Schlagzeug und spielte zuerst in einer Band namens "Give Way". Nachdem er die Band verlassen hatte, wurde er Mitglied in einer Formation namens "FBI", in der auch vier seiner Schulkameraden mitspielten. Damals ahnte noch keiner, dass "FBI" für Rick zum Sprungbrett in eine ganz große Karriere werden sollte. Waren es am Anfang noch kleinere Auftritte in Pubs und Bars, so spielten "FBI" bald schon in größeren Clubs, was ihren Bekanntheitsgrad deutlich anwachsen ließ. Als die Band immer erfolgreicher wurde, musste ein Manager her. Mit Dave Warwick und Tony Graham hoffte die Band, bald den Durchbruch zu schaffen. Rick war inzwischen zum Bandleader aufgestiegen. Als schließlich Produzent Pete Waterman zu einem ihrer abendlichen Live Auftritte eingeladen wurde, kam der Stein dann auch ins Rollen. Waterman, vor allem begeistert vom Talent des Frontmanns, wollte einen Vertrag nur mit Rick, nicht jedoch mit der Band. Rick lehnte ab, mit der Begründung, er sei Teil der Band und entweder alle oder keiner. Somit war die erste große Chance vorbei. Weil sich aber nun die Band Rick gegenüber schlecht fühlte, kontaktierten sie Pete Waterman erneut. Es dauerte nicht lange und Rick wurde zu den PWL Studios in London eingeladen, wo er wenig später einen Vertrag unterzeichnete. Von nun an ging es steil bergauf mit der Karriere des damals gerade mal 19-jährigen Stimmwunders.

Neben seiner Debut Single "Never Gonna Give You Up" gelangte auch seine zweite Single "Whenever You Need Someobody" auf Anhieb auf Platz eins. Auch sein gleichnamiges Solo Album schoss bis an die Spitze der LP Charts und verkaufte sich weltweit mehr als 15 Millionen mal. Seine dritte Single "Together Forever" kletterte sogar bis auf Platz in den USA. In kürzester Zeit avancierte Rick zum erfolgreichsten Musik-Act Großbritanniens. Sein großer Erfolg war auf der einen Seite zwar überraschend, auf der anderen Seite aber auch kalkulierbar, kamen doch zwei Komponenten zusammen, die nichts Anderes erwarten ließen. So paarte sich Ricks musikalisches Talent mit den erfolgreichsten Pop-Produzenten der 80er Jahre.

Rick Astley - Keep It Turned On Aktuelles Album
Rick Astley Keep It Turned On
Sanft, gefühlvoll, aber dennoch kräftig.

Stock/Aitken/Waterman hieß das Produzententrio, das neben Rick auch noch anderen Künstlern, wie Bananarama, Kylie Minogue oder Jason Donovan zu großen Erfolgen verhalf. Obwohl Ricks musikalische Ideen auch mit in die Songs einflossen - er hatte drei Songs auf seinem ersten Longplayer mitproduziert – wurde er doch recht schnell von der Musikpresse wegen der Monotonie der Songs kritisiert und zur stimmgewaltigen Marionette seiner Produzenten degradiert.

Beim zweiten Studio Album "Hold Me In Your Arms", das 1988 erschien, versuchte Rick, stärker als beim ersten Album, sich noch mehr in seine Songs einzubringen. So wurde "She Wants To Dance With Me", die erste Single des neuen Albums, von Rick selber geschrieben und co-produziert. Obwohl Rick nun mehr Mitsprache bei seinen Hits hatte, sich das Album erneut sehr erfolgreich zu verkaufen schien und anschließend eine überaus erfolgreiche Welttournee folgte, war Rick mit seiner Situation bei PWL Records nicht so recht glücklich. Auch die Kritiker verstummten nicht und warfen ihm weiter vor, dass sich seine Songs zu sehr im Stock/Aitken/Waterman-Einheitssound präsentierten.

Gerade zurück von seiner abgelaufenen Welttournee beschloss Rick, die überaus erfolgreiche Zusammenarbeit mit seinen Produzenten zu beenden. Er wollte musikalisch unabhängiger werden und sich mehr in seine Musik einbringen. Diese künstlerische Freiheit sollte er bei seinem neuen Label RCA finden. So ist es nicht schwer zu verstehen, warum Rick sein drittes Album "Free" nannte. Neben Mark King von Level 42, Elton John und Ann Dudley von Art of Noise arbeitete Rick mit Rob Fisher von Climie Fisher zusammen. Außerdem hatte er das gesamte Album mitproduziert. Die wunderschöne und mit Gospelklängen versehene Soul-Ballade "Cry For Help", ist Ausdruck und Beweis seiner neuen Unabhängigkeit, die sich auch in seinem veränderten Äußeren (lange Haare) wider spiegelte.

Musikalisch deutlich gereift, folgte 1993 Ricks viertes Studio Album "Body And Soul", das aber nicht in Deutschland erschien. In dieser Zeit wurde es sehr still um den einstigen britischen Superstar, der es vorzog, lieber mit Töchterchen Emilie zu spielen, als sich die Nächte im Tonstudio herumzuschlagen. Gegen Ende der 90er Jahre entschied sich Rick dann aber wieder künstlerisch aktiv zu werden und beinahe wäre es zu einer erneuten Zusammenarbeit mit Pete Waterman gekommen. Rick entschied sich jedoch dagegen und begann, neue Songs für ein Album zu schreiben. Ganze drei Jahre dauerte es, bis "Keep It Turned On", sein fünfter Streich, Ende 2001 in die Läden kam. Das Album hat Licht- und Schattenseiten und obwohl Rick auf sein ehemaliges Produzententrio verzichtete, klingen die schnelleren Songs doch irgendwie so, als hätten Stock/Aitken/Waterman ihre Hand im Spiel gehabt. Bei den ruhigeren Nummern jedoch glänzt Rick mit seiner kraftvollen Bariton-Soul-Stimme und stimmt somit seine Fans, die lange Zeit auf Neues von dem "sommersprossigen" Rotschopf warten mussten, wieder versöhnlich.

News

Alben

Videos

Cry for Help
Hold Me In Your Arms
Whenever You Need Somebody
She Wants To Dance With Me

Noch keine Kommentare