Porträt

laut.de-Biographie

Romare

So wie Archie Fairhurst schon seinen Produzentennamen vom afroamerikanischen Cut-up-Künstler Romare Bearden entlehnt, so collagenhaft ist auch seine Musik. Der Londoner Experimental-Elektroniker, der Anfang 2015 sein Debütalbum auf dem Down- und Breakbeat-Label Ninja Tune veröffentlicht, stößt früh auf Beardens afrozentristische Werke.

Tatsächlich blickt Fairhurst auf seinen ganz persönlichen "Sex Pistols-Moment" zurück, als er als Student der Amerikanistik in Beardens Cut'n'Paste-Artworks Inspiration findet. Nach Ausflügen als Drummer und Gitarrist zu Schul- und Hochschulzeiten zieht Fairhurst nach Paris. Dort adaptiert er den Platz hinter den Plattenspielern als neues Terrain.

Als Romare beginnt er dann mit Mitte zwanzig, eigene Produktionen mit Samples aus Second Hand-Platten zu vermischen. Das Underground-Label Black Acre (Blue Daisy, Fantastic Mr Fox) zeichnet ihn 2012 für den ersten Release "Meditations On Afrocentrism". Seinerzeit lässt sich sein Sound noch grob dem Kosmos des Footwork bzw. Juke zuordnen.

Mit dem Geld aus ersten eigenen Gigs bewerkstelligt Romare den Umzug nach London. Dort baut er anhand zwei weiterer EPs eine Reputation auf. Produzentenschwergewichte wie Bonobo und Tiga machen ihn auf Compilations bekannt. Die Presse spannt derweil Assoziationsbögen zu Daphni, dem frühen DJ Shadow und auch Kruder & Dorfmeister.

Nach der Unterschrift bei Ninja Tune erforscht Fairhurst via die LP-Premiere "Projections" die Vorgänge der kulturellen Appropriation in den Vereinigten Staaten. Romare katalogisiert auf unangestrengte Weise Disco, Soul, Spirituals und weiteres afroamerikanisches Musikerbe, verneigt sich vor Nina Simone und bringt Sampling-Palette und Live-Instrumentation nonchalant zusammen.

"Geschichte ist extrem spannend. Sie zeigt uns, wie wir in die Zukunft kommen werden", kommentiert Romare. "Am liebsten verarbeite ich seltene Field Recordings. Oder unveröffentlichte Studiomitschnitte: Atmen, Klatschen, Fußstampfen, einzelne Worte. Auf dem Album tauchen solche Klänge von Jimmy Reed, Ray Charles und James Brown auf."

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