Porträt

laut.de-Biographie

Red Snapper

Lutjanus campechanus, Mitglied der Lutjanidae Familie, ist u.a. am Kontinentalschelf oder auch unweit der Küste Floridas zu finden. Der Red Snapper, wie der Amerikaner sagt - zu deutsch Schnapperfisch - bringt bis zu 20 Pfund auf die Waage. Red Snapper nennen sich anno 1993 auch zwei Typen aus London: der Schlagzeuger Richard Thair und Ali Friend am Kontrabass. Kurz darauf stößt David Ayers für den Posten an der Gitarre dazu. Musikalisch steht das Trio auf die ungefähre Schnittmenge aus Jazz, Breakbeats, Eric B & Rakim, Led Zeppelin, Rockabilly-Bass, Country, Surf-Punk und frühem Techno.

Nach unzähligen Jam-Sessions kommt, grob gesagt, eine Mélange aus Jazz und Breakbeats heraus. Red Snappers erste musikalischen Ergüsse sind auf Richards Breakbeat Plattenlabel "Flaw Recordings" zu hören. 1994 erscheint die "Snapper EP" - finsterer Jazz mit Kontrabass, Sax und Gitarre, teilweise durchflutet von Beth Ortons Stimme und für diese Zeit neuen Sounds. Irgend jemand fällt dazu der Begriff "Live Fuck-Off Jazz" ein. Durch die folgenden EPs "Swank" und "Hot Flush" wird der bekannte Electronica-Produzent Andrew Weatherall auf die Combo aufmerksam und fertigt einen Remix für Red Snapper an.

Später nimmt sie die Sheffielder Firma "Warp Records" unter Vertrag und veröffentlicht die bisherigen EPs als "Reeled And Skinned"-Album. Red Snapper spielen ihr Material auf der Bühne oder in zahllosen improvisierten Proberaum-Jams live ein. 1996 kommt das nach dem Spitznamen ihres Toningenieurs Tim Holmes benannte Debut "Prince Blimey" auf den Markt. Dessen Sound-Mixtur aus Dub, Jazz, Punkrock, Techno und Hip Hop schlägt massiv ein und Red Snapper bekommen die Gelegenheit, mit Björk, Massive Attack, den Fugees und The Prodigy auf Tour zu gehen.

1998 erscheint der Longplayer "Making Bones", auf dem die Band mit dem Trompeter Byron Wallen, der Sängerin Alison Davids und dem Jungle MC Det zusammen arbeitet. Weatherall steuert erneut einen Remix (der Single "Bogeyman") bei, genauso wie David Holmes. Die bis dato zwingenste Platte "Our Aim Is To Satisfy Red Snapper" produziert 2000 Hugo Nicholson, der schon bei Primal Screams "Screamadelica" mit an den Regeln saß. Von "Live Fuck-Off Jazz" spricht nun kein Mensch mehr. Genauso wenig wie die Bezeichnung Trip Hop auch nur ansatzweise den Sound dieser Formation einfangen kann.

Im Januar 2002 entscheiden sich die drei Briten Red Snapper aufzulösen. Die ehemaligen Mitglieder widmen sich in der Folge verstärkt anderen Projekten und Kollaborationen: Drummer Thair produziert als Toob Deep House, Ayres betreibt mit Oasis-Entdecker Alan McGee und Felix Tod die Londoner Creation Studios, während Basser Ali B eine eigene Band an den Start bringt. Im Mai 2002 steht als verspätetes Abschiedsgeschenk die Mix-Compilation "It's All Good" in den Läden. Überraschenderweise hat der Lutjanus campechanus aber doch nicht ausgeschnappt. Anfang 2003 erklären Red Snapper plötzlich, man habe sich nur aufgelöst, um nicht mehr Monate lang auf Tour oder ins Studio gehen zu müssen. Ein Album mit sieben neuen, anscheinend etwas ruhigeren Songs, einigen alten Nummern, Remixen und zwei Live-Stücken soll Ende Februar auf Lo Recordings erscheinen.

Rich Thair arbeitet indes mit Jake 'One' Williams an einer Platte für sein Projekt Toob. Eine erste Single, "The Miscreant", startet 2004 in England recht erfolgreich, das Album "How To Spell Toob" folgt ein Jahr später.

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