Porträt

laut.de-Biographie

Ninet Tayeb

Vom Shooting-Star der Stunde auf den absoluten Tiefpunkt zurück zum Star der Nation und darüber hinaus. So in etwa lässt sich die Karriere Ninet Tayebs in ihrer Heimat Israel zusammenfassen. Der erste Durchbruch gelingt der Sängerin, die später vor allem aufgrund ihrer Zusammenarbeit mit Steven Wilson einem internationalen Publikum bekannt ist, im Alter von 19 Jahren bei Israeli Idol, nachdem sie zuvor lokal mit kleineren Auftritten den Grundstein für ihre Karriere legt.

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Der King of Prog überzeugt in Berlin auch in kleinem Rahmen. Ninet Tayeb stiehlt ihm die Show. Beide Musiker kommentieren für uns den Auftritt.

Aus der Castingshow geht sie als Siegerin hervor und spielt anschließend erst einmal drei Jahre lang die Hauptrolle in der Telenovela "HaSchir Schelanu". Diese basiert auf ihrem eigenen Leben. 2006 erscheint schließlich ihr Debütalbum "Barefoot". In nicht einmal 24 Stunden erreicht das von Aviv Geffen produzierte und komponierte Album Platinstatus – fünf Singles klettern dazu auf Platz eins der Charts.

Ihre Schauspielkarriere erreicht 2010 ihren vorläufigen Höhepunkt, als sie für ihre Performance im Spielfilm "The Assassin Next Door" eine Nominierung als Beste Schauspielerin bei den Israeli Theatre Awards einfährt. Dagegen steht die musikalische Laufbahn Ninets zur gleichen Zeit an einem Scheideweg. Ende 2009 veröffentlichte die Sängerin ihr zweites Album "Communication". Im Gegensatz zum ersten schrieb sie die meisten Songs und Texte selbst. Stilistisch entfernt sie sich massiv vom süßen Pop des Debüts. Stark beeinflusst von Jeff Buckley und PJ Harvey kreiert sie einen Mix aus Rock, Pop, Singer/Songwriter und traditionellen orientalischen Einflüssen, der vielen Fans überhaupt nicht schmeckt. Beim Releasekonzert bewerfen sie ihre einstige Heldin mit Gegenständen. Die folgende Tour wird zum Misserfolg. Statt wie bisher die größten Hallen des Landes zu bespielen, tritt Ninet nun vor manchmal nicht einmal zwei Dutzend Menschen auf.

"Ich habe entschieden, dass ich meinen Weg selbst bestimmen möchte. Ich lernte mich selbst dabei besser kennen, fand heraus, was ich sagen möchte, was ich ausprobieren möchte, was ich tun möchte – und wer zum Teufel ich selbst bin!", sagt Ninet über ihre musikalische Kehrtwende. Sie bleibt sich selbst und ihrer neu gefundenen Identität treu, baut darauf auf. Langsam aber sicher beginnen auch die Fans zu verstehen und kommen zurück. Das neu gebildete Vertrauen schlägt sich sichtbar bei den jährlichen MTV Europe's Music Awards nieder: gleich mehrfach avanciert Ninet zu Israels 'Favorite Music Act'.

Nachdem sie bisher ausschließlich auf Hebräisch singt, veröffentlicht Ninet 2012 ihr erstes englischsprachiges Album: "Sympathetic Nervous System". Die Aufnahmen finden in Liverpool mit Arctic Monkeys-Produzent Mike Crossey statt. Zwar folgt bald eine weitere hebräische Platte, doch Ninet orientiert sich fortan zunehmend gen internationalen Markt. 2016 zieht sie schließlich nach Los Angeles. Dort lebt sie mit ihrer Tochter und Ehemann Joseph E-Shine. Letzterer ist nicht nur selbst vielfach goldprämierter Musiker, sondern spielt auch Gitarre in Ninets Band und produziert ihr 2017 erscheinendes Album "Paper Parachute" – ihr erstes USA-Release.

Entscheidendes Wachstum erfährt ihr Bekanntheitsgrad – gerade im Bereich der progressiven Rockmusik – durch ihre 2014 beginnende Kollaboration mit Steven Wilson. Der Kontakt kommt durch Aviv Geffen zustande, der mit Wilson das Projekt Blackfield betreibt. Ninet hinterlässt bleibenden Eindruck auf zwei Songs des Albums "Hand. Cannot. Erase." – nicht nur beim Publikum, sondern auch bei Wilson selbst. Der engagiert sie sowohl für die EP "4 1/2" als auch das nächste Studioalbum "To The Bone" und gesteht Ninet dabei mehr und mehr Raum zu. Auch auf Tour begleitet sie das Porcupine Tree-Mastermind regelmäßig. "Wir sprechen gewissermaßen dieselbe Sprache", erklärt Ninet die Harmonie, während Wilson etwas die Worte fehlen: "Ihre Stimme ist so groß, emotional, einnehmend ... wow!"

Sie selbst findet übrigens einen sehr kreativen Weg, ihre inzwischen gefestigte musikalische Persönlichkeit auszudrücken: "Mir fällt es schwer, meine Musik zu beschreiben. Wenn Leute mich danach fragen, sage ich deshalb immer, sie sei ein Mix aus diesen Städten: Berlin, Tel Aviv, New York und L.A. Daraus kannst du dann machen, was du willst. Klar, Tel Aviv ist der nahöstliche Einfluss und Berlin ist für mich zum Beispiel der 'Hardcore-Vibe', den du beim Hören meiner Musik fühlst – die dunkle Seite!"

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